Full text: Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten.Zweiter Band. 1905. (2)

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14. Schwerer Tiebstahl 
mittels Erbrechens von 
Behältnissen; Mittäter- 
schaft; Beihülse; An- 
stistungzgewerbsmäßige 
Hehlerei. 
88 242, 243 Ziff. 2, 47, 49 
48, 260 d. Str. G. Bs. 
Formularbuch. 
Er sei von der Straße aus über die Mauer geklettert 
und habe eine Stunde auf Georg Holst gewartet; da 
dieser nicht gekommen sei, habe er die Leiter neben der 
Hintertüre weggenommen und an das Gartengebäude 
angestellt, um den Diebstahl allein auszuführen. 
Der heute hierzu vernommene Holst jun. gab 
die Darstellung des Wex als richtig zu. 
Wex, der vorbestraft ist, wurde wegen Flucht- 
verdachts festgenommen und wird wegen versuchten 
schweren Diebstahls mittels Einsteigens zur Anzeige 
gebracht, während bei Georg Holst nur straflose 
Vorbereitungshandlung vorliegen dürfte. 
Hamburg, den 29. November 1904. 
Am 26. d. Mts. vormittags zeigte der hier 
Hopfenmarkt 31, 1 wohnhafte Privatus Wilhelm 
Lenkow hier an, daß in der vergangenen Nacht 
sein in einem verschlossenen Keller stehender ver- 
schlossener Weinschrank erbrochen und aus demselben 
20 Flaschen Weißwein (Niersteiner), die Flasche 
1,20 M. wert, und 15 Flaschen Rotwein (Margeaux), 
die Flasche 1,30 M. wert, gestohlen worden seien. 
An dem Weinschranke sei das allerdings ein- 
fache und nicht starke Schloß anscheinend mit einem 
Werkzeuge aufgerissen worden, während das Vorlege- 
schloß der Kellertüre unverletzt sei und von ihm auch 
verschlossen in Türband und Oese eingehangen vor- 
gefunden worden sei. 
Er vermute deshalb, daß die Kellertüre zur 
Zeit des Diebstahls offen gestanden habe und viel- 
leicht von seinem Dienstmädchen gar absichtlich offen 
gelassen worden sei. Diese, 
die am 16. Mai 1873 in Stendal geborene 
Alma Frieda Sonntag, 
habe mit einem der im Hause im Souterrain wohnhaften 
Söhne des Hausmannes Friedrich Kugler ein 
Liebesverhältnis, und er halte nicht für ausgeschlossen, 
daß die Hausmannssöhne die Täter seien, weil sie 
arbeitslos seien, der Vater augenblicklich im Kranken- 
hause sich befinde und die Mutter, die er für eine 
ehrliche Frau halte, schwerhörig sei, so daß sic den
	        
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