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mehr die Handarbeiter die Verantwortung für die Mißleitung der gewerblichen
Thätigkeit von sich ab, auf die Unternehmer und Kapitalisten zu
werfen im Stande find. Die socialdemokratische Agitation hat daher aus
diesen Vorgängen mächtigere Waffen als irgendwo sonst hergenommen.
Der oft ganz unverdiente und zugleich maßlose Konjunkturgewinn auf der
einen Seite, die ebenfalls oft unverschuldeten Verluste und Leiden auf der
anderen, welche die Folge der gewaltigen und plötzlichen Preisveränderungen
in solchen Zeiten sind, haben das Gerechtigkeitsgefühl verletzt und nicht
selten auch in edleren Gemüthern und bei ideal gerichteten Naturen das
Begehren einer gerechteren wirthschaftlichen Ordnung und planmäßigeren Produktion
wach gerufen. Mit vollem Recht konnte Marx schon im Januar 1873
den ersten Band seines Buchs üÜber das Kapital mit folgenden Worten
schließen: „Die widerspruchsvolle Bewegung der kapitalistischen Gesellschaft
macht sich dem praktischen Bourgeois am schlagendsten fühlbar in den
Wechselfällen des periodischen Cyklus, den die moderne Industrie durchläuft
und deren Gipfelpunkt, der allgemeinen Krise. Sie ist wieder im Anmarsch,
obgleich noch begriffen in den Vorstadien, und wird durch die Allseitigkeit
ihres Schauplatzes, wie die Intensivität ihrer Wirkung selbst den
Glückspilzen des neuen heiligen deutschen Reichs Dialektik einpauken !“
Gegenüber dieser Folgen ist es doch nur ein schwacher Trost, wenn
Max Wirth sein Buch über die Handelskrisen mit der Bemerkung endet, daß
es nur die civilisirten Länder und Plätze sind, welche von Krisen heimgesucht
werden. Denn diese Früchte der Civilisation werden uns ja eben entgegengehalten,
um zu beweisen, daß unsere Civilisation auf Abwege gerathen ist.
Auch dabei wird man sich nicht leicht beruhigen können, daß jede solche
aufsteigende Periode „Früchte der Konjunktur“ hinterläßt, welche die Krifis
überdauern. Gewiß hat z. B. unser Eisenbahnnetz durch die in den ersten
Jahren nach dem Krieg begonnenen, oder schneller fortgeführten Unternehmungen
eine raschere Ausdehnung erhalten, als es unter anderen Verhältnissen
möglich gewesen wäre. Aber find nicht die damit verbundenen
direkten und indirekten Vermögensverluste und vor Allem die durch den
ausnahmsweise zu erzielenden Gewinn provocirten unehrenhaften Handlungen,
die Einbuße an Vertrauen, an gegenfeitiger Achtung der Stände viel größere
Schäden, als der etwas raschere Fortschritt des Eisenbahnbaues? Noch
weniger kann ein allgemeiner Hinweis auf die Unvermeidlichkeit von gewaltsamen
Störungen der menschlichen Entwicklung, eine Berufung auf ähnliche
Krisen in der Natur z. B. auf die Bildung des Erdballs und seiner Oberfläche
durch allerhand Revolutionen genügen. Dergleichen ist nach der Krifis
von 1857 von hervorragender Seite vorgebracht worden. Es bleibt immer
die Frage, warum zeigt sich gerade diese Art der Störungen in unserer
Zeit mit so besonderer Macht, was sind die Aussichten in Bezug auf Wieder.
kehr derselben in der Zukunft und ist es möglich ihnen durch irgend welche
Reformen in unserer gesellschaftlichen Wirthschaft vorzubeugen? Von allen
Seiten sehen wir zur Zeit diese Fragen aufgeworfen, und eifrig bemühen
sich die verschiedenen wirthschaftlichen Parteien für ihre Parteianfichten und
Parteizwecke Kapital aus den Vorgängen der letzten Jahre zu schlagen.
Nun fehlt es durchaus nicht an vortrefflichen wissenschaftlichen Arbeiten
über Handels= und Absatzkrisen. Die umfassende gründliche Darstellung