Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

nummer  239

lich  anderen  Kurs  in  der  Außenpolitik  wohl
nicht  einschlagen.  Die  Hauptsache  ist,  daß  Venizelos
  selbst  nach  wie  vor  ausgeschaltet  bleibt.

die  wirtschafkiiche  Verdinduns  mil
dem  Baillau.

Es  ist  bemerkenswert,  zu  hören,  wie  die  wertschaftlichen
  Aussichten,  die  sich  Deutschland  und
seinen  Waffenbrüdern  durch  die  neu  geschaffene
Verbindung  mit  dem  Osmanenreich  eröffnet  haben,
  von  der  Presse  in  nentralen  Ländern  beurteilt
  werden.  Die  „3.  Jüricher  Itg.“  äußert
sich  hierüber  in  folgendem  Sinne:

Der  Vorstoß  nach  Westen  gab  den  Deutschen
eine  Art  Kohlenmonopol,  während  er  England
die  Versorgung  der  Verbündeten  aufbürdete.
Der  nach  Osten  löste  des  Getreideproblem  durch
die  Umgestaltung  des  russischen  Bodens  hinter
der  Front  zur  Kornkammer  für  1916.  Der
Stoß  gegen  den  Orient  aber  eröffuet  verschlossene
  Produktionsgebiete.  Militärisch  war  die
Möglichkeit  der  Munitionszufuhr  nach  der  Türkei
  von  Bedeutung,  wirtschaftlich  gestattet  die
fast  vollendete  Bahnverbindung  die  Heranholung
  der  aufgestapelten  Kupfererze  des  Taurus,
  der  Baumwollvorräte  Ziziliens,  der  Wolle
Syriens,  Anatoliens,  Mesopotamiens,  die  seit
Jahresfrift  nicht  verkauft  werden  konnten.  Auch
dürfte  Bulgariens  bisher  nicht  genügend  herangezogener
  Schafreichtum  eine  Rolle  für  die  Ernährung
  Oesterreichs  spielen.  Er  ist  so  groh,
daß  man  gerade  vor  dem  Krieg  Anlagen  größten
  Stils  für  die  Herstellung  von  Gefrieffleisch
in  Warna  herstellen  wollte.

Größer  sind  noch  die  wirtschaftlichen  Aussichten
  fü-  die  Zulunft.  Bulgarien  bedarf  des
territorialen  Anschlusies  an  Oesterreich  für  seine
Entwicklung.  Es  ist  dann  ein  wichtiger  Teil  in
dem  Europa  der  Mittelmächte,  zu  dem  der
Orient  und  über  kurz  oder  lang  auch  Rußland
gehören  wird,  und  dem  ein  anderes  Europa,  das
der  Westmächte,  gegenüberstehen  wlird.  Die  Eröffnung
  der  Straße  nach  dem  Orient  kann
den  Mittelmächten  Ersatz  für  die  Stellen  bieten,
wo  eiwa  England,  u#ie  es  droht,  ihnen  die  Absatzgeriete
  rerbauen  wird.

Die  Aussichten  für  die  Zukunft  werden  noch
großartiger,  wenn  man  in  Betracht  zieht,  daß.
ein  wirtschaftlicher  Zusammenschluß  der  Mittelund
  Balkanmächte  berorsteht.  Rimmt  man  gar
als  äußerstes  erreichbares  Ziel  ein  Ende  der
Herrschaft  Englands  am  Suezkanal  an,  so  würde
aus  dem  Valkanseldzug  sich  eine  ganz  neue
Orientierung  des  Weltrerkehrs  ergeben.

Die  deutsche  Reichs  Enkaufslommission  in
Sofia  steht  in  eifrigen  Verhandlungen  mit  der
bulgarischen  Regierung,  die  dald  einen  gunstigen
  Abschluß  erreichen  werden.  Die  Regierung
wird  von  den  großen  bulgarischen  Vorräten
an  Futtermitteln  und  Hülsenfrüchten  beträchtliche
  Mengen  abgeden.

Zusammenleitlt  es  Neichslons.

