Volltext : Aberglaube, Sitte und Brauch im sächsischen Erzgebirge.

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So  möge  er  sich  bald  besinnen,  ob  er  einen  Mangel  daran  findet.

Gefällt  er  ihm  aber,  wie  er  stehet  da,

So  kann  er  mir  die  Antwort  geben  und  kann  sagen:  Ja.

Nun,  gottlob!  ich  höre,  daß  der  Bauherr  spricht:

Das  alles  ist  wohl  eingericht't!

So  will  ich  an  den  Strauß  jetzt  greifen,

Daß  er  ist  aufgesteckt  zu  einem  Zeichen,

Damit,  daß  jedermann  kann  sehen,

Daß  unserm  Bauherrn  zu  Willen  ist  geschehen.

Nun  sollen  die  Handwerksleute  haben  guten  Mut,

Weil  dem  Bauherrn  das  neue  Gebäude  gefallen  tut.

Denn  kein'  Fleiß  noch  Müh'  haben  wir  gespart,

Mit  Mauern,  Ankern,  Balken,  Riegeln  und  Bändern

Den  Bau  gar  wohl  verwahrt.

Doch  will  ich  so  genau  nicht  rühmen

Und  einen  jeden  reden  lassen;

Denn  wenn  man  baut  an  Straßen  und  Gassen,

Muß  man  auch  einen  jeden  reden  und  tadeln  lassen.

Das  Tadeln  aber  stehe  keinem  andern  an

Als  dem,  der.  es  besser  machen  kann.

Hätten  wir  die  Weisheit  Salomon

Und  Gottes  Huld  wie  Aaron

Und  dazu  aller  Künste  Witz,

So  könnten  wir  bauen  auf  eine  Nadelspitz.

So  aber  weil  man  das  nicht  kann  „haam“,

Müssen  wir  bauen  auf  Mauern  und  einen  eb'nen  Plan.

So  weil  wir  nun  durch  Gottes  Stärk'

Haben  vollendet  dieses  Werk,

So  will  ich  auf  Glück,  Heil,  Segen  und  ein  langes  Leben

Unserm,  meinem  hoch=  und  wertgeschätzten  Bauherrn  bringen  einen  Trunk,

Nicht  mit  dem  Mund,  sondern  auch  von  Herzensgrund.

Das  Wohlsein  des  wohlweisen  Stadtrats  allhier!

Das  Wohlsein  unseres  hoch=  und  wertgeschätzten  Bauherrn!

Das  Wohlsein  unfrer  hoch=  und  wertgeschätzten  Baufrau!

Das  Wohlsein  seiner  Familie!

Das  Wohlsein  seiner  und  ihrer  Eltern,  Geschwister  und  Verwandten!

Das  Wohlsein  der  ganzen  Bürgerschaft  hier!

Das  Wohlsein  sämtlicher  Baumeister  allhier!

Das  Wohlsein  der  Zeichner,  Polierer  und  aller,  die  an  diesem  Bau
gearbeitet  haben!

Das  Wohlsein  von  hoch  und  niedrig,  groß  und  klein!

Das  Wohlsein  aller,  wie  sie  hier  versammelt  sein!

(Nach  dem  Ausbringen  eines  jeden  Wohlseins  trank  der  Sprecher,
wobei  die  Musik  einen  Tusch  brachteh).

Nun  habe  ich  wohl  ausgetrunken,
Ich  sehe  aber  niemand,  der  mir  will  wieder  einschenken,