des nervenzerrüttenden Stellungskrieges war der heiße Wunsch des gesamten
Westheeres. Das jahrelang ungenutzte Rapital einer zielbewußten Friedenserziehung
zum Angriff und einer überragenden JFührerausbildung konnte
nur in Angriffsschlachten wieder zur Geltung kommen. Oie kritischen
Stimmen, die heute angesichts der Tatsache, daß wir den Rrieg verloren
haben, schnell mit dem Derdammungsurteil für den deutschen Angriffsentschluß
bei der Zand sind und die da meinen, wir hätten uns im Westen
auf die Abwehr beschränken sollen, schätzen meines Erachtens die Psyche
unserer Armee falsch ein. Die Wahl der Defensive wäre geradezu widernatürlich
und sicher verderblich gewesen.
Wer seit Feldzugsbeginn den hochwertigen Gegnern an der Westfront
gegenübergestanden hatte, neigte anderselts nicht zur Unterschätzung
der Angrlffeschwierigkeiten. Die auenahmelos geschelterten felndlichen
Offensiven boten keinen Maßstab für unsere Auesichten, aber doch eine
Mahnung. Oie Verhältnisse im Osten waren nicht zu vergleichen. Frankreich
verfügte über ein hochentwickeltes Bahn= und Straßennetz, Engländer
und Franzosen über vollwertige Truppen mit einer starken und beweglichen
Artillerie und einem überlegenen Kraftwagenpark für schnelle und
umfangreiche Truppenverschiebungen. Auch bei gelungenem Durchbruch
mußten sich neue, schwere Angriffsaufgaben ergeben.
Konnte ein großer taktischer Erfolg des Angriffs mit Zuversicht erwartet
werden, so blieb der operative Erfolg ungewiß. Inwiewett sich
dieser zu einem feldaugentscheidenden aulsgestalten ließ, darüber konnten
nur Dermutungen angestellt werden. Gelang der Angriff nicht, oder blleb
er nach einem Anfangeerfolg stecken, so mußte er abgebrochen werden.
Andernfalls war eine Dauerschlacht, die dem RKraftverbrauch einer Abwehrschlacht
gleichkam, unvermeidlich. Um Oerlusten vorzubeugen, konnte
dann eher noch ein zurückgehen in die Aueêgangsstellung in Frage kommen.
Die Vorhand blieb gewahrt, wenn baldmöglichst an anderer Stelle zum
Angriff übergegangen, der Offensiogedanke selbst also festgehalten wurde.
Die O. S. L. befahl zunächst die Ausarbeitung von Hlänen für
Angriffe auf der ganzen Westfront. Mein Thef Graf Schulenburg war
in der ersten Besprechung mit General Ludendorff im ###ber 1917
in Mons dafür eingetreten, den ersten großen OCffensioschlag gegen die
Franzosen zu führen, und hatte vorgeschlagen, in und östlich der Argonnen
anzugreifen und gleichzeitig einen starken Dorstoß aue der Gegend von
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