4. Erhebung Preußens zur Großmacht durch Friedrich den Großen. 137
Rindvieh und Pferde kaum noch zu finden, und dennoch lagen mit Bewilligung
des Kaisers gegen 100000 Franzosen bei deutschen Bauern und Bürgern
im Quartier.
Die letzten Kriegsjahre; 1761—1763.
Den Winter 1760/61 verlebte Friedrich in Leipzig, wo er auch Gellert
kennen lernte. In dem neuen Feldzuge sollte Ferdinand von Braunschweig
wie bisher die Franzosen in Schach halten, Prinz Heinrich Sachsen gegen
Daun und das Reichsheer verteidigen; Friedrich eilte wieder nach Schlesien,
um eine Vereinigung der Russen mit den Osterreichern unter Loudon zu verhüten.
Als sie doch zustande kam, bezog er 1761 bei Bunzelwitz unweit
Schweidnitz ein festes Lager,
in welchem er drei Wochen
lang dem weit überlegenen
Feinde Trotz bot. Seine ganze
Armce brachte jede Nacht unter
dem Gewehre zu. Als daun
Mangel an Nahrungsmitteln
die Russen zum Abzuge zwang,
bedrohte London Schweidnitz;
um ihn von dieser Festuung.13
abzuziehen, verließ Friedrih #
sein Lager. Aber London folgt.
ihm nicht, sondern nahm dass.
mangelhaft befestigte und.
schlecht verteidigte Schweidnitz
mit Sturm. Bald nachher fiel
Kolberg in die Hände der
Russen; diese bezogen nun in
Hinterpommern, die Osterreicher
in Schlesien Winterquartiere.
So ungünstig hatte
für Friedrich noch kein Jahr geendet; außer der Hälfte Sachsens war nun
auch ein Teil von Pommern und von Schlesien verloren, dazu war Pitt aus
dem Ministerium entlassen worden, und Georg III. hatte den Vertrag mit
Friedrich gekündigt, so daß seitdem die englischen Hilfsgelder ausblieben.
Fast wärc der König durch Verrat des schlesischen Barons von Warkotsch, der
dem König manche Wohlthaten verdankte, in die Hände der Osterreicher gefallen. Er
hatte sein Hauptquartier in Woiselwitz bei Strehlen, nur wenige Mann seiner Leibwache
waren bei ihm. Das teilte der benachbarte Gutsbesitzer von Warkotsch durch
Vermittelung eines katholischen Pfarrers einem in der Nähe stehenden Kroatenhauptmann
mit. Schon war die Nacht für den Uberfall bestimmt; aber der Jäger des
Barons, der den Briefwechsel vermittelte, schöpfte Verdacht und brachte den letzten
Brief dem lutherischen Ortspfarrer, der ihn damit zum Könige sandte. Dadurch
wurde der König gerettet. Warkotsch flüchtete nach Wien, wo er von einem Gnaden-Hechait
Maria Theresias lebte; sein Jäger erhielt von Friedrich eine einträgliche
örstorsielle. .
Trotz aller Gefahr und Bedrängnis verlor der König den Mut nicht. „Läßt