daß ihm die Dinge vonstatten gingen, fing er an, Geschmack
an den Geschäften zu finden und sie zu seinen
Vergnügungen zu rechnen. Mit der Geschichte, über:
haupt mit der Literatur befaßte er sich nicht viel; aber
von der Selbstregierung und von der Applikation zu
den Geschäften hatte er einen Begriff, der ungeheuer
war. Seine Minister haderten beständig miteinander,
und die ganze Gesellschaft spaltete sich in zwei Parteien,
die der Letelliers und Colberts. Der König sah
dabei nur immer darauf, daß er selbst das Übergewicht
behielt, und verteilte sein Vertrauen gleichmäßig auf
alle. Was sein Verhältnis zur Maintenon betrifft, so
war dasselbe vielleicht nicht unmoralisch. Seine Devise
war: „Mein Ruhm und das Wohl Frankreichs.‘ Darin
liegt zwar etwas Egoistisches; aber Ludwig XIV. war
doch ein großer Mensch.
ACHTZEHNTER VORTRAG
ir wollen nunmehr die Entstehung, das gegen-\
\ seitige Verhältnis und die politische Eigentümlichkeit
auch der übrigen großen Mächte
betrachten, deren Bildung in die zweite Hälfte des 17.
und in die ersten drei Vierteile des 18. Jahrhunderts fällt.
Die Tendenz dieser Epoche ist eine sehr bestimmte, sie
unterscheidet sich von den früheren durch eine militärischmonarchische
Richtung.
An Ludwigs XIV. System schloß sich die Entwick>
lung der übrigen Großmächte an. Die erste, die im Wis
derstreit mit Ludwigs prätendierter Universalmonarchie
zu einem festen Bestande kam, war England. Und zwar
geschah dies dort von einem dem französischen entgegengesetzten
Standpunkte aus. Der französische war der der
ı) Vom 13. Oktober 1854 morgens.
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