Uummer 266
Die Keiegslage.
LEEIIIIEIIIIIDTI
(18. November, vormittags. Amtlich.
Westlicher Krieguses ·
DieEnglåndervetfuchtengesternfküheinen
Handstreich gegen unsere Stellungen an der
Straße Messimes-Armentieres. Sie wurden abgewiesen.
In den Argomen wurde die Absicht einer
französischen Sprengung erkannt. Der betref.
sende Graben wurde geräumt.
Oestlicher Kriegsschauplanz.
Die Lage ist im allgemeinen unverändert.
Balk#o#-Kriegsschauplatz.
Die verbündeten Armee haben in der Verfolgung
die allgemeine Linie Javor — pörlich
Naska-Kursumlija-Radan-Oruglica erreicht.
Unsere Truppen fanden Kursumlija von den
Serben verlassen und ausgeplündert vor. Es
wurden mehrere hundert Gefangene und einige
Eeschütze eingebracht.
Oberste Heeresleitung.
Der Deutschenhaß im englischen Unterhaus.
London, 18. Nov. Reuter. Bei der Erörterung
der armenischen Massakers sagte Lord
Cecil, es gebe in der Weltgeschichte lein schrecklicheres
Verbrechen. Die Massakers seien ganz
ohne Grund erfolgt. Die Behauptung, daß
britische Agenten die Armenier zur Empörung
aufstachelten, sei völlig falsch. Der grôßte
u der Armenier würde ein britischer Sieg
nein. In diesem Kriege müßten alle Hilfsquellen
verwendet und die Feinde gezuungen
werden, unsere Friedensbedingungen anzunehmen.
Deutschland allein sei imstande, den Mas.
salers Einhalt zu kun. Seine mittelbare Mitschuld
sei jedoch zweisellos sestgestellt. Das
Glaubensbekenntnis des deutschen Militarismus
führe logischerweise zu lolchn Verbrechen,
weil es den Staat an eine Stelle setze, die
Llei anderen Völkern von der Religion und
Moral eingenommen werde. Es gebe keine
Grenze für die Degradierung eines Volkes, das
einen solchen Glauben annimmt. England würde
eine derartige Lehre niemals annehmen. Cecil
schloß: „Wir stimmen mit Edith Cavells
letzten Worten überein: Der Patriotismus allein
genügt nicht.“ Das ist die tiese Wahrheit,
die von der großen Patriotin ausgesprochen
wurde.
Versenkt.
London, 18. Nov. Der britische Dampfer
„Treneglos“ (68660 Brutto-Tonnen) wurde verfentt.
(3.)
Ein englisches Hospitalschiff und
ein Dampfergesunken.
London, 18. Nov. Renter meldet amt.
lich: Das Hospitalschiff „Anglia“ lief heute
im brltischen Kanal 5 ausein eine (Mie, und sont.
„Anglka“ hatte 385 Borb; ungefähr
300 davon wurden i n Patrouillenboote
gerettet. (Die englische Meldung büet
sich, zu sagen, ob die 335 Mam Verwunde
waren. Jedenfalls ist das Hofptalsche u
zu Truppentransporien mißbraucht worden. D
Red.). Ein anderes Schiff, das helfen wollte,
lief ebenfalls auf eine Mine und sank. Ein
späteres Telegramm besagt: Als die „Anglia“
sank, setzte das in der Nähe weilende Kohlenschiff
„Lusitania“ sofort Boote aus. Während
ie Besatzung auf die „Anglia“ zuruderte, sah
sie, wie ihr eigenes Schiff in die Luft slog.
Torpedoboote retteten zahlreiche Uebevleben
der „Angkia“. Das Kohlenschif „Lusitanka“
hatte 1834 Brutto-Tonnen. (.)
Kitchener.
Haag, 18. Nov. Die angebliche Entsendung
Kitcheners nach Indien wird als vollständig
ausgeschlossen bezeichnet. Kitchener übernehme
die Verteidigung Aegyptens. In Saloniki sollen
im englischen Marinestab große Unruhen
infolge des Ausbleibens einiger englischer Transportschiffe
herrschen. (3.)
Eis auf der Newa.
Kopenhagen, 18. Nov. Die „Birschewija
Wiedomost!“ vom 8. November melden:
Seit dem 7. November ist auf der Newa Eisgang.
Die Schiffe haben ihre Winterliegeplätze
aufgesucht. (J.)
Die weichenden Serben.
