Volltext : Sachsen-Chronik Erste Serie. (1)

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noch  durch  mancherlei  Begünstigungen  der  Fürsten  und  der  höch—
sten  Geistlichkeit  und  die  feinere  Charlatanerie  der  Altaristen  jener
Kirche  gehoben  ward,  Vieles  beitrug.  Es  wäre  beinahe  schon  im
Jahre  1401  dahin  gekommen,  daß  die  Mutterkirche  der  Tochterkirche
  untergeordnet  wurde:  denn  in  diesem  Jahre  ging  der  Markgraf
  Wilhelm  mit  dem  Plane  um,  und  hatte  auch  schon  die  Genehmigung
  des  Papstes  Bonifacius  IX.  (mittelst  Bulle  vom  1.  Dee.
1401)  dazu  erlangt,  die  Kreuzkapelle  zu  einer  Art  von  Stiftskirche
zu  erheben  und  dem  projectirten  Collegium  Canonicorum  Sancitne
Crucis  auch  die  Mutter-Frauenkirche  unterzuordnen;  doch  änderte  er,
man  weiß  ziar  nicht  weshalb,  seinen  Plan,  wahrscheinlich  wohl
aber  deshalb,  weil  damals  der  Bischof  zu  Meißen  noch  nicht  die
„Ecclesiam  parochialem  et  matricem,“  wie  sie  die  päpstliche  Bulle?#)
nennt,  dazu  hergeben  wollte,  daß  sie  der  Kreuzkirche  untergeordnet
werden  könnte.  —  Unter  den  Pfarrern  hat  sich  besonders  der  Thomas
  Termbach,  der  auch  Johann  Ternbach  urkundlich  genannt
ist,  um  Dresden  dadurch  verdient  gemacht,  daß  er  dem  Jacobshospitale
  vor  Dresden,  was  keineswegs  von  diesem  erst  neu  fundirt
  23)  ward,  einen  Hof  am  See  schenkte  und  zugleich  der  Stifter
des  ersten  Siechenhauses  war.  Auch  wird  in  einer  Urkunde  von
Donnerstag  nach  Oculi  1470  durch  den  Kurf.  Ernst  und  Herz.
Albert  dem  Rathe  die  Gunst  ertheilt,  den  beiden  Altaristen  der
Pfarrkirche,  Joh.  Erlich  und  Peter  Molitor  (Müller),  10  fl.  Zins
von  210  fl.  verkaufen  zu  dürfen,  und  1471,  Dinstags  nach  Michaelis,
  verschrieb  urkundlich  Tietze  von  Miltitz  dem  Besitzer  des
Haußaltars  in  der  Pfarrkirche  U.  L.  Fr.  3  ßo.  gl.  wiederkäuflich.
Ferner  bestätigten  im  Jahre  1482  (Mittwoch  nach  Katharine)  Kurf.
Ernst  und  Herzog  Albert  dem  Rathe  (in  der  alten  Stadt,  zum
Unterschiede  von  der  erst  seit  1403  gewordenen  Stadt  Aldendresden),
daß  der  Pfarrer  und  seine  Nachkommen  das  Salve  zu  ewigen  Zeiten
  am  Abende  durch  die  Schüler  in  der  Pfarrkirche  singen  lassen,
davor  ihm  vom  Rathhause  jährlich  6  Schfl.  und  von  diesen  dem
Schulmeister  4  gegeben  werden  solle.

Im  Jahre  1489  waren  zwischen  dem  Pfarrer  Stumpf  und
den  Kirchvätern  an  der  Krenzkirche  und  dem  Rathe  Weiterungen

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22)  Agl.  Weck  S.  238,  wo  die  Bulle  vollständig  sich  abgedruckt  findet.

23)  Da  bereits  1455  Kurf.  Friedrich  dem  Jacobshospitale  (laut  Urk.
von  Donnerstag  nach  Lätare,  26.  März)  das  benöthigte  Brennholz  aus  der
kurf.  Haide  bei  Dresden  hinwegzunehmen  und  heimführen  zu  lassen  bestätigte,
und  überdies  durch  die  sogenannte  Stiftungs-Urk.  vom  Donnerstag  nach  Cantate
  (29.  April)  1456  nur  die  gerichtliche  Uebergabe  eines  Hofes,  der  zu
Poppitz  am  See  lag  und  jährl.  5  gr.  zinste,  welchen  Thomas  Termbach,
Pfarrer  zu  D.,  dem  Hospital  St.  Jacob  zugeeignet  hatte,  ausgesprochen,  sowie
  in  der  Urk.  vom  Freitage  nach  Judica  (16.  März)  1459,  daß  Kurfürst
Friedrich  die  Schenkung  des  am  See  zu  Poppewitz  vor  Dresden  liegenden
Hofs  durch  den  Pfarrer  Joh.  Ternbach  zu  einem  Spital  und  „elenden“  Hause
unter  innen  bemerkter  Dotirung  bestätigte.  —