(ufiiner 18
Sonntag, 22. Februar 1818
Bukarest, 25. Febr. Von der oberen Moldau
bis zur beßarabischen Grenze werden furchtbare
Schneestürme gemeldet. Der Eisenbahnverfehr
an vielen Stellen unterbrochen. hl
reiche Bäuser sind eingestürzt. Auch Menschenverluste
sind zu beklagen.
Die neuen Rriegssteuern.
Berlin, 25. Febr.
Ueber die neuen Kriegssteuern macht die
„Nordd. Allg. Z#g.“ nähere Angaben. Nach
#bbren Angaben sind, wie es uns versprochen
worden war, unentbehrliche Lebenemittel von
der Belastung freigegeben. Von Genußmitteln
muß der Tabak in starkem Maße zur Dedung
des Fehlbetrages beitragen; im übrigen wird
durch Postabgaben, Quittungestempel und Ausdehnung
des Frachturkundenstempels in ersier
Linie der Verkehr belastet. Das offiziöse Blatt
veröffentlicht bereits den Entwurf der Kriegsgewinnsteuer.
Neben der Kriegsgewinnsteuer beabsichtigt die
Reichsregierung, dem Reichstag in seiner neuesgten
Tagung eine Reihe von Stempelgesetzentwürfen
vorzulegen, die insgesamt 500 000 C00
Mark einbringen sollen, namlich: 1. Entwurf
eine Gesetzes über Erhöhung der Tabaksabgaben,
2. Enlwurf einee Quitlungostempelgesetzes,
3. Enlwurf eines Gesetzes über eine mit den
Potgebuhren zu erhebende Reichsabgabe, 4.
Entwurf eines Gesetzes, betr. den Frachturkundentempel
und die Auedehnung aufs Slückgüter
Die Steucrvorlagen bezwecken nicht eine Lösung
der Frage nach der Deckung der gesamten
aus dem Briege sich ergebenden Belastung;
diese Aufgabe wird nach Beendigung des Kriezu
leisten sein. Eine weitere direkte Bekeuctung
neben der Kriegsgewinnsteuer scheidet
ulls.
Die Belastung mit Tabalabgaben auf den
Kopf der Bevölkerung betrug im Jahre 1912
in Deutschland 2.78 Mark, in England 6.28
Mark, in Frankreich 7.68 Mark. Eingehende
Verhandlungen mit sachverständigen Vertretern
des Tabakgewerbes haben ergeben, daß
eine CMöhung der Tabakabgaben im gegenwärtigen
Zeitpunkte „für Gewerbe und Verbraucher
erträglich ist. Die Vorlage sieht eine verbältniomähige
niedrige Belastung der billigen
Tabake und eine wesentlich stärkere des Luzuslonsums
vor.
Die Einfũhrung eines Quittungsstempels wird
nicht ohne eine Belastung des Betlehrs abgehen;
denn ein Quittungsstempel ohne Quittungszwang
würde nicht die erforderlichen Erträgnisse
bringen. Zahlungen von geringen Beträgen
und zu bestimmten Zwecken bleiben von der
Steuer befreit. Den Bestrebungen zur Förderung
des bargeldlosen Zahlungsverkehrs trägt
die Vorlage in weitem Umfange Rechnung. Un.
ier anderem soll mit dem Zeitpunkt des -
kraftt# es des Gesetzes der Scheckstempel in
Fortfall kommen.
Eine ansehnliche Einnahmesteigerung ist durch
eine stärkere Heranziehung des Post-, Telegraphen,
und Telephonverkehrs zu erzielen. An
der Aufbringung dieser neuen Einnahmen wird
fat die ganze Bevölkerung teilnehmen. Doch
merden nur leistungsfähige Schultern durch sie
im stärksten Maße belastet. Mit dieser Reichsobgabe
steht die Einführung eines Stempels auf
Frachturkunden von Stückgutsendungen auf Eisenbahnen
und Schiffen im Zusammenhang:
neben der Einführung eines Stückgutstempels
ill eine Erhöhung der bestehenden Frachturlundenstempel
geplant.
