Metadata : Das Civil Medizinal Wesen im Königreich Bayern. Erster Band. Die private Medizin. (1)

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den  kann,  und  desshalb,  weil  man  dies  voraussieht,  überhaupt
gar  nicht  begonnen  wird.  Aber  es  bleibt  ein  grober  Fehler,  diese
rein  thatsächliche  Conseguenz  mit  einer  juristischen,  nämlich
durch  die  Grundsätze  des  Staats-  oder  Völkerrechtes  gebotenen
Schranke  zu  verwechseln.  —

Allgemeine  Erwägungen  zeigen  nun  auch,  wie  mir  scheint,
in  völlig  einleuchtender  Weise,  dass  sich  das  positive  Recht  füglich
  auf  keinen  anderen  Standpunkt  stellen  konnte,  als  dass  es
die  Zulässigkeit  des  Strafverfahrens  vom  Aufenthalt  des  Beschuldigten
  unabhängig  machte.  Das  Str.-G.-B.  8  3  proclamirt  zunächst
den  Grundsatz,  dass  die  Strafgesetze  des  Deutschen  Reiches  auf
alle  im  Gebiete  desselben  begangenen  strafbaren  Handlungen  Anwendung
  finden.  Soll  nun  der  Thäter  sich  dem  processualen
Einschreiten  des  Inlandes  von  Rechtswegen  dadurch  entziehen
dürfen,  dass  er  sich  in’s  Ausland  begiebt?  Wer  hier  mit  dem
Einwand  kommt,  dass  die  Strafverfolgung  gerade  desshalb  zulässig
  bleibe,  weil  und  insofern  der  Thäter  in  der  Absicht  sich
ihr  zu  entziehen,  in’s  Ausland  geflüchtet  ist  —  irrt  in  doppelter
Beziehung.  Zunächst  handelt  es  sich  nicht  um  diesen  Fall  allein.
Es  mag  ein  fahrlässiges  Verbrechen  in  Frage  stehen  und  der
Thäter  etwa  gar  keine  Kenntniss  davon  haben,  dass  sein  Verhalten
den  rechtswidrigen  Erfolg  herbeigeführt  hat.  Er  ist  also  in’s
Ausland  gegangen,  nicht  um  sich  der  bereits  eingeleiteten  Strafverfolgung
  zu  entziehen,  sondern  aus  anderen  Gründen,  etwa  um
nach  seinem  Domicil  zurückzukehren.  Sodann  aber  wird  übersehen,
dass  das  Verhalten  des  Beschuldigten,  mag  es  nun  sein,  wie  es
wolle,  nimmermehr  dem  Inland  die  Berechtigung  geben  kann,
in  die  Rechtssphäre  eines  anderen  Staates  überzugreifen.  Dies
zeigt  sich  ja  auch  insofern  sehr  deutlich,  als  gegen  den  Beschuldigten,
  welcher  in’s  Ausland  floh,  um  sich  der  im  Inland  gegen
ihn  eingeleiteten  Strafverfolgung  zu  entziehen,  nimmermehr  im
Ausland  Zwangsmassregeln  vom  Inland  verhängt  werden  dürfen.
Napoleon  I.  hat  freilich  den  Herzog  von  Enghien  auf  badischem