Berlin,  7.  Nov.  Die  nächsie  S'zung  des
Reichstages  sindet  am  Dienstag,  den  30.  Novemder,
  nachmittags  2  Uhr  statt.  Wie  man
hört,  wird  sich  der  Reichstag  vermutlich  noch
am  Tage  des  Zusammentritts  wieder  auf  eine
Woche  vertagen,  um  den  Ausschüssen  Gelegenheit
  zu  ihrer  Tätigkeit  zu  geben.  Trotzdem  hofft:
man,  daß  der  Reichstag  sein  Arbeitspensum  noch
vor  Weihnachten  erledigen  kann,  so  daß  er  sich
dann  erst  wieder  im  Februar  oder  März  zu
versammeln  braucht.  (.3.

Gegen  den  Leben'millelwucher.

München,  7.  Nov.  Von  der  Zentrumsfraktion

  ist  in  der  Abgeordnetenkammer  folgender
Antrag  eingebracht  worden:  Die  Kammer  wolle
leschließen:  Es  sei  die  K.  Staatsregierung  zu
ersuchen,  beim  Bundesrate  dahin  zu  wirken,
daß  1.  die  Preisprüfungsstellen  beauftragt  werden,
  in  den  Konseroenfabriken  und  Handelslagern
  die  Konserren  nach  Beschaffenheit,  Ge-Nnichtsmenge
  und  Preislage  zu  prüfen  und  jedes
unreelle  Gebaren  auf  diesem  Gebiete  sofort  zur
Anzeige  zu  bringen;  2.  die  gleichen  Stellen  angewiesen
  werden,  die  Geschäftsbücher  und  Geschäftsabschlüsse
  der  Betriebe,  die  einen  gewerbemähigen
  Handel  mit  Rohstoffen,  Futtermitteln,
Nahrungsmitteln  und  Bedarfsgegenständen  des
täglichen  Lebens  treiben,  nachzuprüsen  und  unsachgemäße,
  übertriebene  Abschreibungen  für
nichtig  zu  erklären;  3.  die  Kriegsgewinne  steuerlich
  noch  erfaßt  werden,  bevor  sie  durch  ungebührliche
  Abschreibungen  oder  sonstige  Gepflogenheiten
  dem  Zugriffe  des  Fislus  entogen
  sind;  4.  die  bestehenden,  mit  Hilfe  des
Reiches  ins  Leben  gerufenen  und  organisierten
Krlegsgesellschaften  verpflichtet  werden,  den  Abnehmern
  der  re  nuch  mehr  anzurechnen  als
die  wirklichen  Bezugskosten  und  Betriebsausgaden
  und  einen  der  Natur  und  dem  Umfange
des  Geschäfts  angemessenen  Prozentsatz  an  Reserven;
  die  Kontrolle  soll  durch  die  zentrale
Reichsprüsungsstelle  ausgellbt  werden.

Berlin,  7.  Nov.  Der  Vorstand  und  Ausschuß
  der  sozialdemokratischen  Partei  Deutschlands
  veröffentlicht  gegen  die  Teuerung  im
„Vorwärts“  eine  lange  Erklärung,  der  wer  Folhendes
  entnehmen:  „Die  Lebensmtttelteuerung

 

ist  unerträglich  geworden.

 

Die  Preise  aller
wichtigen  Nahrungsmittel  und  der  sonstigen  Artikel
  des  täglichen  Bedarfs,  me  Brennmaterial,
Kleidung,  Schubzeug  usw.  haben  eine  unerschwingliche
  Höhe  erreicht.  Mit  bangen  Sorgen
sieht  man  in  Arbeiterkreisen  und  bis  weit  in
die  Kreise  des  Mittelstandes  hinein  dem  herannahenden
  Minter  entgegen.  jetzt

