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„Zur Attacke Gewehr rechts! Fällt das Gewehr! Marschmarsch, Hurra!“ wurden
den Offizieren bald ebenso geläufig, wie ihre Ausführung den Mannschaften.
In Schlesien betrieb Gneisenan, während der Waffeuruhe zum Generalgonverneur
der Provinz ernannt, mit größtem Eifer die Organisation und
Ausbildung der Landwehr. Auf seinen Vorschlag befahl der König (12. Juli),
die am besten ausgerüsteten und am weitesten in der Ausbildung vorgeschrittenen
Landwehrbataillone und Eskadrons — und zwar 10 Landwehrbrigaden zu 4 Bataillonen
und 28 Eskadrons — mit der Armee Blüchers in Schlesien zu vereinigen,
die bisher bei Krossen stehenden 5 Bataillone dem Corps Bülows bei
Berlin zuzuteilen und die übrigen 23 Bataillone und 12 Eskadrons zur Besetzung
der schlesischen Festungen oder für den Dienst im Innern der Provinz
Schlesien zu verwenden. Die für die Armee Blüchers bestimmten Landwehrtruppen
wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft (22. und 23. Juli) vom General
von Blücher gemustert, welcher darüber aus seinem Hauptquartier Strehlen
an Gneisenau schrieb (24. Juli):
„Gestern habe ich 20 Batallione und 4 Eskadrons von Ihren formierten
Landwehren hier besehen, ich muß gestehen, daß mich ihr zustandt sehr erfreut
hat, gerade bei deren besichtigung kam der Großfürst“ (Konstantin von Rußland),
„er stieg auß, ich ließ ihm ein Pferd geben und ihm die Truppen vorbey
marschieren, und er bezeugte seine verwunderung über ihren guhten zustandt
und ihren anstendigen Marsch. Heute kam nun wider 16 Batallione aller Stercke
um in die beiden Corps in —, morgen werde ich das Kleistsche Corps besehen, mit
dem Vorkschen ist es schon geschehen, die Truppen sind in gutem zustandt“ u. s. w.
Ein andermal schrieb der alte Held an Gneisenau:
„Landwehren Sie man immer druff, ich höre vihll guhts davon; aber wen
die Fehde wider begintt, dann gesellen Sie sich ia wider zu mich, es ist in aller
hinsicht notwendig, daß wihr zusammen sind, vorzüglich aber, daß ich iemand
habe, den ich meinen kumer vertrauen kann und der mich bei den villen krenkungen,
die mich so unverschuldet treffen, ufrichtet."
Auch der König, welcher sein Hauptauartier während der Waffeuruhe in
Peterswaldau, nahe bei Reichenbach am Fuße des Eulengebirges, hatte, inspizierte
seine Truppen, empfing aber nicht überall den Eindruck der Befriedigung.
Es lag in seiner Stimmung zu jener Zeit, welche durch das Unglück im Kriege
und durch den schleppenden Gang der diplomatischen Unterhandlungen mit
OÖsterreich noch mehr verbittert worden war, daß er manches zu düster sah.
Auch war es ihm nicht unbekannt geblieben, daß seine politischen Maßnahmen,
insbesondere der Abschluß des Waffenstillstands von Poischwitz, in der Armee
viel Unzufriedenheit erregt hatten, namentlich bei dem Bülowschen Corps,
welches sich dadurch in der Benutzung seines Sieges bei Luckau verhindert sah.
In der Woche vom 15. bis 23. Juli besichtigte der König die Truppen