Relegslagung des bayer Landkags
Die Geschäftslage.
Vor Eintritt in die Tagesordnung der heutigen
Sigung der Kammer der Abgeordneten entsoann
sich eine Aussprache über die Geschäftslage.
Präsident Dr. v. Orterer schlug vor, den
NRest der Tagesordnung in einer Nachmitiagssinung
zu erledigen. Am Mittwoch der nächsten
Woche solle dann eine Sißung stattfinden, in
der eine heute eingelaufene Interpellation des
Akg. Held (Zir.) über die Familienuntersrützung
der Kriegsteilnehmer behandelt werden
soll, allensalls auch eine Petition des Abg.
Tindler (r.) be#t. Abänderung des Weingesctzes
und eine Reihe von kleineren Etats. In
der vierten Woche des Monats März soll dann
nieder eine Serie von Sitzungen abgehalten
vnerden, in denen der Kultusetat erledigt wird.
Nach einer längeren Debatte wurde den Vorschlägen
des Präsidenten zugestimmt.
Die 55ftpreise, für Kartoffel und
Erster Greensiemr n die uerrellation der
Sozialdemokraten betr. die Erböhung d der Höchstbreise
für Getreide und Kartofseln. Sie lautet:
„Wos gedenkt die Kgl. Staatsregierung zu tun,
um 3. allgemeinen wirtschaftlichen Folgen zu
milderst, die die Erhöhung der Höchstpreise für
etreide und Kartosseln berbeigeführt hat?“
Die Interpellation begründcte in längeren Ausuhrung
der pfälzische Sozialdemokrat Abg.
Loffmann. Er wies auf die große Erregung
rin, die im Volk die letzte Bundesratsverordmung
hervorgerufen habe, die die Höchstpreise
lr Getreide und Kartoffeln erhöhte. Das
schlimmste ist, daß die Regierung aus den Fehlern
1 gelernt hat. Bei einsichtigen Menschen
hler, bei unwernünftigen Regierungen
ater. . (Präsident Dr. v. Orterer: Diese Kritik
ist unzulässig.) Wir bestreiten, daß ein Zwang
für die Erhöhung der Kartoffelpreise vorhanden
war. Die Wirkung der Erhöhung ist unheilvoll
für das Volk und für die Regierung wegen
der Vernichlung ihres Ansehens. Dazu hat die
Bundesratsoerordnung auch noch rückwirkende
Kraft und eine Begründung für deren Notwendigkeit
hat bis jetzt noch keine Regierung
erbracht. Diese Wirkungen haben die schlimmsten
Einflüsse auf die Brotversorgung der
Städte. Das bedauerlichste ist, daß in den
Preiszuschlägen nicht nur eine Entschädigung,
sondern auch eine Erhöhung der Preise steckt.
Das bietet einen starken Anreiz zur Spekulation.
Redner verlangt, daß ab 1. April für
Bayern Höchstpreise für Mehl eingeführt werden,
dami der Wacher damit eingestellt wird.
Wir verlangen von der Staatsregierung, daß
sie alles daran seyt, im Bundesrat einen Beschluzz
herteizuführen, der diese Hochstpreispolilik
wieder annulliert. Es muß festgestellt
werden, daß die Getreide= und Brotverteurer
nicht in Bayern, sondern in Preußen sitzen.
Die Kartoffelpreispolitik ist gerade so unglücklich,
sie hat vor allem den Handel ausgeschaltet
und die Städte wurden deswegen schlecht versorgt.
Wir verlangen auch hier eine Rückgängigmachung
des Beschlusses des Bundesrats und
Wiederherilellung des alten Kreises für Karloffeln.
Auf dem Gebiete der Vollsernährung
hat die KRegierung nicht das getan, was zur
Erhaltung der guten Stimmung notwendig war.
Minister Frhr. v. Soden erklärte: Tatsächlich
bedeuten die Bestimmungen der neuen Bundesratoverordnung
eine Verteuerung des Getreides
für die selbstwirtschaftlichen Kommunalverbände.