in  rielen  Familken  bittere  Not.  dem  so
sein?  Muß  im  ungezügelten  freien  Spiel  der
Kräfte  selbstsüchtige  Gewinnsucht  und  empörende
Profitgier  zum  Schaden  des  Bolksganzen  sich
austoben?  Müssen  Millionen  entbehren,  damit
jene  schamlosen  Produzenten  und  Händler,  die
die  Kriegskonjunktur  kalt  rechnend  ausnutzen
auf  Kosten  des  Bolkes  sich  bereichern  konnen
Nein,  das  muh  nicht  so  sein!  Die  zur  Verfügung
stehenden  Nahrungsmittel  reichen  zur  aährung
  unseres  Volles  aus.  Sie  müssen  nur  richtig
  rerteilt  werden.  Es  darf  nicht  länger  geduldet
  werden,  daß  unsere  Borräte  Gegenstand  gewissenloser
  Spekulation  sind.“  Das  nmird  dann
im  einzelnen  näher  dargelegt  und  weiter  nachzuweisen
  rersucht,  daß  die  bisherigen  Regierungsmaßregeln
  unzulänglich  sind.  Ihnen  gegenüber
  wird  ferner  rerlangt:  „Wie  die  Verpflegung
  des  Heeres,  so  ist  auch  die  Versorgung
des  gesamten  Bolkes  mit  Lebensmitteln  unter
allen  Umständen  sicherzustellen.  Für  alle  wichtigen
  Lebensmittel  müssen  Höchstrreise  festgesett
werden,  die  so  zu  bemessen  sind,  daßb  jeder
Kriegslonjunkturgewinn  beim  Produzenien,  wie
beim  Groß=  und  Kleinhandel  ausgeschlossen  ist.
Auch  die  Aermsten  müssen  in  die  Lage  versetzt
werden,  die  zu  ihrer  Ernährung  notwendigen
Lelensmittel  sich  zu  beschaffen.  Durch  allgememe
Beschlagnahme  und  Verkaufszwang  muß  das
spelulative  Fernhalten  der  Waren  vom  Markt
rereitelt  werden.  Um  eine  Berorzugung  der
Reichen  und  Zahlungsfähigen  zu  vermeiden,
müssen  die  rorhandenen  Lebenswmiltel,  gleich  der
Brotrerteilung,  auf  alle  Einwolmer  des  Reiches
in  gleichen  Rationen  verteilt  werden.  Den  Familien
  der  Kriegsteilnehmer,  die  bedürftig  sind,
müssen  für  die  Wintermonate  ohne  Anrechnung
auf  ihre  der  Erhöhung  dringend  bedürftige  Unterstützung
  Kartosseln  und  Brennmaterial  auf
Kosten  des  Reiches  unentgeltlich  gelieseri  werden.
  Die  Straflestimmungen  der  Verordnung
gegen  den  Lebensmittelmucher  müßten  die
schärfste  Anwendung  finden.“  (3.)

Mänchener  Uenlglellen.

München.  7.  Nov.  Das  slellrertretende  Generalkommando
  gilt  belannt:  In  der  Presse
wurde  berichtet,  daß  sich  eine  Versammlung  von
Kassechausbesitzern  gegenüber  dem  Verbote  der
Veralfolgung  von  Milch  in  den  öffentlichen
Lolalen  miü  dem  Gedanlen  getragen  habe,  das
Pullilum  auszusordern,  es  solle  sich  die  Milch
ins  Kasseehaus  selbst  mitbringen.  Eine  solche
Umgehung  des  Verbotes  könnte  unter  keinen
Umständen  geduldret  werden.  Das  stellv.  Generallommando
  müßte  vielmehr  gegen  RKasffeehausbesiger,
  welche  die  Mitnahme  von  Milch
zum  Genusse  in  ihren  Räumen  dulden  sollten,
mit  aller  Strenge  vorgehen.  Zur  Einsicht  der
Bevölkerung  darf  vertrant  werden,  daß  sie  sich
an  diesen  Umgehungen  nicht  beteiligt.

München.  7.  Nov.  Die  Münchener  Hausbesitzer-Organisation
  hat  die  große  Münchner
Straßenreinigungsanstalt  mit  ihrem  gesamten
Inventar  und  allen  Verträgen  ab  1.  Januar
1916  übernommen.  Vom  Münchner  Grund=  und
Hausbesitzerverein  wird  der  Betrieb  unverändert
weiter  geführt.  Die  Münchner  Straßenreinigungsanstalt
  ist  einer  der  größten  und  bestorganisierten
  Betriebe  dieser  Art  in  Deutschland.

B##erche  Kach#ien.

