thumbs : Die katholischen Interessen und Die Deutsche Frage in Preußen.

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Kinder  der  Kirche  sind.  Hat  daher  der  Maͤrz  v.  J.  uns  buͤrgerliche,
  bisher  noch  nicht  besessene  Freiheiten  verliehen,  hat  er  uns
Freiheiten,  welche  ein  Erbgut  unserer  Väter,  aber  ein  uns  lange
vorenthaltenes,  sind,  wiedergegeben;  wir  sollen  und  dürfen  den
Quell  dieser  Rechte  nicht  in  der  stattgehabten  Empörung  finden,
sondern  allein  in  dem  Willen  und  in  dem  Entschlusse  unseres  Käöniges.
  Dieser  Freiheiten,  die  sein  Wille  uns  gegeben,  sollen  und
müssen  wir  uns  in  vollem  Maße  bedienen,  die  Keime  neuer  Zustände,
  welche  die  Verfassung  vom  5.  Dezember  gelegt,  sind  wir
verpflichtet,  zu  pflegen,  zu  entwickeln,  aber  unser  Recht  wie  unsere
Pflicht  entspringt  nicht  aus  den  Kämpfen  des  18.  und  19.  März
v.  J.,  und  nicht  denen,  welche  die  Straßen  der  Hauptstadt  mit  dem
Blute  treuer  Krieger  färbten,  haben  wir  Dank  für  dieselben  zu  sagen
  oder  Rechenschaft  von  dem  Gebrauche  abzulegen,  sondern  unser
Recht  trägt  ein  früheres  Datum,  es  war  uns  schon  in  jener  Proklamation
  gegeben,  welche  der  frechen  Empörung  vorausging  und
deren  reiche  Erfüllung  vie  Verfassung  vom  5.  Dezember  v.  J.  ist.
Wir  mussen  es  als  eine  besondere  Fügung  Gottes  ansehen,  daß
die  Versammlung,  welche  die  Revolution  der  Barrikaden  anerkannt,
später  durch  ihr  eigenes  Verschulden  die  Theilnahme  an  der  Neubegründung
  des  vaterländischen  Rechtszustandes  verscherzte  und
daß  daher  an  die  Verheißung  vom  Mittage  des  18.  März  sich
rechtlich  unmittelbar  die  Erfüllung  vom  5.  Dezember  knüpft,  daß
für  die  rechtliche  Begründung  der  Verfassung  der  ganze  Zwischenraum
  nicht  vorhanden  ist.  Wir  werden  daher  die  Verfassung  vom
5.  Dezember,  wenn  sie  durch  die  Berathungen  der  Kammern  und
die  Sanktion  des  Königs  als  das  neue  Grundgesetz  Preußens
festgestellt  sein  wird,  nicht  als  ein  Kompromiß  ansehen  zwischen
der  rechtmäßigen  Obrigkeit  und  der  Revolution,  nicht  als  eine
Abschlagszahlung  an  die  letztere,  nicht  als  die  Form,  welche
das  revolutionäre  Prinzip  sich  gegeben,  sondern  als  ein  in  sich
selbst  begründetes,  aus  sich  selbst  daher  auch  nur  zu  erklärendes
und  zu  entwickelndes  Grundgesetz  unseres  Staates.  Insofern  daher
  man  eine  Staatsform,  in  welcher  der  Fürst  bei  bestimmten