110 Nichteintrag. d. spez. Forderungsgrundes im HB.
Wollte man übrigens sogar auch annehmen,
es sei im Hyp. Ges. §S. 22, Zif. 8 durch das
Wort „wofür“ der Rechtstitel der Forderung angedeutet
und es müsse sonach dieser Rechtötitel,
wie der Eingang jenes §. 22 sagt „unter den im
#§. 25 und 26 bestimmten Rechtsfolgen“ eingetragen
werden, so ist doch in diesen beiden K. 25
und 26 nicht das Geringste enthalten, woraus sich
ableiten ließe, daß der Eintrag einer Hypothekforderung
nichtig sei, wenn nicht der Rechtstitel
der Forderung ebenfalls eingetragen ist, oder daß
— was im Erfolg dasselbe wäre — der nicht eingetragene
Rechtstitel einer Forderung nicht auf
andere Weise bewiesen werden könnte und also
auf solche Art der Hypothekeneintrag unwirksam
würde, weil der Rechtstitel der Forderung nicht
eingetragen ist. Wenn ein Gesetz etwas gebietet
und die Folgen der Nichtbeobachtung des Gebots
ausdrücklich festsetzt, wie hinsichtlich der Vorschriften
des S. 22 in den 88. 25 und 26 des Hyp.
Ges. geschehen, und wenn unter diesen Folgen die
der Nichtigkeit oder Unwirksamkeit des Geschäfts
und des Ausschlusses anderer Beweiömittel nicht
enthalten ist, so kann der Nichter auch eine vom
Gesetze nicht gedrohte Folge nicht aussprechen, um
so weniger dann, wenn die im Gesetze ausgesprochenen
Folgen die Nichtigkeit des ganzen Geschäfts
ausschließen 2). Die Rechtsfolge der Unterlassung
des Eintrags desjenigen, was im §. 22 des Hyp.
Ges. angegeben ist, besteht, wie Gönnero) sagt,
keineswegs in der Nichtigkeit der Eintragung,
sondern darin, daß jedes auf das Hypothekenwesen
sich beziehende Geschäft in Ansehung
seiner Gültigkeit und Wirksamkeit nach demjenigen
8) Sauizn! Pand. Br. W. S. 551. Glück, Pand.
d. 1 r r*
o) Kommentar Vo. I. S. 259, Bif. 2.