Die Abänderung der Höchstpreisverordnung
vom 23. Juli 1915 wäre nach Lage
der Verbältnisse in Bayern nicht nötig gewesen,
weil die Ablieferung der Brotgetreidevorräte
ohne Stodung vor sich ging. Reichsleitung und
Bundesrat hielten aber für Norddeutschland eine
möglichst beschleunigte Ablieferung der gesamten
Brotgetreidevorräte für unerlählich, um der
Verfütlerung vorzubeugen, und wegen der Beschleunigung
des Auedrusches. Zu hoffen ist,
daß die Wirkungen der neuen Verordnung sich
für die Bevölkerung nicht durch eine Erhöhung
der Brolpreise fühlbar machen. Die bayerische
Regierung hat Schritte ergriffen, um die durch
die Atänderung der Höchttpreisbestimmungen
herbeigeführte Unbilligkeit gegenüber den Landwirten,
die frühzeitig ihre Vorräte abgeliefert
halen, nach Tunlichkeit auszugleichen. Eine Erhöhung
der Kartoffelpreise für Verbraucher ist
bisher nicht eingetreten; wie deren Höchstpreise
nach dem 15. März festgesetzt werden, steht
noch nicht sest. Die Entscheidung liegt hier nicht
bei der bayerischen Regierung, sondern beim
Bundeskat. Wenn die Verhälktnisse dazu zwingen
sollien, allgemein eine Erhöhung der Kartofsellöchsipreise
eintreten zu lassen, so darf nicht
übersehen werden, daß auch die Kartoffelpreise
in ihrer bieherigen Festseczung die Friedenspreise
übersteigen, daß vielmehr in weniger
günftigen Erniejahren die Preise mehrfach wesentlich
höher gewesen sind. Man kann also
auch hier nicht mit Grund von einer enstlichen
Gesährdung der Volksernährung sprechen, wenn
gleich nicht zu verkennen ist, daß eine Erhöhmung
bei dem hohen Preisstand anderer Gegenstände
des täglichen Bedarfes unerwünscht ist. Die
Entscheidung darüber liegt aber nicht bei der
banerischen Staatsregierung, sondern beim
Bundeskat. Die bayerische Staatsregierung ist
der Uelerzeugung, daß sie die Interessen Bayerns
schon bisher mit allem Nachdruck vertreten
hat und wird es auch daran auch weiterhin nicht
sehlen lossen.
Diese Erllärungen des Ministers machten auf
das Haus einen starten Eindruck. Schon der
erste Nedner Alg. Schlittenbauer protestierte
scharf gegen die' nun offenkundig gewordene
Uetung, daß die Verhältnisse in Norddeutschland
für das ganze Reich als maßgebend
betrachtet werden und die übrigen Bundesstaaten
sich einfach beugen müßten. Unter den
so liegenden Verhältnissen ist es notwendig, die
erliner Preiswirtschaft näher unter die Lupe
zu nehmen, um zu verhüten, daß Produzenten
und Konsumenten immer mehr hintereinander
gehetzt werden, während die Schuld weder die
einen noch die anderen, sondern einen Dritten
trifft. Menn die Bauern die geringere Schuld
treffe, dann tresse die größere Schuld jene,
welche solche Verordnungen erlassen haben.
Schon längst wäre man diesem Mißstand zu
Leibe gegangen, wenn die Zensur nicht oazwischengereten
wäre. In wirtschaftlichen Dingen
sei aber das Volk reif genug, ohne Zenfur seine
Sache vertreten zu konnen. Wirksam nahm er
die Landwirtschaft in Schutz. die erst durch eine
solche Höchstpreispolitik wie die letzte und durch
den wilden Zwischenhandel zum Spekulieren
formlich erzogen werde. Immerhin stehe aber
Deutschland mit seinen Letbensmittelpreisen in
der ganzen Welt am besten da, und Bayern
am gunstigsten im Reiche. Unser Standpunkt
gipfelt in den drei Forderungen: 1. Die Höchstpreise
müssen von vornherein so gestellt sein,
daß sie den Produktionskosten entsprechen und
eine gewisse Rente garantieren. An diesen Höchstrreisen
musz dann durch die Bank festgehalten
werden; 2. es muß ein natürliches Verhältnis
wischen Brot= und Futtergetreide obwalten;
3. ein Neport ist nicht nur eine Notwendigkeit,
ondern ein Gebot der wirtschaftlichen Errechtigkeit.
