Full text: Anschaulich-ausführliches Realienbuch.

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Gleichgewichte, wenn die Kraft den so vielten Teil der Last ausmacht 
wie der Lastarm vom Kraftarme. 
b. Ungleicharmige Hebel sind der 
Wagebalken der Schnellwage (s. Abb.), 
der Schaukelbalken der Knaben, der 
vPumpenschwengel, der Schlagbaum, 
manche Thürklinke, häufig der Spaten 
u. s. w. Aus wieviel Hebeln besteht die 
Kneipzange, die Schere, der Nußknacker? 
*5 8. Der einarmige Hebel. a. Oft 
E 2 wenden die Arbeiter die Brechstange zum 
Heben der Steine an, ohne eine Walze oder dgl. als Stützpunkt unter sie zu 
schieben. Sie stoßen dann das eine Ende der Stange unter den Stein und ziehen 
das andre Ende aufwärts. Mache einen Versuch mit Lineal und Buch! Der 
Unterstützungspunkt liegt jetzt an dem einen Ende des Hebels, nämlich da, wo das 
Lineal den Tisch berührt. Die Last greift da an, wo das Buch mit seiner Kante 
auf dem Lineale ruht, die Kraft da, wo die Hand an dem Lineale zieht. Von 
wo an bis wohin reicht der Lastarm? der Kraftarm? — Beide Arme liegen 
also auf derselben Seite des Unterstützungspunktes, und zwar ist der Lastarm ein 
Teil des Kraftarmes. Scheinbar hat also dieser Hebel nur einen Arm, weshalb 
man ihn „einarmigen“ Hebel nennt. 
b. Um seine Wirkung genauer zu erfahren, bohren wir durch die zweiarmige 
Hebelstange (8 6) dicht am Ende ein Loch, dann befestigen wir sie wieder mittels 
eines durch dieses Loch gezogenen Drahtes in dem Gestelle. Hierauf versehen wir 
das andre Ende des Hebels mit einer Schnur und leiten diese über eine feste 
Rolle. Damit der Hebel wagerecht steht, versehen wir das freie Schnurende mit 
einem Stückchen Eisen (dem Tariergewichte). Der Hebel ist 60 cm lang. Legen 
wir nun auf den Hebel 6 cm vom Drehpunkte entfernt ein Gewicht von 10 g, 
so sinkt der Hebel nieder. Hängen wir aber jetzt an das Tariergewicht 1 g, so 
ist das Gleichgewicht wieder hergestellt. Wie lang ist der Lastarm? der Kraft- 
arm? Den wievielten Teil beträgt der Lastarm vom Kraftarme? die Kraft von 
der Last? Der einarmige Hebel ist im Gleichgewichte, wenn die Kraft 
den so vielten Teil der Last ausmacht wie der Lastarm vom Kraft- 
arme. Einarmige Hebel sind Schiebkarren, Unter= und Oberarm, Unterkiefer 
u. s. w. 
9. Die Dezimalwage (siehe Abb.) ist eine Verbindung von 2 einarmigen Hebeln 
(go u. Ca) und 1 ungleicharmigen (pd). An dem ungleicharmigen greift bei p die Kraft 
(Gewicht P), bei h und d die Last (L) 
kr 3 an. Der Grichtsarm Goetungleic 
MM————— armigen Hebels (pd) ist 10 mal so lang 
Eif n * 3 als ber Lastarm (oh). Die Zugstangen 
(h u. cd) wirken so, als ob die ganze 
  
   
—— J 
/5 55 
    
   
    
    
— L Last in h angriffe. Nehmen wir an, daß 
5 1 F. die Last 100 kg betrage und davon 20 kg 
6 .-«- auf h wirken. Dann drücken die übrigen 
  
    
9 . 80 kg in b auf den einarmigen Hebel Ca. 
- 0 ¾wG &B in , 9 
Da aber der Lastarm ab —= des Kraft- 
9 " armes a ist, so wirkt in C nur ½/ von 
80 kg = 16 kg. Diese ziehen also mit 
ihrem Gewichte in d am Hebel pd. Das ist aber ebenso, als wenn in h eine Last von 
5 X 16 kg = 80 kg zieht. Warum? (Stelle dir od als einarmigen Hebel vor! Last- 
arm oh — u¼ des Kraftarmes od. Folglich die Kraft (16 kg! = der in h wirkenden 
Last. Folglich diese Last - 5 X 16 = 80 kg.) Es ziehen also in h 20 kg + 80 kg 
— 100 kg. Aufgabe: Last 3,75 kg. Wie groß die Kraft zur Herstellung des Gleichgewichts? 
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