Vom  Lande,  7.  Nov.  In  herzerfreuender
Frische  steht  überall  die  Wintersaat.  Gleich  grünen
  Matten  breiten  sich  die  sprossenden  Felder
über  Tal  und  Höhen  und  das  Auge  hastet
beruhigt  und  erquickt  auf  ihnen.  Zunächst  verdanken
  wir  die  gute  Entuecklung  dem  guten  Samenkorn
  der  rergangenen  Ernte  und  dann  der
günstigen  Herbstwitterung,  die,  nicht  zu  naß
und  nicht  zu  trocken,  gerade  so  sich  gestaltete,
wie  das  keimende  Getreidekorn  in  der  Er
Schoß  es  nötig  hatte.  Mit  besonderer  Genugtuung
  ist  auch  festzustellen,  daß  die  Fluren  in
diesem  Herbste  ron  der  Mäuseplage  ganz  verschont
  sind.  Während  im  Frühjahr  wegen  des
Schnedensraßes  ganze  Partien  Wintergetreide
umgebaut  werden  mußten,  hat  der  Landmann
in  diesem  Herbste  auch  über  dieses  Uebel  nicht
u  Uagen.  Wenn  unsere  Weidmänner  den  heuer
besonders  zahlreichen  Nachwuchs  der  Fasanen
etwas  kräftiger  aufs  Korn  nehmen,  dann  hat
das  Wintergetreide  zu  seiner  Entwicklung  die
besten  Grundbedingungen,  und  auch  im  kommenn

  Jahre  würden  die  schamlosen  feindlichen
Kämpfer  gegen  Frauen  und  Kinder  wieder
schlechte  Aussichten  haben.

Bamberg,  7.  Nov.  In  Hallerndorf  im
Aischgrund  kam  eine  Zigeunerin  zu  einer  Witwe
und  machte  ihr  vor,  ihr  skrophulöses  Kind  zu
heilen,  zu  welchem  Zmecle  sie  sich  ein  dichtgesülltes
  Federbett,  das  eine  „Reise  ins  gelobte
Land“  machen  werde,  35  Mk.  zum  Tesen  von
heiligen  Messen  und  einen  Hundertmarsschein
erbat,  der  nach  neun  Tagen  der  Besttzerin  mieder
  zugestellt  werden  wchrde.  Unter  allerlel  Ho- 



 

kuspokus  schüttete  dann  die  Zigeunerin  den  Inhalt
  eines  rohen  Eies  über  den  Kopf  des  Kindes,
  nahm  der  Frau  ein  hochfeierliches  Schweigererbot
  ab  und  verschwand  auf  Nimmeruiedersehen.
  Die  Frau  belam  später  Zweisel  u

erzählte  der  Gendarmerie  m  Willersdorf  ron
der  Geschichte.  Die  Zigeunerin  aber  ist  verschwunden.


Merlant

Halsing,  7.  RNov.  Der  20  Jahre  alte  Alois
Danzer  war  am  4.  November  1915  beim  Klaus
in  Mühldorf,  Gde.  Halfing,  beim  Dreschen  beschäftigt.
  glitt  ams,  gertet  mit  dem  rechten
Fuß  mn  die  Dreschmoschine  und  kam  dabei  in
den  Zylinder,  so  daß  ihm  der  Fuß  gegquetscht
wurde  und  abgenommen  werden  mußte.

rien,  7.  v.  Vor  Kurzem  rollzogen  2
Landwirte,  Gcorg  Wörndl  in  Ernsdorf  und
Joseph  Wallner  in  Siggenham  einen  größeren
Grundtausch.  aendl  erhielt  einen  Kompler
von  rund  22  Tagwerk  dicht  am  See  bei  Harraß,
  dessen  Wert  als  Bauplätze  mit  Seezufahrt
in  absehbarer  zeit  sich  wesentlich  steigern  wird.
Wollner  dagegen  wurde  Eigentümer  eines  Wiesengrundstückes
  in  Eglwies,  ca.  3  Tagmerl  umfassend,
  welches  er  sofort  zu  günstigem  Preise
weiter  veräußern  konnte.

LCehrlings  -  Främliernug
in  Aosenhelm.