Saloniki, 18. Nov. (Havas.) Es wird
versichert, daß nur etwma tausend Serben den
Babuna-Paß verteidigten. Die. Bulgaren konnten
sich dort noch nicht festsetzen. Die Familien
der Entente-Konsuln und serbische Behörden
kamen hier an. Englische Verstärkungen gehen
nächstens nach Monastir ab. Aus halbamtlicher
Quelle wird gemeldet, daß die Serben an der
Katschanikfront gewichen sind. (.
Die Verfolgung der Serben.
Berlin, 18. Nov. Die Verfolgung der
Serben sch reitet unter heft igsten Känipsen fort.
Während die Flügelarmeen im Lim-Gebiete und
westlich von Leskovac Fortschritte machten, österreich
isch- ungarssche Truppen in Montenegro südlich
des Lim verfolgen und die Bulgaren in
Linie Brestovac-Zebane eingedrungen sind, entreißt
das aus den Armeen Kocveß und
Gallwitz bestehende Zentrum dem Feind eine
Löhe nach der anderen. Ociterreichisch- ungarische
Truppen siehen lereits nördlich von Javor.
Im Icbartale sind deutsche Kräfte bis Uncie
vorgedrungen und bei Babica ist die Strahße
Kursumlsa- Raska von österreichisch-ungari ischen
Truxpen schon überschritten. Oestlich davon steigt
die Armee Gallwity die Höhen bei Barlatovac
nördlich Kursumlja hinan. Von allen Seiten
nähern sich die Verbündeten dem Raume Novibazar.
(
Die Bahn Nisch-Pirot.
Berlin, 18. Nov. Die unter der Leitung
deutscher Ingenieure in Angriff genommenen
Arbeiten zur Herstellung der Bahnlinie Nisch-Pirot
sollen Ende dieset Woche beendet sein.
C
Eingriechisch-bulgarisches Bünds.
Genf, 18. Nov. Französische Blätter veröffentlichen
eine aus angeblich sicherer Quelle
stammende Athener Meldung, wonach man in
den maßgebenden Kreisen mit dem Abschluß
eines bulgarisch-griechischen Bündnisvertrages
rechnet. (3.)
Feindliche Veruste in den Dardaellen.
Neuyork, 18. or Hiesige Blätter melden,
dak im September ein deutsches Flugzeug
in den ardanellen eine Bombe auf einen leichten
englischen Kreuzer warf, wobei 145 Offiziere
und Mammschaften etötet und noch mehr
verletzt wurden. Pe Kltteert. rten verschwiegen
diesen Voriall Die Pnl wurde durch den
mit der „Adriatic“ zurückgekehrten Ingenieur
Eric Wilson bekannt. (3.,
Eine Republik Kreta unter Venizelos.
Budapest, 18. Nov. Athener Meldungen
aus Kreta bejagen, daß die Bewegung, die
darauf abzielt, die Insel von Griechenland zu
trennen, unter der Bevölkerung immer mehr
Anhang gewinnt. Man rnill Kreta zu einer
unabhängigen Republik erklären. An der Spitze
der Bewegung soll Venizelos stehen; er soll
auch zum Präsidenten der neuen Republik ausersehen
sein. Griechische Truppen sind nach
Kreta abgegangen. (3.)
Wetterbericht für Freitag, den 19. November:
Wechselnd bewölkt, stellenweise Schneefall, Frost.
Sprechsanl.
(Ohne Verantwortung der Redaklion.
Ein Notschrei aus Kolbermoor.
Einer eigenartigen Fürsorge erfreuen wir und
im nordöstlichen Teil Kolbermoors, bestehend
aus rund 20 Hauonummern mit ctwa 2/7)
Einurhnern. Seit Jahren schon hatten uü#r
eine ganz gute Zufahrtstraße, welche seinerzeit
auf Kosten der Gemeinde hergestellt und bis
jetzt von ihr ouch erhälten wurde und als einziger
Fußweg am nordöstlichen Ausgang des
Ortes über die Bahnlinie Rosenheim Holzlir
chen führte. Trotz der wenig beneidensuerten
Lage, in die wir durch den Krieg verset u#urden,
wurde uns eines schönen Tages diese Zusahrtsstraße,
welche uns als einziger Verbindungsweg
diente, durch die Notwendigkeit des
Schienenauslaufes der Sanierungsanftalt durchgegraben.
