Full text : Deutsches Kolonialblatt. XX. Jahrgang, 1909. (20)

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Der  „Nosenheimer  Anzeiger"  erschelnt  täglich  achmittage  4  Uhr  (mil  Ausnahme  der  Zonmbonnementsprels
  beträgt  viertelährlich  #ark  3.—,
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Ver  gewinnt?

In  letzter  Zeit  macht  sich  feindliche  Agitation
unter  uns  breit.  Es  werden  allerlei  Gerüchte
herumgetragen,  die  befstimmt  sind,  Unmut  und
Mihmut  zu  säen.  Und  diese  Saat  blüht  auf.  Wir
merken  es  an  der  Stimmung  daheim,  am  Wachsen
  des  Kleinmuts,  an  einer  nervösen  Kritisiererei
und  an  der  Schwarzseherei.  Nichte  wuchert  rascher
als  das  Unkraut.  Woher  kommt  uns  diese  verderbliche
  Saat?  Unsere  Herren  Gegner  haben
uns  übermütig  darauf  aufmerlsam  gemacht:  sie
haben  sich  Propaganda-  Ministerien  eingerichtet
und  zwar  in  Australien,  in  Amerika  und  England,
  ganz  zu  schweigen  von  der  hervorragend
organisierten  Pressepropaganda  Frankreichs.
Wir  haben  nichts,  gar  nichts.  Im  Gegenteil,
wir  wollen  dem  guten  Willen  gegenüber,  der  sich
anstemmen  will,  abbauen  durch  Papierbeklem.
znungen  der  Presse.  Die  Presse  hat  es  durch  Aufrufe
  fertig  gebracht,  daß  die  berusenen  Mämer
nus  ihrem  Schweigen  herausgetreten  sind  und  mit
begonnen  haben,  die  im  ersten  Anlauf  dem  Gegeiner
  Redeoffensive  begonnen  haben  —  nur  erst
ver  viel  geschickt  behauptet  Gelände  abgewonnen

Ich  erinnere  an  die  Ausführungen  Dr.
—  s,  des  badischen  Prinzen  und  bes  Äbgeordneten
  Dr.  Stresemann.  Diese  drei  Männer  haben
die  Wortträger  der  Feinde  gewungen  Rede  und
Antwort  zu  stehen  und  sie  haben  dadurch  unsere
(Gedanken  wider  Willen  vor  ihren  Hörern  ausbreiten
  müssen.  Es  war  ein  Anfang,  aber  auch
nichts  als  ein  Anfang.  Die  Redeoffensive  muß
wirksam  unterstützt  werden  können  von  der  Propaganda
  der  Presse,  nicht  allein  von  Ler
Lroßen  Presse,  sondern  vielmehr  noch  von  der
Provin  mresse.  Diese  ist  es,  die  in  der  jetzigen  Zeit
das  gewichtigste  Wort  zu  sprechen  haben  muß.
Wie  wir  im  Felde  vielfach  schon  die  Gedanken
und  Kampfmittel  der  Feinde  aufgenommen  haden,
  um  sie  zu  verbessern  und  dann  mit  ihnen
den  Gegner  zu  schlagen,  so  müssen  wir  das  vornehmste
  und  gefährlichste  Kampfwerkzeug  der
Feinde  uns  zu  eigen  machen,  die  durchgebiloete
Propaganda.  Warum  haben  wir  kein  Propaganda-Ministerium?
  Fähige  Köpfe  dafür  hätten

mir  genug.  Nach  gutem  deutschen  Rezept  ließe

sich  ein  adeliger  Ordenssammler  als  Chef  irgend
ein  untadeliges  feines  Herrchen  aufgreifen  und
ein  paar  dumme  Kerle  dam,  die  nur  den  Kram
eu  verstehen  brauchen.  Ein  paar  jugendliche
Distoriker  mit  beweglichem  Gehirn  und  ohne  prolessoralen
  Orgelklang,  ein  paar  geriebene  Journalisten
  und  einige  gerissene  Kaufleute  machen
den  ganzen  Zauber.  Müssen  wir  uns  in  unserer
trägen  Abwehrfaulheit  die  hereingestreuten  psy-Fologisch
  unendlich  geschickten  Flugblätter  feindi#r
  Agitation  zuregnen  lassen?  Wir,  die  wir

