Full text : Heinrich der Löwe Herzog von Bayern und Sachsen.

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  Kritische  Erörterungen  zum  zweiten  Buche.

Tertia  post  Paschalem  solennitatem  hebdomada  mense  Aprili,  Joh.  Cognadell,  p.  ö:
quadam  die  Lune  de  mense  Aprilis.  —  Am  20.  April  Urkunde  des  Königs  —  unter
den  Zeugen  Heinrich  der  Löwe  —  in  destructione  Tercdone;  Stumpf,  Reichsk.,  III,
Nr.  126.  —  Was  die  übrigen  Angaben  betrifft,  so  widersprechen  die  der  An.  Herbip.
sich  untereinander,  denn  14.  Februar  +  zehn  Wochen  =  25.  April,  und  nicht  =  17.
Die  Angabe  der  Chron.  Regia  Colon.  verhält  sich  fast  ebenso,  wie  die  der  An.  S.  Geomü.
denn  14,  Februar  +  sieben  Wochen  =  4.  April.  Durch  ihre  20  Wochen  der  Belagerung
  charakterisieren  sich  die  An.  Seligendst.  hinreichend.

Über  den  Angriff  Heinrichs  auf  die  Römer:  Helmold.  I,  81;:  Theod.  Non.
Palid.,  p.  89;  Vincent.  Prag.,  p.  665.  —  Der  Kuriosität  halber  möge  hier  folgende
Stelle  bes  Bojardo  (Pseudo-Ricob.,  p.  359)  einen  Platz  finden:  E  gis  aveano  i
Romani  molta  speranza  della  vittoria,  guando  UImperatore  dalla  parte  occidentale
di  Janiculo  scoperse  loro  adosso  una  schiera  grandissima  di  cavalieri  Sassonesi,
laquale  tutta  insieme  unita,  coon  orribile  idiom  a  gridando  le  minaccie.
I  oto.  —  Aus  dem  tapferen  Verhalten  Heinrichs  ist  später  die  Sage  entstanden,
er  hätte  dem  unter  den  Hufen  der  feindlichen  Rosse  liegenden  Kaiser  das  Leben
gerettet;  Chronicon  Brunsvicense  picturatum  ap.  Leibniz,  Scr.  Br.  III,  p.  345.
—  Das  am  Ende  des  13.  Jahrhunderts  verfaßte  Chronicon  Brunsvicense  rhythmicum,
ibid.,  p.  51,  dagegen  läßt  Herzog  Heinrich  selbst  verwundet  werden:

Hertoge  Henrich  ut  Beygerlant

Unde  van  Sassen,  de  dar  was  genant
Hoibetman,  also  ek  dede  bekannt,

He  was  an  deme  Stride  gewontl

De  Kepyser  sulven  mit  de  hant

Vorleit  (schloß  auf]  den  knop  unde  den  bant
Sines  helmes  blotvar  blutfarben]  etc.

Ziemlich  entsprechend  dem  Otto  Fris.  II,  22  gibt  das  Chron.  Brunsv.  rhythm.
die  Zahl  der  Erschlagenen  (ohne  die  Ertrunkenen  usw.)  in  Rom  folgendermaßen
  an:

Alldar  worden  ok  erschlagen

Vif  hundert  Romer  uterwelt.

Ut  den  sülven  waren  getelt

Ses  unde  drittig  Senaten

Unde  twelfe  ut  deme  rade  L71.  —

Nach  dem  Chr.  Mont.  Ser.,  p.  149  wären  gar  1500  Römer  getötet  worden.  —
Sächs.  Weltchron.:  Hertoge  Heinric  van  Sassen  Sstret  upper  Tiverbrugge
wider  se  de  Romere]  unde  sloch  ene  unmate.  —  Pseudo-Ricob.  behauptet:
Ma  in  questa  Tbattaglial  di  propri  cittadini  oltre  a  vinti  migliaja  furono  crudelmente
  mortil!

S.  über  den  Rückzug  des  deutschen  Heeres  aus  Italien:  Otto  Fris.  II.  38.  Helm.  1,

81.  —  Nach  Ughelli,  It.  s.  IV.  p.  210,  wäre  der  Kaiser  zu  Modötia  von  dem  Mailänder

Erzbischofe  Oberto  mit  der  eisernen  Krone  gekrönt  worden.  Da  er  indessen  die

Quelle  nicht  angibt,  so  wird  die  Notiz  sehr  verdächtig,  zumal  da  er  ihn  auch  auf  dem

Hinzuge  1154  von  Oberto  in  der  Kathedrale  zu  Mailand  krönen  läßt,  was  entschieden

falsch,  ja  ganz  unmöglich  ist.  Vielmehr  wurde  dem  Kaiser  zu  Pavia  am  17.  April  1155
ie  eiserne  Krone  aufgesetzt;  Text,  S.  160.

Die  Rückkehr  des  Kaisers  fand  Mitte  September  statt,  nach  Otto  Frig.  II.  26:

Princeps  .  ..  ad  Baioariae  planitiem  eodem  ferme,  quo  inde  egressus  fuernt.

tempore,  uertente  anno,  redüt.  S.  Text  Seite  152  —  Ann.  Weingart.  Welf
(M.  G.  Ss.  XVII,  309);  in  festo  S.  Michaelis  recedens.  —  Am  20.  Sept.  war  der
Kaiser  in  Peiting,  wo  Herzog  Welf  eine  kaiserliche  Urkunde  bezeugt  (Monum.  Boics.
VII.  p.  385);  St.  Nr.  3727.  —  Am  23.  Sept.  war  der  Kaiser  in  Überlingen  (am
Bodensee);  Boehmer,  Reg.  Nr.  2352,  S.  124.