Seither gab es hin und wieder recht
unerfreuliche Szenen wegen des Ueberganges.
Wir gaben uns der Hoffnung hin, daß eiwas
zur Abhilfe geschehen würde. Es wurde auch
eine Notsliege errichtet und nian freute sich sehr,
mit dem Ort wieder Verbindung zu haben. zumal,
algesehen von Schule, Kirche und Bahnhof,
kein einziger Krämer, Bäcker oder Metzger
unter uns wohnt. Es muß also alles aus
dem Ort geholt werden; auch die Arbeiterschaft
Freitag, 19. November 1015
muß zum Val Wos, codr in die Baumwollspinnerei
ellen. wel Wochen war die
Stiege dort, dann tan sie die Kgl. Eisenbahndirektion
wieder megreißen und hüben und dellben
einen Zaun aus#slellen, ganz unbekümmert
darum, ob wir einen g haben oder uucht.
Doch aus Notwehr wurde die belgische Grene.
überschritten, und so ging es auch hier D
Lücken im Zoun wurden immer weiter, bis er
schließlich ganz verschwand. #u#t ist wieder ein
neuer Befehl angekundigt, der sireng durchgeführt
werden soll. Es muß nämlich wieder ein
massiver Zaun errichtet werden, und es soll auch
treng darauf gesehen werden, daß er nicht Überchritlen
oder wieder luckenhaft wird. Warum
wir uns dieser besonderen Jürr 44 erfreuen,
will uns nicht einleuchten rb die neue
Zwangsmaßregel t so streng durchgeführt
werden, wie sie angekündigt isi" Dürsen wir
nicht gleiches Recht mit den anderen Steuerzahlern
verlangen? Hoffentlich werden die zuständigen
Behörden das Richtige treffen, ehe
ein überreiztes Gemüt sich zu einem unuberlegten
Schritt hinreißen laßt. Oder sollen wir
gezwungen sein, Hab und Gut im Stich zu
lassen, wenn wir wirklich keine Verbindung mehr
mit dem Ort haben? Wir boffen zuversichtlich,
daß dieser Notschrei zu einer Verständigung
zrrischen der Gemeindeverwaltung und der Kgl.
Eisenbahndirektion beitragen wird.
Im Namen mehrerer Hausbesitzer:
(Folgen etliche Unterschriften.
AMarnoberichile.
münchen, 17. Nov. Der Schlachtriehmark
am Dienstag, 16. November, hatte ein Gesann.
angebot von 3419 Schlachttieren und zwar:
160/1) Ochsen, 190 Bullen, 605 Kühe, 2.38 Jungrinder,
993 Kälter, 557 Schweine, 32 Schafe
und 359 Lämmer somie Spanserkel. Von den
im Angebot gestandenen 1191 Siuck Grohpieh
waren 14 Ochsen, 20 Bullen und 55 Kühe sorie
Kalbinnen gute, elma 27) Stück, vorwiegend
Jungrinder und auch Kühe, ziemlich geringe,.
alle übrigen Tiere mittlere Warc. Der Handel
gestaltete sich eimas ruhig. Auch die Preise
beu#egten sich so ziemlich auf der Höhe des
letten Freitagsmarktes; es galten in der Hauptsache
der Zentner Lebendgeuicht: Ochsen 58 bis
78 Mark, Bullen 45 61 Mark, Kühe sowie
Kalbinnen 32 68 Mark und Jungvieh 30,
bie 44 Mark. Auf dem Kälbermarkt haile infolge
sehr zurückgehaltener Kauflust und in der
Eru artung einer entsprechenden Beschikung des
Nachmarltes die Preiec keine nennenswerte Steigerung
erfahren: erit im weiteren Verlaufe des
Marktes, als beere Ware bereits vergriffen
war, mußten für leichtere Qualitäten höhere
Preise angelegt nerden. In der Haugptsache galten
lebende Tiere 57 Mark, geschlachiete
7 30 Mark der Zentner. Auf dem aäußerst
schmoach beschickten Schueinemarkt war bei den
behördlich festgestellten Höchstrretsen von 78 bis
10/8 Mark für lebende und 113 bis 135 Mark
für geschlachtete Tiere der vorhandene Vorrat
schnell geräumt. Auf dem mittelmäßig beschicklen
Schafmarkt wurde bei mittelmäßigem Ge
schäf nov zu unveränderten Preisen gehandelt,
es gallen geschlachtete Tiere 64 911 Mark der
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