Not  zusammengepreßt,  durch  einheitliche
Fwech.  ne  ein  einziges  einiges  Volk  sind?  Wir,
die  wir  wissen  aus  welch  heterogenen  Elementen
unsere  Gegnerschaft  besteht!  Wir,  denen  diese
Flottruettel  es  schwarz  auf  wriß  bestätigen,  daß
die  Abwehrfront  nicht  zermürbt  werden  kann,
dkaß  also  die  Heimatarmee  zerbröckelt  werden
muss  Wir  haben  so  Großes  im  Felde  geleistet.
so  unendlich  Schweres  niedergerungen,  das  unvergleichlich
  Leichtere  spielend  und  pspielerisch
u  Bewältigende  können  oder  besser  wollen  wir
nicht  in  die  Kniee  zwingen.  Wer  sagt,  daß  es
zu  spät  sei  zu  solchem  Tun,  der  vertehs  die  Wlicht
von  Wort  und  Schrift  in  keinem  Falle.  Wer  z
8.  das  Eintreten  von  Amerika  in  den  Krieg  von
8  an  psychologisch  studiert  hat,  der  weiß,
daß  der  Erfolg  Wilson's  der  grohartigste  Sieg
her  geschickten  Phrase  ist.  Nachdem  uns  der
Strick  um  den  wehrlosen  Hals  gelegt  wird,  hilft
kein.  Maulspitzen.  Es  muh  auch  gepfiffen  werden.

die  Schlacht  im  Pester.

WIB.  Brohen  Hauptquartier,  den
22.  9.  1918.  Anmttlich.

Westlicher  Kriegsschanpla.
Kronprinz  Rupprecht.

Westlich  von  Fleurbair  und  südwestlich  von
Havrincourt  wurden  entlische'  Teilangriffe,  nördlich
  der  Scarpe  Vorfs  5  Feindes  abgewielen.
  Eigene  Unternehmungen  bei  Moeuvres
brachten  45  Gefangene  ein.  »

 

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Schluß  der  Anzeigen=  Annahme  11  Uhr  miktags.

 

 

Rosenheimer  Tagblatt

Amtkliches  Publikalions-Organ

Deustag,  24.  September  1918

Ein  besonders  erfolgreicher  Tag  im
schweren  Ringen  im  Wetten.

Ein  neuer  großer  englischer  Durchbruchsversuch  sliblich  Cambrai

gescheitert.  —  Schwere  Kämpfe  in  Dazebonien.  —

NReue  englische

Offensive  in  Galästina.  —  Die  hundeschnäuzige  Antwort  Frankreichs.
Parlamentariflerung  der  Reichsregierung.

 

