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XII. Verbrechen und Vergehen wider die Sittlichkeit. 127
Adele Ortler hier, Antonsgasse 16, II, vom 1. Mai
bis 1. September 1900.
Katharine Bartsch hier, Brüderstraße 33, I, vom
1. September 1900 bis 1. Oktober 1901.
Franziska Hirsch, abgemeldet nach Barmen, vom
1. Oktober 1900 bis 1. Mai 1901.
Mathilde Keßler hier, Perlenfuhl 9, III, vom 1. Oktober
1901 bis 1. Juni 1902.
Rosa Schwabe hier, Laurenzplatz 47, III, vom
1. Juni 1901 bis 1. Juli 1902.
Luise Vischer hier, Salomonsgasse 40, III, vom
1. Juli 1902 bis 1. Mai 1903.
Bertha Slavik hier, Drususgasse 7, I, vom 1. Juli
1902 bis 1. April 1903.
Nani Vingst hier, Burgmauer 12, II, vom 1. April
1903 bis 1. April 1904.
Hiernach hat Simon anfangs nur ein Mädchen,
später zwei im Geschäfte gehabt.
Die Befragung der einzelnen Mädchen ergab
folgendes:
Die Kettler ist wiederholt von Simon ge-
schlechtlich gebraucht worden; sie ist damit einver-
standen gewesen.
Die Kunze hat Simon wiederholt geküßt und
umarmt: einmal hat er sie auf den Divan geworfen und
ihr die Röcke aufgedeckt. Zu etwas weiterem ist es nicht
gekommen, weil sie sofort ihre Stelle verlassen hat.
Die Ortler hat Simon in unanständiger
Weise auf die Leiter steigen lassen; er hat in ihrer
Gegenwart in dem Hinterzimmer wiederholt seinen
Geschlechtsteil herausgenommen und daran herum-
gegriffen.
Die Bartsch hat angegeben, Simon habe sich
an ihr nicht vergriffen. Die Bartsch hat aber, wie
ich im Hause erfuhr, ein drei Jahre altes uneheliches
Kind. Sie scheint mit der Wahrheit zurückzuhalten.
Die Hirsch konnte, da sie auswärts wohnt,
nicht befragt werden.
Die Keßler will von Simon zweimal auf
dem Divan im Hinterzimmer um die Mittagszeit
wider ihren Willen gewaltsam gebraucht worden sein.
Danach habe er ihr vorgeworfen, sie habe Geld
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