298 II. Abt. 8. 28. Senerpoligei.
6. Brand im Dadhituhl.
Bei einem Dachbrand ift foviel- al3 möglich) das Herausftoßen
der Dachziegel zu vermeiden, damit fein Zuftzug enttteht.
Der Wafjerjtrahl ift bejonder3 auf die Dach - Stübund
Berbindungspunfte, Sparten, Dadjituhlfäulen, Spannriegel
2c. zu richten. Die brennenden Materialien und die Dad)-verjchläge
find jofort zu entfernen.
Kt der Speicherboden jchon jo angegriffen, daß man Gefahr
läuft, durchzubrechen, jo follen die Löfchenden einige
Sparren abnehmen, fie quer über den Boden legen und dadurch
eine Brüde bilden, auf welcher der Schlauchführer fich
ficher fortbewegen Tann.
Schorniteine, welche nr den Brand ihrer Stübpunfte
beraubt wurden, werden, um ihren Einfturz zu vermeiden, am
beiten eingeriljen und zwar entweder in der Art, daß man fie
nit Feuerhafen an ihrem oberen Ende faßt, fie in fchwingende
Bewegung jest und am Ende umwirft, oder dDadurd), daß man
an ihrer Seite einige Steine herausbricht, damit fie zujammenjtürzen.
Beim Einreigen it die größte Vorficht und vorhergängige
Warnung der Untenftehenden nöthig.
Bom Feuer bedrohte Nachbargiebel find fortwährend zu
beiprigen, Dachrinnen find Joviel al8 möglich zu erhalten, da
tie im Nothfall ein Communifationsmittel nach den Nachbargebänden
gewähren.
Aeupern die Sprigen nicht in Bälde eine fichtbare Wirfung,
jo ift zum Einreißen de3 Dacjftuhls durd) erfahrene
Ycuhandiverfer zu fchreiten.
7. Brand von Strohdädern.
Um Strohdäcer bei Gelegenheit eine Brandes vor dem
Anbrennen zu Shügen, namentlich vor dem Slugfeuer, find auf
beiden Seiten des Daches Bojten aufzuftellen, welche wo miöglih
mit Handjprigen oder Löfchpatichen zu verjehen find.
Die Miftjauche ift zum Begießen von Strohdäcdhern geeigneter
al3 Wafler, weil fie weniger fchnell verdampft.
Brennt ein Strobdah in höherem Brade, fo entferne
man fich fchnell von demfelben, weil dag euer dann in der
fürzeften Zeit nicht nur das ganze Dach, fondern auch dag
Haus erfaßt haben wird.
Auf Rettung und Wegtreibung des Biehes ijt da, wo