v.  Boehn.
Nach  den  vergeblichen  Teilangriffen“  der  bei-#9n
  letzten  Tage  holte  der  Engländer  gestern  wiet
  zu  großem  einheitlichen  Angriff  aus.  Sein
Biel  iwar  der  Durchbruch  südlich  von
Cambrai.  Unter  dem  Schutz  einer  dichten
Weuerwalze  trat  die  englische  Infanterie,  von
Wanzerwagen  und  Fliegern  begleitet,  zwischen
dem  Walde  von  Gouzeaucourt  und  Hardichurt
um  frühen  Morgen  zum  Angriff  an.  Wir  hatten
  in  Erwartung  des  feindlichen  Angriffes  in
der  Nacht  vom  19.  um  20.  September  die  Verteidigung
  von  dem  freien  Gelände  östlich  von
Enpehy  in  die  alten  englischen  Stellungen  zwischen
Villers-Guislain  und  Bellicourt  verlegt.  Als
der  zum  Angriff  tiefgegliederte  Feind  die  Höhen
lnab  gegen  unsere  Linien  anstürmte,  empfing
ihn  das  vorbereitete  Abwehrfeuer  unserer  Artillerie,
  Infanterie  und  Maschinengewehre.  Der
Angriff  blieb  vor  unseren  Linien  liegen.  Nach
stärkster  Feuervorbereitung  setzte  der  Feind  zu
krmeutem  Angriff  an.  Auch  dieser  zweite  An-Eturm
  scheiterte  völlig.  An  dem  Sudwestteil
von  Billers-Guislain  und  in  das  Gehoft  Quennemont
  drang  der  Engländer  vorübergehend  ein.
(Hier  warf  ihn  sofortiger  Gegenstoß  wieder  zurück.
Am  Abend  und  während  der  Nacht  folgten  stärkdiem
  Artilleriefeuer  nochmals  heftige  Angriffe,
bie  abgewiesen  wurden.
Der  gestrige  Kampftag  war  in  dem  schweren
Ringen  an  der  Westfront  ein  besonderserfolgreicher
  Tag.  Deutsche  Jäger  und  Kavallerieschützenregimenter,
  ofst=  und  westpreußische,
posensche,  niederschlesische,  westfalsiche,  rheinische,
banerische  Regimenter  und  Gardetruppen  haben
#dem  Engländer  gestern  eine  schwere  Niederlage
siefügt.  An  seiner  ganzen  Front  hat  er  schwerste
Serluste  erlitten.  Unserer  Artillerie  fällt  ein
Hauptanteil  am  vollen  Erfolge  zu.
Oeutscher  Kronprinz.

HGmischen  Ailette  und  Aisne  blieb  die  Artille-Vietätigkeit
  tagsüber  in  mäßigen  Grenzen.  Sie
lebte  am  Abend  in  Verbindung  mit  heftigen  Teiläe
  östlich  von  Vauraillon,  am  Gcehöft

aurains  und  nordwestlich  von  Vailln  auf.

Der  uml.  Ssterreichische  Verichl.

XTB.  Wien,  22.  9.,  amtlich  wird  verlautbart


 

Italie  nischer  Kriegsschauplatz.
Gestern  überfielen  auf  dem  Dosso  Alto  unsere
  Sturmtrupps  einen  von  tschecho-slowakischen
Legionären  verteidigten  Grabenabschnitt.  Der
groͤßte  Tell  der  Besatzung  erlitt  das  verdiente
Schicksal.  Sonst  an  zahlreichen  Stellen  der  italienischen
  Front  Erkundungsgefechte.

Westlicher  Kriegsschauplatz.
Bei  den  k.  u.  k.  Truppen  keine  besonderen  Ereignisse.

Albanien.
An  der  Küste  wurden  abermals  italienische
is  abgewien
Der  —  des  Generalstabs.

Leue  —  i#  Paläfün.
*  Konstantinopel,  21.9..  Palästinafront:

  Der  erwartete  Angriff  der  Engländer
hat  begonnen.  Nach  heftigstem  Artilleriefeuer

letzte  am  18.  September  abends  der  Kampf  ölt.

 

lich  der  Straße  Jerusalem—Nablus  an  breiter
Front  ein.  Der  erfte  Ansturm  des  Gegners  zerschellte
  an  der  tapferen  Gegenwehr  unserer  Truppen.
  Um  Mitternacht  führte  der  Feind  neue
ruppen  zum  Angriff  vor.  Der  Kampf  mit  den
dauernd  verstärkten  Massen  wütete  die  ganze
Racht  mit  äußerster  Heftigkeit.  Bei  Tagesan.
lbruch  war  die  Kraft  des  Angreifers  gebrochen
Uund  der  Stoß  in  der  Linie  Dschalud—Wudsè#—
Abu—Zerka  aufgefangen.  Inwischen  eröffneten
die  Engländer  auch  im  Küftenabschnitt  stärk#tes
Artilleriefeuer,  in  das  seine  Schiffsgeschütze  von
See  eingriffen.  Nach  zweistündiger  Feuervorbereitung
  und  nach  erbittertem  Nahkampf  gelang  es
ihnen,  in  unsere  Stellung  zwischen  Küfte  und
Eisenbahn  Lidtul—-Kerm  einzudringen.  Dem
[(Druck  des  an  Zahl  weit  überlegenen  Gegners
nausreichend,  nahmen  wir  unsere  Truppen  in  die
Tul—Kerm-Stellung  zurück,  in  welcher  weitere
Angriffe  des  Gegners  erwartet  werden.  Am  Jordan
  nahmen  wir  feindliche  Truppenbewegungen
am  Nadiandscha  und  in  der  Gegend  von  gerige
Lnter  wirksames  Feuer.  An  der  Snaße  Je-Ticho—
  Tell  Nemrin  lobhafte  Patrouillen-  und
Fliegertätigkeit.  Auf  den  übrigen  Fronten  nichts
von  Bedeutung.