Mit Nachdruck sordern wir, ba
der Brot-, Fleisch und Kartoffelfrage
Militär nicht einen Steiat im Staate bildet.
Bisher hat hier noch nitmand den Hebel angesetzt.
Wenn Fleischkarten kommen, müssen sie
so gehalten sein, daß des Bessersituierte keine
größeren Mengen beziehen kann als der Minderbemittelte.
In bezug auf Fleisch ist Bayern
in den letzten vier Wochen sozusagen das Reservoir
für ganz Deutschland gewesen. Vor dem
Krieg hat man uns aber als die wirtschaftlich
Zurüdgebliebenen angesehen. an muß sie
auch mwundern, daß auf unsere Wünsche in
Norddeutschland so wenig Rücksicht genommen
wird. Ich erinnere nur on die Frage der Braukontingente,
mo man jesen sch Bayerns
rücksichtelos an die Wond gedrückt hat, während
man 45 000 Tonnen Brotgetreide den
norddeutschen Brennern überwies. In dieser
ungleichmäßigen Behandlung zwischen Nord und
Süd müssen wir einen Affront gegen uns er-Hlilken
Atg. Meußdoerffer (lib.) hätte gewünscht,
daß der Vorredner die partikularistischen Gegensätze
zwischen Süd und Nord nicht so sehr hervorgehoben
hätte, stimmt im übrigen aber den
sachverständigen Ausführungen Dr. Schlittenbauers
Die Besprechung der Interpellation füllte
auch die ganze Nachmittagssitzung noch aus,
ohne daß indessen wesentlich nene Gesichtspunkte
noch hervorgetreten wären. . Hoffmann
(Soz.) bemerkt, daß er nicht eil ganzen Landwirtschaft
einen Vorwurf gemacht und daß er
die Halkung der bayerischen Landwirtschaft anerkannt
hate. Seine Vorwürse hätten sich gegen
den Norden gerichtet.
dol J Fersenluscrchlen.
München. 25. Febr. Der König hat den
Geheimen Baurat, Generaldirektor der Maschinenfakrik
Augsburg-Nürnberg, Dr. Anton
v. Rieppel in Nürnberg, zum lebenslänglichen
Reichsrat der Krone Bayern ernannt.
Generaldirektor Dr. Anton v. Rieppel, Kgl.
Geheimer Baurat, Vorstand der Maschinenfabrik
Augsburg-Nürnberg in Nürnberg, hat
sich um die bayerische Industrie hervorragende
Verdienste erworben.
Küncheuer Neuisgket#en.
münchen. 25. Febr. Am 14. Febr., früh
6 Uhr, gab vor einem Fabrikanwesen an der
Elsenheimerstraße der 19 Jahre alte Verzinker
Joseph Lechner aus Rache auf den vierzig
Jahre- alten Verzinker Wilhelm Neff drei Schusse
aus einem Revolver ab und verletzte ihn erheblich.
Lechner sloh nach der Tat und war seitdem
verschwunden. Am Donnerstag wurde er
in dem Walde bei Gräfelfing tot aufgefunden.
Er hatte sich erschossen.
Boyerlsche Nachrichten.
Erding, 25. Febr. In Täufstetten brach im
Jallschen Anwesen, dessen Besitzer zurzeit im
Felde steht, Großfeuer aus, das in kurzer
Zeit das ganze Anwesen zerstörte. Die Fran
des Brandleiders, die erst vor kurzem einen
Fuß brach, konnte im letzten Augenblick aus
dem brennenden Hause gerettet werden. Der
Brand wurde von dem 10 Jahre alten Pflegesohn
gelegt. Der Abgebrannte ist nur schlecht
versichert.
