Volltext : Die geheime Vorgeschichte des Weltkrieges.

72  Oie  innere  Entwicklungsgeschichte  des  Oreiverbandes.

Zu  deutsch:

Mein  lieber  Botschafter!  Von  Zeit  zu  Zeit  in  den
letzten  Jahren  haben  die  französischen  und  die  britischen
Marine-  und  Militärfachleute  miteinander  beraten.
Es  hat  sich  dabei  immer  von  selbst  verstanden,  daß
solche  Beratung  nicht  die  Freiheit  einer  jeden  Regierung
einschränke,  in  irgendwelcher  Zukunft  zu  entscheiden,
ob  dem  andern  mit  bewaffneter  Macht  beizustehen  sei
oder  nicht.  Wir  sind  übereingekommen,  daß  diese
Beratung  zwischen  den  Fachleuten  weder  jetzt  noch  in
Zukunft  als  eine  Verpflichtung  für  die  Regierungen
angesehen  werden  soll,  in  gewissen  Fällen,  die  sich  noch
nicht  ereignet  haben  und  die  sich  niemals  ereignen
mögen,  handelnd  einzugreifen.  Die  Anordnung  z.  B.
der  britischen  und  der  französischen  Flotte  bezüglich  des
gegenwärtigen  Augenblicks  ist  nicht  gegründet  auf  eine
Verpflichtung  zum  Zusammenwirken  im  Kriege.

Sie  haben  indessen  darauf  hingewiesen,  daß,  wenn
eine  der  beiden  Regierungen  gewichtigen  Grund  hätte,
einen  nicht  herausgeforderten  Angriff  von  einer  dritten
Macht  zu  erwarten,  es  wesentlich  sein  würde,  zu  wissen,
ob  sie  bei  einem  solchen  Ereignis  auf  die  bewaffnete
Hilfe  der  andern  rechnen  könnte.

Ich  stimme  damit  überein,  daß,  wenn  eine  der
beiden  Regierungen  gewichtigen  Grund  hätte,  einen
nicht  herausgeforderten  Angriff  von  einer  dritten
Macht  oder  sonst  etwas  den  allgemeinen  Frieden  Bedrohendes
  zu  erwarten,  sie  sofort  mit  der  andern  erörtern
  sollte,  ob  beide  Regierungen  zusammen  handeln
sollen,  um  dem  Angriff  zuvorzukommen  und  den  Frieden
  zu  bewahren,  und  wenn,  welche  Maßnahmen  sie
zu  gemeinsamem  Vorgehen  vorbereiten  sollen.  Wenn
diese  Maßnahmen  zum  Eingreifen  führen  sollten,
wären  die  Pläne  der  Generalstäbe  zunächst  in