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Garg. 114; — die Bed. des Weguehmens durch Schuciden
mehtfach übertragen: sonst hab ich all woltlich leben
gar vermitten. und umbs himelreichs willn verschnitten
B Waldis Es. 4, 69; der leidige anstund in Frank-
rrich hat den naturmenschen verschnitten Schiller
2, 311; durch Worte schädigen, schecht machen: einen
beim andern verschneiden, abuc aliquem de laude
alieujus detrahere Steinbach; verschneidet (bei der
Multerl bessre frexer Günther 536; in gesellschaf:
zu verschneiden Gocthe Clav. 1; bei Weinhändlern
heisit verschneiden bessern Wein mit schlechterem mischen.
— verschucicu, uhd. versatwen, versnien, schneiend
zudecken: des winters frost.. der alles sonst verschncit
Lohenstein Rosen 19; die verschneiten kirchenfenster
Gandy Erz. 121; tief verschneite wege Moltke
3, 369. — verschnichen, s. unter vrerschnaufen. — ver-
schnörkelu, durch Schnörkel entstellen: eine schrift.
schnitzerei verschnörkeln; lreude an einem verschnör-
kolten ceremoniel Freytag Bild. 1, 105; das ver-
schnörkelte latein 293. — verschunpfen, in Schnupsen
bringen: das nasse wetter verschnupft einen; er ist
stark verschnupft; übertragen: etwas verschnupft einen.
beleidigt; das verschnupfte ihn Adelung; — schnupfend
verbrauchen, tabek. — verschnürcu, mhd. versnucren,
mit Schnüren zubinden, paketc. ballen; mit Schnüren
besetzen, einen rock; im Bergbau, mit einer Schnur
mesen, ein feld.
Verschollen, der Kunde entrückt, nicht mehr bekannt,
Part. eines alten verschellen (vgl. unter schallen); im
Rechtswesen ein verschollener, ber öffentlich vorgeladen
oder ausgerusen, aber nicht erschienen und dadurch seiner
Gerechtsame verlustig gchangen ist Adelung; ich gelte
für verschollen Grabbe 2, 368; er war ja fürmlich
verschollen Benedixrel. Stud. 1, 1; frei, = ganz ver-
altet: ein rosafarbenes indiennekleid mit versehollenen
auslaldungen und verzicrungen Keller Seldw. 1, 235.
— verschonen, mhd. verschonen, Schonung erweisen,
unbehelligt lassen, in älterer Spr. mit Gen.: weloher
anch seines eigen sons nicht hat verschonet Röm. s, 32;
(er) verschenet sciner seclen fur dem verderben, und
seines lebens, das nicht ins schwert falle Hiob 33, 18;
auch mit Dat.: seinem läüben verschonen, uifte parcere
Maaler:; Ca olt keinem reich verschenen Indith
2, 6; neuer mit Acc.: ich bitte, verschene mich Schiller
Kab. 2, 1; ich hab dein ohr verschent Jungfr. 1,2;
mit ctwas: dein mutterherz mit serge zu verschenen
Br. v. Mess. 1642; mit solchem räthselkram verschone
mich Goethe Faust II 4; verschont scin, bleiben von
etwas; auch: in kloster und mauren mit deinem basi-
lisken-anblick auf cwig verschent Schiller Räub. 3,1;
— selten in der älteren Spr. verschonen — entgehen,
vermeiden: mancher verschont ein klcinen regen und
thut eim gröszern baldt begegnon B Waldis Es. J,II.
— verschönen, mhd. verschoenen, schön machen: (Poesie
kann) alles, was sic will, verschönen Uhland 150.—
verschönern, schöner machen, die umgebung einer stadt;
so war nuch alles in seinen augen verschönert und
verherrlicht Goethe W. Merister 1, 15. — verschossen,
s. verschieszen.
Verschränken, mhd. verschrenken, kreuzweise oder
wie kreuzweise zusammenlegen, verslechten: hünde, ünger,
fusze; ie schlicszen mit verschrünkten armen einen
kreis Schiller Fiesko 2, 18; mit verschränkten armen
zuschen, ohne sich zur Hilfe zu rübren; hindernis-e einer
verschrankten wortstellung # detbe DuW. 12; dicht und
wild verwachsen: die schauervollc nacht verschrünkter
dus’rer üchlenwälder Hölty 1°%; mit Schrankenwerk
bedeclen: mit hecken ganz verschrenkt Opitz Zlatna
16; mit Schranken umgeben, sesseln; bildlich: verschrünkt
in trüubsinn, krankhen, menschenhasz Goethe nat.