——————
der  Krieg  zur  Lee.

Versenkung  eines  großen
französischen  UI.  Bootes.
WITB.  Wien,  20.  *  Vom  Priegeministerium
„Marinesektion)=  wird  mitgeteill:  Eines  unserer
Eluterseeboote  versenkie  am  20.  September
ühmorgens  vor  Kap  Radoni  (närdlich  von
irazzo)  ein  großes  franzõsisches  Unterseeboot
#  Torpedoschuß.  Außer  dem  zweiten  Offzier
lieses  Unterseebootes,  Fregattenleutnant  Eugene
Lapeyre,  konnte  niemand  gerettet  werden.
Neue  Versenkungen  vor  der
amerikanischen  Küste.

“  Bern,
ten  an  der  atlantischen  Kürtte  der  Vereinigten
Staaten  die  Dampfer  „Lake  Adon“,  „West
[Bridge“  (8900  T.)  und  „Ebere“  7300  To.).
14  Mam  der  Besatzungen  kamen  ums  Leben.
Ein  englischer  Monitor  erplodiert.

Amsterdam,  22.  9.  (Tel.-Union).  Reuter
meldet  aus  London:  Die  Admiralität  teilt  mit,
#A#ß  am  16.  September  ein  englischer  Monitor
n  einem  Hafen  infolge  einer  Erplosion  im  Inern
  gesunken  ist.  Ein  Offizier  und  19  Mam
wurden  getötet;  57  Mann  werden  vermißt;  sie
lind  vermutlich  auch  —  worden.

Die  önerrelchische  Note.

Frankreichs  Antwort.

*  Wien,  21.  9.  Das  Korr.-Bur.  meldet:
Der  schweiyrische  Gesandte  in  Wien  brachte  dem
Minister  des  Aeußern  auf  Grund  der  Mitteilung
seiner  Regierung  zur  Kenntnis,  daß  der  franzosiche
  Minister  des  Aeußern  mit  einer  an  den
schwe#zerischen  Gesandten  in  Paris  gerichteten
GZuschrift  vom  19.  September  den  Empfang  der
Note  der  öfterreichisch-ungarischen  Regierung  vom
14.  September  beltätigt  und  hiebei  bemerkt  hat,
die  französische  Antwort  auf  die  Eröffnungen  des
ie  rafen  Burian  sei  in  der  am  17.  September
vor  dem  Senat  gehaltenen  Rede  des  französischen

#zinisters  Clemenceau  enthalten,  deren  Tert  dem

anidsischen  „Journal  Officiel“  vom  18.  September
  zu  entnehmen  sei.

 

21.  9.  Deutsche  U  Boote  versenk

geschlachtet  und  das  Fleisch  verteilt.

 

Kath.  Ges,  Maris  Erl.  der  öimm  64.  Jahrgeng

Es  wird  nicht  leicht,  sich  zu  dieser  Antwort  zu
qußern,  die  nach  ihrer  Form  von  den  bisher  selbst
im  Verkehr  zwischen  Regierungen  kriegführender

taaten  beobachteten  Gepflogenheiten  in  verblüfsender
  Weise  abtfticht.

Wilson  und  die  Friedensnote.

