Full text : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1848. (25)

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dem  Nadler  Johannes  Rehfuß  in  Ebingen,
wegen  der  von  ihm  in  Württemberg  zuerst  in  Anwendung  gebrachten,  verbesserten  Maschine
zur  Verfertigung  von  Hacken  aus  Drath  ein  Theilpreis  von  10  Dukaten,  und
dem  Drechslermeister  Christian  Lechler  in  Tübingen
wegen  der  weiteren  Vervollkommnung  einer  Maschine  zur  Fabrikation  guillochirter  Leisten
und  Stäbe  eine  öffentliche  Belobung  ertheilt.

II.  Von  den  eingekommenen  vier  Bewerbungen  um  den  chemischen  Preis  von
30  Dukaten  nebst  silberner  Medaille  wurde  gleichfalls  keine  des  ganzen  Preises  für  würdig
erachtet;  indessen  wurde

dem  Fabrikanten  Wilhelm  Geisler  in  Berg,  Stadtdirektions-Bezirks  Stuttgart,
wegen  der  von  ihm  zur  Anwendung  gebrachten  Methove  des  Glas-Aetzens  mittelst  flußspatbsaurer
  Dämpfe  und  wegen  dadurch  gewonnener  Darstellung  eines  neuen  Fabrikats  ein  Theil
des  Preises  mit  10  Dukaten,  und

dem  Fabrikanten  Emil  v.  Seeger  in  Stuttgart
wegen  der  von  ihm  vervollkommneten  Anwendung  des  Asphalts  zu  Verfertigung  größerer
luft=  und  wasserdichter  Behälter  eine  öffentliche  Belobung  zuerkannt.

IIII..  Auch  von  den  eingekommenen  neun  Bewerbungen  um  den  landwirthschaftlichen
  Preis  von  30  Dukaten  und  einer  silbernen  Medaille  war  keine  von  der  Bedeutung,
daß  dafür  der  ganze  Preis  nebst  Medaille  ertheilt  werden  konnte.  Dagegen  wurde

1)  dem  Philipp  Fortbuber,  von  Saamgraben,  Gemeinde-Bezirks  Hauerz,
Oberamts  Leutkirch,

welcher  durch  Anlegung  einer  großen  Obstbaumschule  schon  seit  26  Jahren  für  Einführung
des  Obstbaumes  in  Oberschwaben  sich  thätig  gezeigt  und  theils  vurch  sein  Beispiel  Sinn
und  Interesse  für  diese  Cultur  in  der  Gegend  geweckt,  theils  letztere  bereits  mit  einer  großen
Zahl  gutgezogener  accelimatisirter  Bäume  versehen  hat,  ein  Theilpreis  mit  10  Dukaten
nebst  der  silbernen  landwirthschaftlichen  Medaille,
"  2)  dem  Müller  Heinrich  Deusch  in  Georgenau,  bei  Urach,
welcher  eine,  den  Ueberschwemmungen  der  Erms  beinahe  alljährlich  ausgesetzte  Wiese  von
124  Morgen  durch  Verlegung  des  Ermsbetts,  so  wie  durch  beträchtliche  Auffüllungen  trocken
  gelegt  und  vollkommen  nutzbar  gemacht  hat;  und

3)  dem  Joseph  Seitzer,  Bauern  in  Groß-Bettringen,  Oberamts  Gmünd,
welcher  den  Betrieb  seines  40  Morgen  großen  Guts  vielfach  verbessert,  den  flandrischen
Pflug  und  mit  demselben  die  Verwandlung  der  in  der  vortigen  Gegend  üblichen  Hochbeete