Am  Sonntag,  nachmitiags  4  Uhr,  sand  im  Postgartensalon
  die  von  32  Ausstellern  beschickte  Ausstellung
von  Lehrlingsarbeiten  und  Gesellenstücken,  sowie  Sehlußfeier
  stall.  War  die  Aueslellung  schon  am  Samstag  gut
besucht,  umso  zahlreicher  war  der  Besuch  am  Sonntag,
insbesonders  bei  der  Schluhfeier.  Eltern  und  Lehrberren
waren  sehr  zahlreich  anwesend,  sodaß  bei  der  Erössnung
der  1.  Vorsitzende  des  Gewerbevereins  seiner  Fteude
Auodruck  verleihen  konnte  für  die  allseits  dekundele
Anteilnahme.  Hr.  Architekt  Schreltenseger  äuheerte  in  seiner
Begraßung  den  Dank  des  Allgemeinen  Gewerbevereins
dem  Breisstistungsrate  und  Stadlmagistrat  für  die  jährlich
  dem  Gewerbeverein  zugewendeten  Mittel,  durch  die
ßs  ermöglicht  ist,  den  ausstellenden  Lehrlingen  außer
dem  Diplom  auch  Geldprömien  geben  zu  können.  Er
dankle  Herrn  K.  Hofrat  Burgermeister  Wüst,  wie  Heren
Hosschlossermeister  Peter  Wols,  als  Milgliedern  des

suift  tes,  jur  das  slets  belundele  Wohlwollen,
  ferner  Setrn  Studienrat  Reltor  Jalob  sür  seine
stets  väterliche  Fürsorge  als  Leiter  der  gewerblichen  Fortbildungs
  Schule,  wie  den  Lehrern  derselben  und  den
Lehrmeistern.

Nach  diesen  einleiltenden  Worten  ersuchte  er  den  städt.
Kommissar,  Herrn  Hosschlossermeister  Peter  Wolf,  die
Prämienverteilung  vorzunehmen.  Heir  Wolf  hielt  zur
Einleitung  solgende  Ansprache:

Vom  verehrlichen  Stadtmagistrat  zur  heutigen  Schlußseier
  der  Vehrlingsarbeiten=  und  Gesellenstück,  Ausstellung
  abgeordnet,  nahm  ich  mit  großer  Freude  und  Besriedigung
  Einsicht  von  den  durchwegs  schönen,  zum  Teil
musterhaften  Arbeiten  der  jungen  angehenden  Handwerker.
Unter  den  ausgestellten  Gegenständen  befinden  sich  viele,
die  ein  beredles  Zeugnis  von  dem  Fleiße  und  dem  einsten
  Szreben  der  Verfertiger  geben.  Diese  Arbeilen  und
nicht  minder  die  aufgelegten  Zeichnungen  sind  Dokumente
Curer  tuchtigen  Auobiidung  in  Schule  und  Werlitatt,
aber  auch  ein  Beweis,  wie  vielen,  großen  Dank  Jor

Euren  Lehrherren  und  Meistern  schuldet.  Betatigt  gerade
Ihr,  die  Ihr  Gesellen  geworden  und  mehr  Freiheit  in
Eurem  Tun  und  Handeln  erlangt  hadt,  Euren  Dank  dadurch,
  dah  Ihr  auf  den  Euch  von  Euren  Lehrherre  und
Meistern  beigebrachten  Grundsatzen  weiler  bauet.  In
unserer  arohen  Jeit  isl  es  mehr  denn  je  notwendig,  daß
jeder  Einzelne  und  besonders  Ihr  Junge,  alle  Krast
einsetzet,  um  Tuchtiges  zu  leisten  in  dem  Beruse,  der
das  Feld  Eurer  lunftigen  Tätigkeil  sein  soll.  Der  Riesenkampf,
  den  unser  teures  Vaterland  zurzeil,  hauptlachlich
infolge  des  Reides  unserer  Gegner  uber  den  industriellen
  Vorrang  Deutschlands,  über  die  Vevorzugung  deutschen
  Erzeugnisse  auf  dem  Weltmarkie  zu  beslehen  hat
und  siegreich  bestehen  wird,  ersorderte  auch  rieslge
Opler  aus  den  Reihen  unserer  tüchtigsten,  besten  Handwerler.
  Eine  Unsumme  von  Sleiß,  Renmuissen,  Totkraft.
und  Tuchligleit  brachte  das  Handwerk  in  seinen  zur  Fahne
geeilten  Söhnen  auf  den  Schlachtseldern  dem  Valer.
lande  zum  Opser.  Doch,  aus  dieser  blutigen  Soat  soll
neue,  reiche  Ernte  erstehen;  Ihr,  die  Nachkommenden,
sollt  Ersatz  sein.  Ihr.  seid  berufen,  durch  die  schmerzenden
Lücken,  die  der  uns  aufgezwungene  Verteidigungskrieg
in  die  Reihen  unserer  schafsenden  Handwerker  gerilsen,
einzutreten  in  den  friedlichen  Wettkampf  der  Arbeit  und
Fortbildung.  Wahrlich,  eln  erbärmlicher  Wicht,  dar  jeder
edlen  Regung  ist  derjenige,  der  vor  dem  unfahbar
Großen,  das  sich  in  der  Weltgeschichte  dank  der  Tapserkeit
  und  des  Opfermutes  auch  so  Meler  aus  Eurem
Stande  und  Verufe  auch  zu  Eurem  späteren  Nutzen  gegenwärtig
  ablpielt,  sich  nicht  zu  dem  festen  Vorsatze  zu  dem
energischen  Entschlusse  aufrafst,  nach  Krästen  weiter  zu
lernen  und  fortzuarbeiten  an  selner  Ausbildung,  arbber
  zu  werden  an  Tüchtigkelt  und  Flelß.  Dann  wird
auch  in  Zukunft  dem  deutschen  Handwerke  allseltig
Achtung  und  Anerkennung  gezollt  werden  und  der  Ansturm
  unserer  Feinde  und  Neider  im  kommenden  Wettbewerb
  der  Industrie,  auf  dem  Weltmarkt  wird  zerschellen
  an  deutscher  Arbeitskraft  und  deutschem  Flelbe,  om
tächtigen  Können  und  ernslen  gesitteien  Wollen  unsere
schaffenden  Volles.  Das  walte  Gott!

