kräftefordernde Uberraschungen wiederauflebender oder neuer Feinde gefaßt
bleiben. Oernichtet waren schließlich nur die Serben, unser kleinster
Feind!
Wie sollten wir nun mit nur einem Teil unserer Rraft die unter
Englands Druck stehenden Westmächte vernichten, das doch um jeden Hreis
siegen wollte und dazu nicht nur seine elgenen TRitchener-Armeen aufstellte,
sondern die ganze Welt mobil machte?
Solche Sorgen suchte mir mein Chef dee Generalstabs, General
v. Rnobeledorf, in vielfachen Prörterungen zu zerstreuen. Ihm selbst und
anderen Armeechefs war die Aufforderung Falkenhapne zuteil geworden, Angriffesvorschläge
im Bereiche ihrer Armeefronten zu machen. Für unseren
Rommandobereich kamennachreiflichen Erwägungennur zwei Dunkte, Verdun
und Belfort, in Frage, und letzteres mußte ausscheiden wegen der schon früher
erwähnten Llnengung der Angriffeomöglichkeiten zwischen Vogesen und
Schweizer Grenze und wegen der Schwierigkeiten und Gefahren, die in der
Zusammenzlehung starker RKräfte auf dem äußersten linben Flügel unter
#Entblößung der übrigen Westfront lagen. So blieb als unser Vorschlag
Verdun übrig. Die strategische Bedeutung, die diesem #Eckpfeiler
der feindlichen Front als Ausfallstor für eine Offensive gegen die
wichtigsten rückwärtigen Verbindungen des deutschen Westheeres zubam,
habe ich schon mehrfach betont. Der Wunsch, die bierin ruhende, ständig
drohende Gefahr durch Wegnahme der Festung ein für allemal zu beseitigen,
lag daher sehr nahe. An einen operativen Durchbruch mit
anschließendem Ubergang in den Bewegungekrieg dachten wir nicht. Wenn
unser diesmaliger Angriffsplan auch nicht so umfassend war, wie er
der O. S. L. schon früher einmal, im Dezember 1914, vorgelegt wurde,
— nämlich mit dem dußersten rechten Flügel westlich um die Argonnen
herum und mit Silfe der Armee-Abteilung v. Strantz über die Maas bei
St. Mihiel anzugreifen — so wurde doch auch jetzt ein gleichseitiger Nord—
Südangriff beiderseits der Maas mit tiefgegliederten Rräften zur #Linschränkung
gefährlicher feindlicher Flankierungemöglichkeiten und zur
Sicherstellung elgener Umfassung als dringend erwünscht angesehen.
General v. Jalkenhayn entschied sich in einer in Berlin stattfindenden
Besprechung mit meinem Chef unter den ihm gemachten Vorschlägen für
den Angriff auf Derdun. Daß dleser Entschluß irgendwie unter drängender
Einwirkung des Generals v. Znobeledorf gefaßt worden ist, glaube ich
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