Full text: Deutsches Kolonialblatt. XXIV. Jahrgang, 1913. (24)

G 1039 25 
Neuerdings hat das Komitee auch für den Be- 
zirk Bismarckburg, wo der Baumwollbau festen 
Fuß zu fassen beginnt, eine Preisgarantie, und 
zwar von 4 bis 5 Heller pro ½ kg. unentkörnte 
#Wassaunland Bamulwolle, übernommen. 
Gewährung von Geldprämien für besondere Lei- 
stungen im Baumwollbau auf Antrag des Gou- 
roeen in Höhe von 7000 . 
e Saatfrage. Aus Pflansertreifen wurde die 
Ver lätn von Baumwollsaat inge- 
borenen durch das Komitee einer“ Kritik unter- 
zogen, worauf das Komitee wie folgt erwidert: 
das staatliche 
Komitee das 
5 
     
    
an 
Wegen Mangel an Mitteln im Etat des Schutz- 
gebiets mußte das Komitee in die Saatorganisation 
ginspringen: Das Komitee bringt die für den Aufkauf 
der Saat erforderlichen Mittel auf und betreibt den 
Auftaufk. die erforderliche Reinigung und die Ablieferung 
der Saat an die Regierungsstellen. Diese Mitwirkung 
soll so znn. bestehen bleiben, bis dem Gouvernement 
die erforderlichen Reichsmittel ohne Rückerstattungs- 
pflicht zu diesem Zweck sichergestellt sind. So wird sich 
die Saatorganisation z. B. im Baumwolljahr 1913/14 
wie folgt vollziehen: 
Die Bezirksämter und Baumwollstationen der 
beuptföchlichsten in Betracht kommenden Baumwoll- 
gebiete haben bereits Saatbestellungen beim Komitee 
eingereicht im Gesamtumfange von rund 11000 Zentner. 
Die in bezug auf ihre Zuverlässigkeit stets sehr 
schwierige Beschaffung von ausländischer Saat erfolgt 
von den anerkannt besten Bezugsquellen in den besten 
vorhandenen Qualitäten, der Ankauf an einheimischer 
Saat aus den von den Regierungsorganen nach vorher- 
gegangener Kontrolle als zuverlässig erklärten Pflan- 
zungen. 
Die Reinigung und Sortierung der einheimischen 
Saat erfolgt im Saatwerk des Komitees in Dares- 
salam, soweit sie nicht bereits in den Ginnereien 
vorgenommen und von den Regierungssochverständigen 
als ausreichend begutachtet ist. Außerd 
Komitee zur exakten Aufbereitung der n a 
Baumwollsorten und zur Saatreinigung an die Baum- 
wollstationen Mpanganya und Myombe Ginanlagen 
mit Lokomobil= und Motorbetrieb geliefert. Weitere 
Ginanlagen sind für die Stationen Maqbama 
Kibongoto in Aussicht genommen. 
Nach sorgfältiger Verpackung und Markierung 
liefert das Komitee die Saat an die Bezirksämter ab. 
Die Bezirksämter bewirken dann die kostenlose Ver- 
teilung der Saat an die Eingeborenen. Der Ver- 
wendungsnachweis erfolgt durch die Bezirksämter an 
das Komitee. 
Zur Organisation in Deutschland. Wie die Baum- 
wollbau-Organisation draußen in den Kolonien mit 
Unterstützung aller in Betracht kommenden Faktoren 
durchzuführen gesucht wird, ist die heimische Organisation 
forkgesetzt bemüht, die erforderlichen Mittel für die 
Unternehmungen aufzubringen. Die beim Deutschen 
und 
  
  
Reichstag im Frühjahr d. Is. auf fünf Jahre be- 
antragten je 200 000 ¾ sind bis heute nicht bewilligt. 
Dagegen sind dem Komitee aus dem Etat des Reichs- 
Kolonialamts für Saat pro 1913 90 000 und aus 
den der Deutschen Kolonialgesellschaft zur Verfügung 
stehenden Mitteln 50 000 .¾ bereitgestellt worden. Die 
Werbung bei der deutschen Textilindustrie und ver- 
wandten Industriezweigen ist noch im Gange. Erfreu- 
licherweise sind unter den Zeichnungen pro 1913/15 auch 
40 000 .#¾ enthalten von neuen Firmen, die bisher der 
Baumwollbaubewegung ferngestanden haben, ein neues 
Zeichen dafür, daß die deutsche Industrie die Entwick- 
lung unserer Kolonien zu Rohstoff= und Absatzgebieten 
immer mehr als eine ihrer großen nationalen Auf- 
gaben erkennt. Anderseits sind leider auch Rückstände 
an Beiträgen aus der Textilindustrie zu verzeichnen: 
eine finanzielle Beteiligung des Baumwollhandels ist 
bisher nur in sehr geringem Maße erfolgt. 
Das Komitee appelliert daher dringend 
an die bewährte Opferwilligkeit von In- 
dustrie und Handel, nicht nur die bisherige, sondern 
eine dem Fortschritte des Unternehmens entsprechende 
größere finanzielle Unterstützung zu leisten. 
Die kommende Generation wird uns Dank wissen für 
die rechtzeitige Erkenntnis und zeitgemäße Inangriff- 
nahme des aussichtsreichen Kulturwerkes. 
Forfayth Gesellschaft m. b. 5.) 
Die Bilanz der Rabaul-Niederlassung schließt 
nach einer Dotierung des Delkrederekontos mit 3000./ 
und nach Abschreibung von 78 200 # mit einem Rein- 
hewinn von 404 230 .rK. Hierbei ist zu bemerken, daß 
ei Ermittlung des Reingewinns die durch das Wachs- 
tum der Bäume herbeigeführte Wertsteigerung der 
Palmenpflanzungen nicht in Ansatz gebracht ist. Die 
Hamburger Handlungsunkosten, Zinsen und Steuern 
erforderten 38 581 , so daß zuzüglich des Vortrages 
aus 1911 von 14675.4 ein Reingewinn von 380 374./ 
zu folgender Verwendmg verbleibt: Dividende von 
13 v. H. = 260 000 ., Rücklage 38 087., Tantidme 
an den Aufsichtsrat 20 766 K, Tantidme an die Ge- 
schäftsführer 27 688 A. und Vortrag 83 883 A. Die 
Kopra= Verlchiffunge n d Geschäftsjahres —# 
sich von 2 065 475 kg auf 7 kg, die infolge des 
günstigen Kopra-Marktes *8 —. Preisen verkauft 
wurden; dagegen litt auch in diesem Jahre das Waren- 
geschäft unter starkem Wettbewerb. Die Bank-Ab- 
teilung entwickelte sich Fünstig weiter; die Depositen 
stiegen von 94 000 ./# auf 287 000 . Die ungünstigen 
Arbeiterverhältnisse beeinträchtigen die Aus- 
dehnung unseres Pflanzungsbetriebes, um so mehr, als. 
die Anwerbung eingeborener Arbeiter durch Verord- 
nungen des Gouvernements sehr erschwert wird. Auch 
für das laufende Geschäftsjahr können wir ein 
günstiges Ergebnis in Lussicht stellen. 
1## r 
  
2 
In der Bilanz der Forsahth G.m. b. H. steht 
die Rabauler Niederlassung mit 3 899 115 . per 
31. Dezember 1912 zu Buch. Die Bilanz der letzteren 
*) Aus dem Jahresbericht für 1912.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.