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Formularbuch.
der in den Parterreräumlichkeiten des Hauses die
Geschäftslokalitäten hat — die Wohnung liegt im
ersten Stockwerke —, auch im Parterre und sonst
im Hause alle Fenster schließen müssen.
Als sie dann nach etwa einer halben Stunde
in die Schlafkammer zurückgekehrt ist, hat die Doma-
scheck bereits im Bette gelegen und gejammert. Auf
nochmaliges Befragen der Berner, was denn geschehen
sei, hat die Beschuldigte sie gebeten, das Fenster
aufzumachen und auf das Fensterbrett hinauszusehen,
sie habe auf das Fensterbrett etwas hinausgelegt.
Die Berner hat auch das Fenster geöffnet, auf
dem Fensterbrette aber nichts gefunden und auch
in dem unter dem Fenster liegenden etwas verwil-
derten Garten in der Dunkelheit nichts erkennen
können. Die Frage, was draußen liegen solle, hat
die Domascheck nicht beantwortet. Die Berner ist
müde gewesen, hat sich weiter keine Gedanken gemacht
und ist zu Bette gegangen. Im Einschlafen will
sie noch gehört haben, wie die Domascheck gejammemn
hat: „Ach Gott, da hat es der Wind hinunter-
geweht".
Heute früh in der sechsten Stunde hat die
Domascheck sie nochmals gebeten, auf dem Fensterbrette
draußen nachzusehen, weil ste selbst zu schwach sei. Die
Berner hat wieder nachgesehen, aber gleichfalls nichts
gefunden, nunmehr aber Verdacht geschöpft und ihrem
Dienstherrn heute morgen 3¾/8 Uhr Mitteilung gemacht,
der sofort nach der Polizeiwache telephoniert hat.
Die Domascheck, welche nicht im Bette lag,
mir aber sehr matt erschien, erklärte auf meine Frage,
ob sic in der Nacht geboren habe, das wisse sie
nicht, etwas sei bei ihr abgegangen, etwas lebendiges
sei es aber nicht gewesen, sie habe es draußen auf
das äußere Fensterbrett gelegt, da müsse es hinunter-
gefallen sein.
Unter dem Fenster befindet sich ein etwas wilder
und dichter Busch, so daß man von oben nicht sehen
konnte, was unten liegt.
Ich begab mich deshalb mit Wehinger in den
Garten hinab und fand in dem Gebüsch direkt unter
dem Kammerfenster die Leiche eines neugeborenen