Handels-U-Boote
Die enorme Knappheit und Teuerung von Kautschuk,
Nickel und einigen anderen Stoffen, von denen für Kriegszwecke
an sich nicht sehr erhebliche Mengen, diese aber
unbedingt erforderlich waren, veranlaßten mich, bei der
Marine Erkundigungen darüber einzuziehen, ob nicht
U-Boote für die Heranführung dieser Stoffe verwendet
werden könnten. Ich dachte zunächst an eine Übernahme
der Materialien von neutralen Schiffen auf hoher See.
Dieser \Weg erwies sich technisch und auch in Rücksicht
auf die mit allen Mitteln arbeitende englische Überwachung
als nicht gangbar. Der vergrößerte Aktionsradius unserer
U-Boote, der sich in Fahrten durch die Straße von
Gibraltar nach Konstantinopel so glänzend bewährt hatte,
ließ mich die Frage aufwerfen, ob nicht ein Anlaufen
amerikanischer Häfen, in denen Kautschuk und Nickel
bereitgestellt werden konnten, durch U-Boote, die ad hoc
zu desarmieren gewesen wären, sich ermöglichen lassen
würde. Auch dieser Gedanke stieß auf Schwierigkeiten;
einmal war nicht mit Sicherheit vorauszusehen, ob die
Vereinigten Staaten ursprünglich als Kriegsfahrzeuge
gebaute U-Boote als Handelsschiffe anerkennen und
behandeln würden; vor allem aber erklärte Herr von Tirpitz,
von den großen und leistungsfähigen U-Booten keines
entbehren zu können. Es blieb also nur übrig, U-Boote
von vornherein als Handelsschiffe zu bauen.
Meine Gedanken begegneten sich mit denen des Bremer
Großkaufmanns Lohmann, der mich Anfang September 1915
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