Tocht. 3, 2; ich werde fortfahre n. mir die freiheit des
worts in kciner weisc verschränken zu lassen Bis-
verschneien — verschränken.
verschreiben verschütlen. 1246
marck Red. 11, 37. — verschreiben, mhd. versebriben,
schristlich sestsetzen und zuweisen, cinem etwas; verhies
er jm auch sonet zu verschrciben hundert und funfzig
centner 2. Macc. J, 9; er hat ihm im testamente das
gut verschrieben; sich dem teufel, der hölle Müllner
Schuld 2, 1), dem shtan (Freytag Soll 1, 121) ver-
schreihben, als Eigentum; sich for einen verschreiben,
bürgend; schreibend verordnen, einem kranken arznei.
begrisstanschend, ein rezept: naphta bekam der kranke
was soll man sonst in solcher noth verschreiben?
Droste 345; schreibend bestellen, waren, arbeiter; bau-
kunstler uus Alcxandrien wurden nach ltalien ver-
schricben Freytag Bild. 1, 162; sich ihren hausbe-
darf . . nus Hamburg zu verschreiben Treitschke
3, 590; schreibend versehlen: das wort, dic summec is-
verschrieben; er hat sich verschrieben; schreibend ver-
brauchen, kelern und papier — Verschreibung, t. Hand-
lung des Verschreibens; Urkunde in der etwas ver-
schrieben wird: (er) macht eine verschreibung Tob. 8,23;
er hat einc verschreibung von mir in hünden, die heute
fällig wird Geibel 7, 96. — berschreien, mhd. ver-
schrien, in übeln Ruf bringen: verschrexyen, ein bösz
geschroymnchen Maaler; einen verschrexen, das man
scinen worten nit mer glaube, einen als unglaubwirdig
verschreyt machen ebd.; wenn ich auch unter dem ver-
huszten namen einer demekratin verschricen werden
sollte Goethe Aufger. 3, 1; auch waren die leute gar
nicht so beshaft, als sie mein ungnädigster fürst und
herr verschrie Gandy Erz. 45; (er) war als ein leiden-
schaltlicher liberaler verschrieen Keller Werke 1, 162;
schmähen: entartete sklaven. die . die freihcit ver-
schreien Schiller 1, 47. — verschroben, Part. zu einem
nicht gebränchlichen versohrauben, salsch schranben, ver-
drehen (vgl. schrauben), auf geistige Beschaffenheit ge-
wendet: die bucher haben sic ein wenig verschroben
Ifsland Alb. v. Thurneisen 1, 5; verschrobner mann
Boie 371; dazu: (seine) veigung zur malerei galt seinen
kameraden als verschrobenhcit Wildenbruch Nov.33.
verschüchtern, schüchtern machen, conslern# Stieler;
verschuchlert sein, ein verschuchtertes kind; wie ein
verschuchterter kleiner voge! Wildenbruch Norv. 191.
— berschulden, mhd. verschulden, Schuld, Verbindlich-
keit tragen und abführen: er wird es reichlich ver-
schulden, soenerato retribuet, osficeium eumulate
reddet, ich kan es um dich nicht wieder versehulden.
merita tua non ase quor, m munere te remune-
rari non nossum Stieler; alles. . wieder dankbar-
lich zu verschulden Simpl. 1, 138; Geldschulden haben,
im Part. verschuldet: er ist ganz verschuldet; ein ver-
schuldetes gut, land; refl. Schuld auf sich laden: alle
köncige . haben sich verschuldet Sir. 19, 5; du ver-
schuldest dich an dem blut, das du vergeuszest Hes.
22, 1; mit Acc. Schuld begehen: ob ich wel nichts ver-
schuldet habe Hiob 31, 6; elwas vider einen handlen
und verschulden Maaler; durch Schuld verdienen: die
jenigen, so es nicht verschuldet batten. den kelch zu
trinken Jer. 19, 12; wir haben nicht verschuldet un-
glucklich zu werden Goethe Wahlv. 2, 14; schuldige
Ursache an etwas sein: du hust es verschuldet, dasz wir
zu spat kommen; der Ins. als Subst.: gestürzt durch
mein verschulden Schiller M. Stuart 2, 8; bent
busz ich nur ein alt verschulden Tieck Octav. 134.—
verschütten, mhd. verschuten, schüttend ausgießen, usche
(1. Kön. 13, 3), most (Matth. 0, 17), wein (Marc. 2, 22);
r .. verschutte der wechsiern das geld Joh. 2, 15;
des vatermörders blut, vor diesem stecine verschutt t
Schiller Ränb. 4, 5; sprichwörtlich: verschutt er nur
nicht gur das kindlein sammt dem bade Bürger an
Göckingk; es bei einem verschutten, verschnttet huben.
nicht mehr in Gunst stchen; bildlich: der inhalt meine-
lahens ist verschusrtet Fretvag Wald. 5; — schüt-
kend bededen, versperren, einen weg, gung; verschuticte