Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1880. (64)

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überhaupt  die  für  seinen  künftigen  Beruf  erforderliche  allgemeine  rechts-  und
staatswissenschaftliche  Bildung  erworben  habe.

88.
Dem  zugelassenen  Rechtskandidaten  ist  eine  wissenschaftliche  Aufgabe  zur
schriftlichen  Bearbeitung  vom  Vorsitzenden  der  Prüfungskommission  zu  übergeben.
Der  Rechtskandidat  kann  wählen,  ob  die  Aufgabe  dem  gemeinen  Cibvilrecht,
dem  deutschen  Privatrecht,  dem  Handelsrecht,  dem  Kirchenrecht,  dem  Civilprozeßrecht
  oder  dem  Strafrecht  angehören  solle.

§  9.

Für  die  schriftliche  Bearbeitung  der  gestellten  Aufgabe  ist  eine  sechswöchige
Frist  zu  gewähren,  welche  aus  erheblichen  Gründen  vom  Vorsitzenden  der
Prüfungskommission  bis  zu  zwei  Monaten  erstreckt  werden  kann.

Am  Schlusse  der  Arbeit  hat  der  Rechtskandidat  zu  bezengen,  daß  er  dieselbe
  selbständig  angefertigt  habe.

8  10.

Nachdem  die  schriftliche  Arbeit  von  den  Mitgliedern  der  Prüfungskommission
  begutachtet  worden  ist,  wird  der  Rechtskandidat  zur  mündlichen
Prüfung  vorgeladen.

Die  mündliche  Prüfung  ist  nicht  öffentlich.

§  11.

Zu  einem  Prüfungstermine  können  mehrere,  jedoch  nicht  über  sechs,
Rechtskandidaten  geladen  werden.

8  12.

Die  Frage,  ob  die  Prüfung  bestanden  sei  oder  nicht,  wird  durch  Stimmenmehrheit
  und  zwar  nach  dem  Gesammtergebnisse  der  schriftlichen  und  mündlichen
  Prüfung  entschieden.

In  dazu  geeigneten  Fällen  bleibt  der  Prüfungskommission  unbenommen,
den  Zensurgrad  „sehr  gut  bestanden“  zu  ertheilen.

8  13.

Die  Prüfungskommission  hat  nach  beendigter  Prüfung  zu  den  Akten  zu
bemerken:  die  Aufgabe  für  die  schriftliche  Arbeit  und  das  Ergebniß  der  Begut—
achtung  der  letzteren,  die  Gegenstände  der  mündlichen  Prüfung,  das  Gesammtergebniß
  der  Prüfung.