Full text : Gesetz über den vaterländischen Hilfsdienst vom 5. Dezember 1916.

12  Einleitung.

II.  Die  Hedentung  und  Aufgabe  des  Gesetzes.

Auch  heute  lassen  sich  die  wirtschaftlichen  Folgen  des
Gesetzes  noch  nicht  klar  übersehen,  namentlich  seine  Wirkungen
  auf  die  Geschäftszweige,  welche  sich  mit  der  Herstellung
  und  dem  Vertriebe  der  sogenannten  Luxusartikel
befassen,  und  auf  den  kleinen  Handwerker  und  Gewerbetreibenden.
  Um  so  stärker  tritt  die  Opferwilligkeit  des
deutschen  Volkes  hervor,  das  durch  das  Votum  seiner  berufenen
  Vertreter  seinen  einmütigen  Willen  kundgegeben
hat,  alle  seine  Kräfte  in  den  Dienst  des  Vaterlandes  zu
stellen.  Daß  er  in  der  Tat  alle  Volkskreise  ohne  Unterschied
  des  Standes  und  der  politischen  Gesinnung  beherrscht,
  beweist  die  lebhafte  Zustimmung,  der  die  Annahme
  des  Gesetzes  überall  begegnete.  Besonders  eindrucksvoll
  gestaltete  sich  die  Berliner  Versammlung  der
800  Vertrauensleute  aller  deutschen  Arbeiter-  und  Angestelltenverbände
  vom  12.  Dezember,  die  übereinstimmend
ihre  ernste  Mitarbeit  bei  der  Durchführung  des  Gesetzes
zusagten.  Hingebungsvolle  Mitarbeit  aller  Schichten  der
Bevölkerung  ist  auch  von  nöten,  soll  das  Gesetz  seinen
Zweck  erfüllen,  wie  stets  von  der  Regierung  sowohl  wie
von  den  Volksvertretern  bei  seiner  Beratung  hervorgehoben
  wurde.  Nicht  der  Zwang  der  allgemeinen  Wehrpflicht
  hat  unsere  siegreichen  Truppen  im  Felde  zu  den
Großtaten  geführt,  welche  die  Bewunderung  der  Welt  erregen,
  sondern  der  Geist,  der  sie  beseelte.  Ebenso  kann
auch  das  Heer  in  der  Heimat  auf  dem  Felde  der  Arbeit
nur  dann  den  Sieg  erringen,  wenn  ihm  der  rechte  Geist
für  sein  Tun  innewohnt.

Schöne  und  treffende  Worte  für  den  Zweck  des  Gesetzes
  hat  die  Begründung  des  Entwurfes,  haben  die  Vertreter
  der  Regierung  und  des  deutschen  Volkes  gefunden.
Es  soll  den  Kämpfern  an  der  Front  eine  Heimarmee  zur
Seite  stellen,  die  ihnen  die  Waffen  schmiedet  und  die  Nah-