%  Amsterdam,  22.  .  Nach  einer  Reutermeldung
  berichtet  der  Pariser  „Matin“,  daß  nach
Bekanntwerden  von  Wilsons  Haltung  gegenüber
Peröfterreichischen  Note  verschiedene  amerikanische
  Politiker  und  Entente-Diplomaten  Wilson
  aussuchten,  um  ihm  zu  gratlieren.  Bei  dieser
Gelegenheit  sagte  Wilson:

„Ich  hielt  es  für  notwendig.  dieser  neuen
Friedenspropaganda  emgegenzutreten.  Ein
vollkommener  Sieg  ist  mög  lich.  Wir
verlangen  mehr  als  ihre  Versicherung,  daß  sie
ihr  Wort  halten  wollen.  Es  muß  ihnen  unmöglich
  gemacht  werden,  es  zu  brechent“

Eine  Botschaft  Wilsons
1  8  Basel,  21.  9.  Die  Londoner  Manes
(Port#“  meldet  aus  Neunork:  Lanfing  kündigt  eine
Botschaft  des  Präsidenten  an  den  Kongreh  an,
in  der  der  Präsident  die  Ablehnung  der  Friedenonote
  Oesterreich-=  Ungarrs  begründen
will.

Eine  neue  ö'terreichische  Note.
3  Wien,  21.  9.  Der  öflerreichische  Ministerrat
  hat  an  alle  Neutralen  eine  Note  gerichtet,  in
der  er  die  JZustimmung  zur  Note  des  Grafen
Burian  auedrückt.  Der  Ministerrat  bat.  auch
diese  Note  an  die  Ententemächte  m  senden.
(Das  „Neue  Achtuhr-Abendblau“  erfährt  aus
diplomatischen  Kreisen,  der  russische  Sowjet  beschloß,
  sich  der  örterreichisch  ungarischen  Note  anzuschlieben.


Die  Ereiguisse  in  Kußland.

Große  Truppenlandungen  in
Archangelsk.
Stockholm,  21.  9.  Aus  Archargelek  wird
dem  Korrespondenten  der  „Telegraphen-Union“
gemeldet,  daß  neuerdings  mehrere  Transportdampfer
  mit  italienischen  und  amerikanischen
Truppen  in  den  Hafen  eingelaufen  seien.  Nach
einer  Besichtigung  der  Truppen  durch  den  Admiral
  Poole  wurden  sie  gleich  an  die  Front  geschickt



 

Asland.

Zuden  Ausschreitungenin  Salzburg,
über  welche  die  dorlige  Presie  nichts  bringen  darf,
wird  noch  gemeldet.  daß  das  große  eiserne  Tor
des  Regierungsgebäudes  mit  einem  schweren  Wagen
  eingeramt  wurde.  Darauf  versuchte  die
Menge  in  das  Innere  des  Gebäudes  zu  gelangen,
wurde  aber  durch  Gendarmen  daran  gehindert,
wobei  es  zu  blutigen  Zusammenitößen  kam.  Im
Hotel  Europe  wurden  angeblich  über  20  Schweine
Nach  privaten
  Mitteilungen  ist  ein  Wechsel  im  garnisonierenden
  Truppenkörver  vorgenommen  worden.
[Die  Gerüchte  von  5  Toten,  die  in  Verbindung
mit  allerhand  andern  Schauermären  in  Umlauf
sind,  stellen  sich  als  Ersindung  heraus,  es  wurden
  lediglich  einige  Herren,  umeift  Zuden,  verprügelt.
  Auch  die  Behauptungen,  daß,  die  Plünderer
  gestern  und  heute  die  Umgebung  „besuchen“
  würden,  sind  unwahr,  nachdem  die  bewaffnete
  Macht  weitere  Aueschreitungen  nicht  mehr
bulassen  wird.  Die  Ausschreitungen  haben  die
Weitungen  der  Arbeiterparteien  veranlaßt.  Aufxufe
  an  ihre  Mitglieder  ergehen  zu  lassen,  in

denen  zur  Aufrechterhaltung  von  Ruhe  und  Frns.
nung  ermahnt  wird.

Spanien  schließt  die  fran  zösische
Grenze.
*'„Amsterdam,  22.  9.  Reuter  meldet  aus
(Madrid:  Die  Blätter  teilen  mit,  daß  der  Ministerrat
  am  Freitag  nach  einer  eingehenden  Besprechung
  des  Gesundheitszustandes
im  Lande  die  sofortige  Schließung  der
französischen  Grenze  deschlossen  hat.  4

—.