208 Land und Natur.
und Vertorfung. Gemäß der Gebirgsart der Alb, des Jurakalks mit
seiner endlosen Zerklüftung, treten nur selten auf den von Trockenthälern
und Erdfällen vielfach durchfurchten Hochflächen Quellen zu Tag; Regen oder
Schneeschmelze versinkt und versickert sofort, um aus unterirdischen Höhlen
am Fuße der Alb in teichähnlichen prachtvollen Quelltöpfen als Flüßchen
wieder zum Vorschein zu kommen und besonders an der Südseite des Gebirges
krystallhelle Wasserfülle der Donau zuzuführen.
Seit zwei Jahrzehnten ist durch die in großartiger Weise auf Gemeindekosten
mit Staatsunterstützung ins Werk gesetzte Albwasserversorgung
für viele Gemeinden der Alb, die bis dahin ihr Wasser
nur aus den von Regenwasser gespeisten „Hülen“ bezogen, Abhilfe geschafft.
Durch Druckwerke wird jetzt von dem Quellwasser der Albthäler solches in
Menge auf die Höhen gehoben.
Das südliche Oberschwaben, das jüngste Land Württembergs, meist
aus Gletscherschutt zusammengehäuft, hat diese seine Entstehung noch lange
nicht verwunden, ist noch durchsprengt mit Mooren, Moorseen und anderen
Seen, neben größtem Quellenreichthum. Auch ein Theil der höchsten
Grinden unseres Schwarzwaldes ist vertorft und versumpft, umschließt
finstere Hochmoorseen, die „wilden Seen“ (mehr als 900 m fl. d. M.)
und nährt viel rüstige Quellen. Zudem sind beide Gebiete die regen= und
schneereichsten des Landes.
Weitere Ausführungen, sowie Tabellen über Flußgebiete und
Flußgefälle finden sich unten im Abschnitt „Flüsse und Bäche mit
ihren Thälern, Seen 2c.“
IV. Klima.
Im Jahre 1823 erließ die Centralstelle des landwirthschaftlichen Vereins
in ihrem Correspondenzblatt eine Aufforderung zur planmäßigen Anstellung von
Witterungsbeobachtungen, wobei sie für Vergleichung und Prüfung der Instrumente
und für Verarbeitung der Beobachtungen zu einem Ganzen zu sorgen versprach,
auch die Lieferung der gedruckten Beobachtungsformulare zusagte. Der Plan für
die Anstellung der Beobachtungen wurde von Professor Schübler in Tübingen
(geboren zu Heilbronn 1787, gestorben zu Tübingen 1834) und Professor Plieninger
(geboren 1795, gestorben 1879 zu Stuttgart) entworfen, welch letzterer zugleich
von 1825 bis 1854 die täglichen Witterungsbeobachtungen in Stuttgart
besorgte.
Die Veröffentlichung der Resultate erfolgte bis 1834 durch Schübler, nach
dessen Tode durch Plieninger in dem Correspondenzblatt für die Landwirthschaft;
1844 erschien noch eine 20 jährige Zusammenstellung für 1825/44. 1845 gieng die
Veröffentlichung der Resultate an den Verein für vaterländische Naturkunde
über, in dessen Jahresheften die einzelnen Jahresberichte erschienen, und zuletzt noch
die Ergebnisse 30 jähriger Beobachtungen von 1825 bis 1854.