Es  folgte  nun  dle  Prämilerung,  die  abermals  ein  sehr
gutes  Ergebnis  zeitigte.  Zunächst  konnte  die  Lellung
der  gewerblichen  Fortbildungsschule  10  Schüler  wegen
ihrer  hervorragenden  Qualisikationen  in  der  Schule  (erste
RNote  für  Fleit,  Betragen  und  Leistungen)  zu  einer  Auszelchnung
  in  Vorschlag  beringen.  Sie  erhlelten  se  ein

 

 

 

Dienstag,  0.  Kovember  1015

Sparkassebuch  über  10  Mark.  Es  sind  solgende  Schüler:
1.  Huppmonn  Theodor,  Maschinenschlosser  bei  Stumbes:
2.  Kreuzer  Ollo,  Kunst-  und  Vauschlosserlehrling,  bei  Pet.
Wolf;  3.  Windisch  Karl,  Elektrotechniker,  bei  Stern:
4.  Spiegl  Joseph,  Schriftsetzer  bei  M.  Niedermayt;  5.
Schweizer  Anton,  Maschinenschlosser,  bei  Konrad;  6.
Schmitt  Johann,  Steinmehlehrling,  bel  Heiserer;  7.
Barth  Thimotheus,  Bäclerlehrling,  dei  Schütz;  8.  Breitenstein
  Emil,  Kausmannslehrling,  bei  Jacobi;  9.  Vauer
Mar,  Kaufmannslehrling,  bei  Veilhack;  10.  Kaltenmariner
  J.,  Kaufmannslehrling  bei  Niedermayr.

Es  folgte  weiter  die  Prämiierung  der  Lehrlinge,  die  bei-Milgliedern
  des  Gewerbevereins  stehen.  Sie  erhielte
Diplome  und  Geldprämien.  Es  sind:  11

Mit  Note  1:

Daurer  Georg,  Büchsenmacher;  Knarr  Ella,  Photograohin;
  Kreuzer  Olto,  Schlosser;  Guggenbichler  Wolsgang,
Schreiner;  Bauer  Johonn,  Spängler;  Pfaffinger  Joses,
Schuhmacher.

Mit  Note  1—2:

Heckmann  Josef,  Schlosser;  Wundersich  Friedr.,  Schlolserc;
  Moser  Jakob,  Schmied:  Schneider  Anton,
Schneider;  Marchselder  Alois,  Schreiner;  Nobens  Alois,
BRuchdrucker;  Rösch  Georg,  Buchdrucker;  Steinwender
Franz,  Spängler;  Feichtmayr  August,  Spängler;  JZehetuber
  Ludwig,  Bäcker;  Holl  Joseph,  Schreiner;
Mayer  Emmeran,  Schreiner;  Stetiner  Wolsgang,  Schneider;
  Matt  Wilhelm,  Spängler.

