Full text: Handbuch für den exekutiven Polizei- und Kriminalbeamten.Zweiter Band. 1905. (2)

XIII. Verbrechen und Vergehen wider das Leben. 169 
daß Kulicke zuerst dem Weigel und dann dem Maurich 
die Ohrfeige gegeben habe, und hat auch noch gesehen, 
wie Kulicke den Messerstich in das Gesicht erhalten hat. 
Weigel gibt zu, dem Kulicke den Messerstich 
in das Gesicht versetzt zu haben, weil dieser ihn ohne 
jeden Anlaß geohrfeigt und erneut zu ohrfeigen ge- 
droht habe. Weigel bestreitet aber dem Kulicke einen 
der beiden andern Stiche oder beide beigebracht zu 
haben. Er sei gar nicht weiter dazu gekommen, 
sich mit Kulicke zu befassen, weil Solfers und Küns- 
mann auf ihn eingedrungen seien, und er sich dieser 
habe erwehren müssen. Er bestreitet auch, diese letzten 
beiden vorsätzlich gestochen zu haben. Er habe aller- 
dings das offene Messer noch in der Hand gehabt, 
das sie ihm beide hätten entreißen wollen. Er habe 
aber nicht absichtlich zugestochen, sie müßten ihm 
vielmehr selbst in das Messer gegriffen haben. 
Hierzu erklärte aber der Restaurateur Hamm, 
daß er bei seinem Herankommen genau gesehen habe, 
wie Weigel seine das Messer haltende Hand absichtlich 
stichfertig gegen Solfers und auch Künsmann bewegt 
habe. Er habe dies deshalb so genau gesehen, weil er, 
um Ruhe zu stiften, sich auf einen Stuhl gestellt 
und so habe alles übersehen können. Solfers habe 
auch sofort geschrien: „Ich bin gestochen“. 
Solfers wußte nicht, ob er diese Worte aus- 
gerufen habe. 
Maurich gibt zu, den Messerstich Weigels 
gegen Kulickes Gesicht, im übrigen aber nicht gesehen 
zu haben, daß Weigel, noch Solfers oder Künsmann 
gestochen hat. Maurich selbst will ebenfalls nicht 
mit einem Messer zugestochen, sondern nur mit den 
Fäusten nach Kulicke, als dieser das Bierglas er- 
griffen, losgeschlagen haben. Bei seiner Durchsuchung 
wurde auch ein Messer nicht bei ihm gefunden, auch 
die Absuchung des Saales nach einem andern Messer 
war erfolglos. Weigels blutiges Messer war ihm 
zu Boden gefallen und mir von Mundig übergeben 
worden. Es ist mit W bezeichnet worden. 
Spitzner bestreitet ebenfalls mit einem Messer 
gestochen zu haben. Er habe nur den Versuch ge- 
macht, die Streitenden zu trennen, und hierbei von
	        
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