AUugsburg, 25. Febr. Gestern Abend gerie
ten zwei von der Schule kommende kleine Mädchen
zwischen eine Mauer und einen Fäkalienabfuhrwagen,
der infolge der Glätte des Bodens
gegen die Mauer gerutscht war. Der neunjährigen
Franziska Weiß wurde der Kopf vollständig
zerquetscht, sodaß der Tod sosort eintrat.
:
Brannenburg, 25. Febr. Die Wendelstieinbahn
ist, nachdem sie einige Zeit nur bis zur
Mitteralm verkehren konnte, seit Mittwoch wieder
frei und bis zum Hotel in Betrieb. Nach
starken Schneestürmen, die ein interessantes Naturschauspiel
boten, ist der Wendelstein jetzt
in eine brächtige Winterlandschaft gebettet. Der
Weg zur Spitze usw. ist schneefrei.
Kiefersfelden, 25. Febr. Im Dienst todlich
vom Schlage getroffen wurde am Mittwoch
nachmittag der biesige Stationsdiener Jalob
Deitl. Er war eben im Begriff, einen Wagen
zu übersteigen, und stieg hiebei in das Brems.
häuschen. Als der Beamte beim Nahen des
Zuges den Stationsdiener nicht auf seinem Posten
bemerkte, ließz er nach ihm schauen. Hie
bei sand man Deidl im Bremshäuechen üißend
lewußtlos auf. Der sofort erschienene Arzt Dr.
Ziegler slellte einen schueren Schlaganfall mil
einseiliger Körperlähmung sest und gab alle
Hoffnung auf eine Rettung auf. Am gleichen
Abend i iß Deibl gestorben.
Bolzkirchen, 25. Febr. Bei einer Gelände
übung fanden Soldaten eines Münchener In-—
fanterie-Ersatzbataillons zwischen Hüttenkirchen
und Hohendilching im Mangfsallgebiet eine ftark
in Verwesung übergegangene männliche Leiche.
Sie wurde als die des 82 Jahre alien Privatiers
May aus Holzkirchen erkannt, der seit
September vorigen Jahres abgängig ist.
Sauerlach, 25. Febr. Beim Aufarbeiten
von Windm ürsen wurde der imohiesigen Forste
beschäftigte ledige Gütler Johann Essendorfer
von einem Stamm derart schwer am en
verletzt, daß er rom getragen werden
mußte. Er wurde nach München in die Klinik
verbracht, wo er hoffnungslos darniederliegl.
Wafsserburg, 25. Febr. Bei der Herauenahme
eines Baumstockes bei Pflegham in der
Nähe von Gabersee wurden von einem Pfle
ger 80 Kronentaler in einem halbvermoderten
Säckchen in der Erde gefunden. Die Münzen
stammen aus der Zeit von 1715 1750.
Bad Reichenhall, 25. Febr. Die vierköpfi.
ge Familie des Musikalien= und Schreibwa
renhändlers Franz Lungershausen ist am ver
gangenen Dienstag mittags nach dem Genuß
zubereiteter getrockneter Pilze schwer erkran?.
Die Frau wußte mit den Sterbesakramenten
versehen werden. Da ärztliche Gegenmaßnabmen
eiligst Anwendung fanden, konnte eine
Wendung des Befindens zur Besserung erzien
werden.
Reit i. W., 25. Febr. In der gegenwärtige
Zeit des schrecklichsten Aderlasses, der ein Vorl
zu treffen vermag, wo man täglich bis zu einennt
Dutzend Kriegertodesfälle aus seinem Heimatbezirle
lesen kann, lerm man so recht wieder
schägen den Wert kinderreicher Familien. Ze
der halbwegs Einsichtige denkt mit banger Vklemmung
darüber nach, wer denn nach deim
Kriege an Stelle der zahllosen Toten oder Krun
pel oder doch in ihrer Gesundheit gebrochene!#
Mänmmer für das Gemeinwohl arbeiten und die
zu den bihherigen noch hinzutretenden neuer-Lasten
von ungcahnier Höhe tragen soll. Je#
der wahre Volksfreund freut sich daher hei:
lich bei der Kunde von der Ankunft eines neuern
Weltbürgers. Dieses Glück war jüngst wieder
beschieden dem Herrn Andreas Sachendacher.