Mit  Note  2:

Weber  Ludwig,  Maler;  Muhlthaler  Alfons,  Schlosser;
Bruckbauer  Wishelm,  Schreiner;  Rottmoser  Fr.,  Buchdrucker;
  Märll  Barth.,  Buchdrucker;  Huber  Eugen,  Tapezierer.


Diplom  ohne  Geldprämie  erhielten  solgende  Lehrlinge,
  die  bei  Lehrherren  stehen,  die  nicht  Mitglied  des
Gewerbevcreins  sind:  Mit  Note  1:  Rosa  Schutz,  Damenschneiderin.
  Mit  Note  1  2:  Peter  Kratzwohl,  Böl.
er;  Therese  Allhammer,  Damenschneiderin;  Anna  Bayec
ter,  Damenschneiderin;  Julie  Schreyer  „Damenschneidetin;
  Julie  Darchinger,  Damenschneiderin.

Wlitl  Dankesworten  an  die  sreundlichen  Gönner,  wie
an  alle  Besucher  der  Ausslellun,  insbesondere  noch  an
Herrn  Oosschlossermeister  P.  Woli,  wie  Heern  Siudienrat
Jalob  schloß  der  1.  Vorsitzende  die  Ausstellung  mit  einem
  Hoch  auf  den  Forderer  des  Handwerls,  König
Ludwig.

3
3

 

LIH#
Rosenheim,  3.  Nov.

Fürdiegesallenen  Kriegeraus  Rosenheim
  fand  heute  in  der  Stadtpfarrlirche
seierlicher  Gedächtnisgottesdienst  statt.  Ueberaus
viele  Andächtige  hatten  sich  dazu  eingesfunden.
Die  Kirche  war  gedrängt  voll.  Nelen  den
Sxitzen  der  Behörden  uso.  waren  viele  Angehörige
  der  Gefallenen  zum  Gotlesdienst  erschienen.
  Das  Militär  hatie  Kirchenparade  mit
Musik.  Auch  die  Verwundeten  aus  dem  Lazarelt
  im  Kaiserbad  beteiligten  sich  daran.  H.
H.  Geißl.  Rat  Gesil  hielt  eine  ergreifende  Gedächtnisrede,
  worauf  dann  ein  feierliches  Reguiem
  zelebriert  wurde.  Sowolll  vom  Veteranen-
  und  Krieger=  als  auch  vom  Kampfsgenossenund
  Veteranenverein  hatten  sich  riele  Mitglieder
zur  Teilnahme  an  dieser  hehren  Feier  eingefunden.


Auszeichnungen  im  Felde.  Der  Bauerssohn
  Georg  Grünwald  in  Antermoosen,  Soldat
  im  1.  Res.-Jnf.-Reg.,  wurde  mit  dem  Eisernen
  Kreuz  ausgezeichnet.

Einberufung.  Herr  Rechtsanwalt  Schener
in  Rosenheim  ist  in  die  Zivilr  erwaltung  Polens
berusen  worden.  Er  wird  kaiserl.  Justizkommissär
  in  Lodz.  Die  Reise  dorthin  hat  er  bereils
  heute  angelreten.  Unsere  besten  Wünsche
legleiten  ihn.  Die  Kanzlei  des  Hrn.  Rechtsanwalts
  Scheuer  in  Rosenheim  bleibt  indessen
bestehen,  da  für  Vertretung  gesorgt  ist.

Die  Eroberung  von  Nißsch  führte  zu
Siegesseiern  auch  in  Rasenheim.  Die  Straßen
der  Stadt  sind  reich  beflaggt.  Auch  viele  bulgarische
  Fahnen  sind  jetzt  zu  sehen.  In  den
Schulen  fanden  heute  Siegesseiern  statt,  worauf
dann  der  Unterricht  aussiel.  Am  Sonntag  in
der  Mittagsstunde  veranstaltete  die  Militärkapelle
  Standmusik  vor  dem  Kriegerdenkmal  mit
patriotischem  Einschlag.

Auszeichnung.  Der  Nentatmsdiener  Dominikus
  Krug  in  Rosenheim  ist  mit  der  Ehren---





 

 

M######eohmane  10  M##u,

————————

r  Jnnenbalzchnung  #ader  Arz  Gesgnen.

Pr#uleh  vl  dens  Efartrirttlorken  vud  Imtaitat##uros,