4 —
Umstand, dass Albrecht von Mainz im Namen aller anwesenden
Fürsten den Nuntius bat, seine Rede im Druck erscheinen
zu lassen.?)
Im selben Geleite, wie er gekommen, verliess Chieregatı
den Saal und begab sich zurück in seine Wohnung.
In der Nachmittagssitzung trat als Wortführer der ungarischen
Gesandtschaft der Bischof Ladislaus von Syrmien
auf.) Schildert er auch die Not und das Elend seines
Vaterlandes noch beweglicher und ausführlicher als der
Nuntius, so teilt er doch nichts wesentlich Neues mit, abgesehen
davon, dass er besonders darauf hinweist, dass König
Ludwig durch die Hinterlist und Verräterei seines Volkes
in eine so bedrängte Lage geraten sei. Er schliesst mit
dem Wunsche, es möchte den deutschen Fürsten gelingen,
innere wie äussere Feinde zu überwinden.
Besonders lebendig und eindringlich schilderte hierauf
noch der Graf Bernhard von Frangipan als Vertreter der
Kroaten die Ohnmacht dem Türken gegenüber; seine Landsleute
würden durch ihre vollständige Mittellosigkeit schon
1) Chiereg. am 28. Nov. (8. o.). — Die Rede wurde sowohl lateinisch
als auch ins deutsche übers. gedr. (vgl. Höfler, 1. c. S. 269 £.)
und dem König Ludwig von Ungarn zugeeignet. In der kgl. Bibliothek
zu Dresd. (Hist. eccl. E. 245, 22 und 24) fand ich zwei Exemplare
der deutschen Übersetzung, das eine enger gedr. (nur 6!/, Seiten),
das andre 9 Seiten. Die Überschrift lautet: Franciscus Cheregattus
erwelter zü Aprutin ein fürst von Teram vnd pabstlicher rhedner
dem erleuchten herrn Ludwigen Künig zü Hungern vnd Beham etc.
— Ranke scheint diese Rede nicht gekannt zu haben. — Höfler 1. c.
S. 271 teilt mit, dass sich im Wiener Staatsarch. ein Druck dieser
Rede befände, versehen mit höhnenden Anmerkungen, die „den Ürheber
nur zu leicht erkennen“ liessen; den Namen „Luther“ wagt er
aber doch nicht zu nennen.
2) J. May, Albrecht II. v. Mainz (München 1865) I. S. 489 bringt
einen Auszug der Rede. (Dies Werk setzt sich überhaupt zum grössten
Teil aus Auszügen zusammen.) — Eine Abschrift der (latein.) Rede
des ungar. Gesandten ist im 38. Bd. der Reichstagsakten des Frankfurter
Archivs fol. 2—4 zu finden. — Dass der ungar. Redner ein
Franziskaner Franz Josephit gewesen, weiss nur der Verf. eines Aufsatzes
im Katholik (Neue Folge. Bd. 6. S. 385) über A. v. Mainz.