Sattlermeister in Reit i. W. Nachdem vor ein
paar Jahren durch den Tod eines braven Mäd
chens eine Lücke in die Dutzendzahl seiner Kirder
gerissen, schloß sich jüngst diese Lücke wieder
durch die Geburt eines kräftigen Knaben. Her:
liche Teilnahme an diesem freudigen Ereig.
nisse bekundeten die Kameraden des seit August
1914 im Felde stehenden Vaters, Unterofft
zier in der 1. Komp., 6. Arm.-Bat., 8. baper.
es. Div. Die Unteroffiziere seiner Kompagnie
übernahmen die Patenschaft und sammelten einen
ansjehnlichen Betrag als Patengeschenk zur
Anlage in einer Sparkasse bis zur Volljährigkeit
des Kindes. Damit diese Patenschaft auch
äußerlich sichtbar in die Erscheinung trete, ward
eigeno Sachenbachers bester Kamerad, Unteroffizier
Hans Häringer, sonst K. Förster in Rei:
i. W., zur Tause in die Heimat beurlaubt; seit
Begim des Krieges standen die beiden gemeinsam
im naämlichen Truppenteil unter den Wafsfen.
Moge der kleine Rudolf, benannt nach dem
Kompagnie-Feldwebel, wachsen und gedeihen zur
Ehre des Vaterlandes und der Kriegspaten?!
Oelssammeistelle des Nolen RKrenzes
Nathaus, Zimmer Nr. 16.
Die dreihunderisie Kiste mit Liebes.
Auch in den letzten zwei Monaten des neuen
Jahres nuurden uns wieder Geldgeschenle und
Liebeogaben für unsere Soldatenpakete an die
From von gutherzig gesinnten Rosenheimern
ubergeben. Auf diese Weise war cs moglich.
wieder nach und nach Einzelsvalele mit dem von
den Soldaten so sehr gewünschten Inhalt zu
sammenuflellen. Infolgedessen konnen in dieser
Woche 50 Stuüt solcher „Nosenheimer Liebes
gabenpackerln“ in Sädchen verpackt, Wert à
Mark. als dreihundertste Kifste abgehen. Daß
diese Kisie beim Auspacden unseren Soldaten
große Freude dereiten wird. dessen sind mir
sicher. Beweist sie doch nrit ihrem schönen Inhalt
den Dank der Rosenheimer, den wir un
leren lapferen Truppen so sehr schuldig sind.
Unsere Vorräte sind nunmehr wieder ausge
lraucht, und möchten wir deshalb um weitere
Liebesgaben bitten. uie Socken, Handtücher.
Taschentucher. Einlegesohlen, Bursten. Hosen
träger. Messer, Briefpapier, Bleistift, Noliz
lücher, Mundharmonika, Spielkarten, Lesestot.
kleine Spiele, Schotolade, Zucker, getrodneier.
O#n, Erfrischungsbonborts, Suppenwürfel; jede
auch die kleinste Gabe wird dankbarst entgegen.
genommen.
ger.
Lichispiele Helios. Im Hotel „Deu:
scher Kaiser“ gelangt Samstag und Sonnia:
das große Filmmeisterwerk in 3 Akten „Der
Eremi“ zur Vorführung. Dieses große Zugstuck
aller deutschen Lichtspieltheater it mit herr
lichen Musikeinlagen, die ganz der Handlung
angepaßt sind, ausgestattet. Der musikalische
Teil wird vom hiesigen Kunftler- Trio ausge
fuhrt. Erstllassige Nebennummern und der
neueste Kriegswochenbericht sind dem Programnc
beigegeben.
Wetterbericht für Sonmtag, den 27. Februar:
Mild, stellenweise Niederschläge.