Full text : Der Krieg gegen Frankreich und die Einigung Deutschlands.

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Schlachten  ist  es  trotz  aller  Sorgfalt  der  Vorbereltungen  nie  möglich,  gleich  allen  Hilfe  zu  bringen;  die  Verbandplähe,
  die  hinter  der  Gefechtslinie,  manchmal  noch  im  Bereiche  der  Geschosse  aufgeschlagen  werden,  vermögen  nur  die
ersten  Verletzten  eilig  zu  besorgen.  Krankenträger  folgen  den  Kämpfenden  und  bringen  die  noch  lebenden  Verwundeten
zurück;  die  noch  die  Beine  gebrauchen  können,  suchen  selber  zum  Verbandplatz  zu  gelangen.  Bereit  gehaltene  Wagen
schaffen  die  Verbundenen
  in  die  nächsten
Ortschaften.  Bald
ist  es  unmöglich,
alle  Verwundeten
zurückzuholen;  man
sucht  sie  nach  dem
Kampfe  zusammen.  Sämt-1

  E  *  liche  Behaufungen  sind  vollgestopft,  ein  Leib  dicht  neben
Z  “*  demn  andern,  und  die  später  Gebrachten  werden  niedergelegt,  wo
3  4zu.  eben  Platz  ist.  Kirchen  und  Schulhäuser  sind  die  ersten  Stätten  des  Grausens;

  tobt  noch  der  Kampf,  dann  ist  selbst  diese  Zufluchtsstätte  nicht  sicher.

In  Fröschweiler  geriet  die  mit  französischen  Verwundeten  gefüllte  Kirche  in  Brand,  und  nur  verzweifelter  Anstrengung
  der  wacker  zugreifenden  Deutschen  gelang  es,  die  (  —  «
meisten  Unglücklichen  herauszuschaffen,  ehe  EIIII
Dach  und  Turm  zusammen-  4  1
stürzten.  Auf  diesen  ersten  der  -
Grenze  nahe  liegenden  Schlachtfeldern
  trat  rasch  deutsche  Liebesthätigkeit
  ein,  doch  so  mancher
  Verwundete  wurde  erst
nach  Tagen  gefunden  oder  ging
elend  verlassen  zu  Grunde.  Ein
Elück,  daß  auch  hier  die  Natur
hilft;  schnell  nahen  dem  Erschöpften
  Schlaf  oder  betäubende
Ermattung,  und  wenn  der
Schleier  der  Nacht  die  blutigen
Felder  umhüllt,  dann  wird  es
au  ihnen  still,  nur  hin  und  wieder  ächzt  unerträglicher
  Schmerz  auf.

Die  Toten  werden  möglichst  schnell  begraben  und  finden
in  großen  Gruben  ihre  letzte  Stätte.  Bei  Wörth  dauerte  die  Soldatenbegrãbnis.
traurige  Arbeit  mehrere  Tage  lang,  und  bie  widerwilligen  Bewohner  mußten  dazu  aufgeboten  werden.  Die  Wärme
führte  rasch  die  Verwesung  herbei;  bald  sahen  auch  die  Leichen  der  Deutschen  so  schwarz  aus  wie  die  der  Turkoneger.
Für  Feierlichkeiten  war  keine  Zeit;  ohne  Wahl,  ob  Franzose  oder  Deutscher,  füllten  sich  die  Gräber  mit  den  hinabgewälzten
  Toten.  Gräßlich  sind  die  Kadaver  der  Pferde;  auf  dem  Rücken  liegend,  die  starren  Beine  hochgestreckt,
schwellen  sie  bald  furchtbar  auf.

Auch  nachdem  Tote  und  Verwundete  geborgen  sind,  sieht  ein  Schlachtfeld  traurig  aus.  Die  Baumstämme

tragen  die  Spuren  der  Geschofse,  Trümmer  von  Geschütz  und  Wagen  stehen  auf  dem  zerwühlten  *-  zerbrochene
Lindner,  Der  Krieg  gegen  Frankreich.