Metadata : Kriegführung und Politik.

Die  militärische  Kriegführung.  323

Die  Kriegführung  der  Ersten  O.  H.  L.  hatte  sich  das  Ziel  gesetzt,
den  Feind  im  Westen  im  vernichtungsuchenden  Angriff,  dem  der
Angriff  auf  Rußland  folgen  sollte,  derart  schwer  zu  treffen,  daß  er
friedenswillig  würde.  Die  Erreichung  des  Zieles,  durch  die  Politit
erschwert,  scheiterte  an  der  Führung.

Die  Zweite  O.  H.  L.  hoffte,  wohl  seit  1915,  durch  allmähliche
Zermürbung  den  Gegner  friedensbereit  zu  machen.

Die  Dritte  O.  H.  L.  konnte  sich  nicht  auf  den  Boden  einer  solchen
Kriegführung  stellen.  Sie  sah  den  Krieg,  in  den  wir  hinein—
gezwungen  waren,  als  einen  wahrhaftigen  Krieg  an,  so  wie  ihn
Clausewitz,  in  die  Zukunft  schauend,  angekündigt  hatte.  Sie
zweifelte  nicht,  daß  eine  hinhaltende  Kriegführung  bei  der  Über—
legenheit  der  Gegner  an  Zahl,  Propaganda,  wirtschaftlicher  Kraft
und  Kriegswillen  zur  Niederlage  führen  mußte.  Die  Dritte  O.  H.  L.
erstrebte  deshalb  den  Sieg  durch  Waffenentscheidung.

Nachdem  der  Feldzug  gegen  Rumänien  und  damit  die  Kriegslage
  zum  Abschluß  gebracht  war,  die  sie  von  der  Zweiten  O.  H.  L.
übernommen  hatte,  versuchte  sie,  während  die  Landfronten  auf
Abwehr  eingestellt  wurden,  durch  den  uneingeschränkten  U-Bootkrieg
  den  Feind  zunächst  in  seinen  wirtschaftlichen  Lebensbedingungen
  entscheidend  zu  treffen.

Nach  dem  Zusammenbruch  Rußlands  und  der  Abwehr  der
großen  englisch-fran  zösischen  Angriffe  im  April  Mai  1917  konnte
sie  in  Verbindung  mit  der  Wirkung  des  U-Bootkrieges  daran
denken,  zum  Angriff  zu  Lande  überzugehen  und  die  Entscheidung
auch  hier  zu  erstreben.

Ein  Angriff  im  Westen  war  noch  nicht  möglich;  erst  mußten
hierzu  die  Vorbedingungen  geschaffen  werden.  Rußland  wurde
zum  Zusammenbruch  gebracht  und  Italien  unter  weitgehender
Schwächung  in  die  Verteidigung  geworfen,  während  der  U-Bootkrieg
  wirkungsvoll  weiterging.

Jetzt  kam  als  letzter  Schritt  der  Angriff  im  Westen,  während
im  Osten  die  Lage  noch  nicht  voll  gesichert  war.

Die  Wirkung  der  U-Boote,  beschränkt  durch  die  Haltung  der
Politik,  zum  Teil  aufgehoben  durch  die  Vergewaltigung  der

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