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weiter; sic erstreckte sich auch auf Uebergriffe, die sich England auf amerikanischem
Boden selbst erlaubte. England nahm sich heraus, die Verschiffung
von Baumwolle nach Europa nur noch solchen amerikanischen
Händlern zu gestatten, die Mitglieder der Liverpooler Baumwollbörse
wurden und sich verpftichteten, Deutschland auch nicht indirekt Über irgendwelche
Neutrale mit Baumwolle zu beliefern. Aehnlich bei der Wolle,
ähnlich beim Kupfer und bei anderen Metallen.
Wenn also das materielle Interesse der amerikanischen Produzenten
und Händler an Deutschland verkrüppelt ist und das materielle Interesse
der amerikanischen Droduzenten und Händler gegenüber der Entente sich
hypertrophisch entwickelt hat, so ist das unter Duldung und Jörderung der
amerikanischen Regierung, der Regierung des Herrn Wilson geschehen.
Die Zwangslage für Herrn Wilson, auf die Oberst House im Mai 1916
sich gegenüber dem Herrn Grafen Bernstorff berufen hat, ist also aus dem
in der Sache unneutralen Verhalten der amerikanischen Regierung seldft
entstanden.
Ich kann in diesem Zusammenhange die Frage der Munitdonsldeferung
durch Amerika an unsere Feinde nicht übergehen.
Bölkerrechtlich ist die Frage vielleicht zweifelhaft; nicht zweifelhaft durfte
asie für Herrn Weilson selbst sein. Wilson hat, soweit ich unterrichter bin,
kurz vor Kriegsausbruch selbst einen Präzedenzfall geschaffen. Im Februar
1914, also ein halbes Jahr vor Ausbruch des großen Krieges, hat
der Präsident Wilson das von der amerikanischen Regierung erlassene Verbot
der Waffen= und Munttionslieferung für die beiden in Meriko sich
bekämpfenden Parteien folgendermaßen begründet:
Da Carranza keine Häfen hat, Huerta dagegen über Häfen zur
Waffeneinfuhr verfügt, ist es unsere Psticht als, Nation, beide auf
gleichem Fuße zu behandeln, wenn wir den wahren Geist der Neutralität
beobachten wollen und nicht eine reine Papierne#ttralität.
Die Konsequenz bieses Standpunkees wäre nach Ausbruch des Weltkrieges
selbstverständlich der Erlaß eines Waffen- und Munitionsausfuhr.
verbotes nach den kriegführenden Ländern gewesen; denn der Fall lag
genau wie in Meriko:; Munition konnte zur Entente gebracht werden, aber
niche zu uns. Wilson hat aber in diesem Falle, der doch wahrhaftig
ein gut Stück wichtiger war als die mexikanische Angelegenheit, auf den
„wahren Geist der Neutralicät“ verzichtet und sich für das entschlossen,
was er ein halbes Jahr zuvor selbst als „reine Papierneutralitär“ bezeichnet
hat. Diese Papierneutralität hat den Krieg um Jahre verlängert,
hat Millionen von Menschen das Leben gekostet, hat aber Millionen
zu Krüppeln gemacht, hat das Meer von Blut und Tränen ins Ungemessene
anschwellen lassen. Und warum? — Oberst House hat an den
Grafen Bernstorff die Antwort gegeben, eine Antwork, deren Sinn lautete:
weil Herr Wilson das Geschäft nicht stören wollte oder konnte, das im
Grunde darin bestand, aus den Tränen und dem Blute Europas amerikanisches
Geld zu machen. (Bravol im Zuhörerraum.)
Das deutsche Volk batte die Emwicklung begriffen, großenteils instinktio
begriffen. Es hat sie begriffen, bis ihm später zu seinem Verhängnis durch die
Lobredner Wilsons der gesunde Sinn verwirrt worden ist. Das deutsche Volk
hat in den ersten Jahren des Krieges begriffen, was ihm drüben an Verständ.
mislosigkeit, an Unaufrichtigkeit und kaltherzigem Geschäftssinn gegenüberkand.
Es ist neulich hier in diesem Ausschuß behauptet worden, die Erregung
gegen Amerika sei durch eine künstliche Agitation in