Zudwigs Hausmachtsbeitrebungen: Tirol, Brandenburg, Holland. 339
ersten, ZQuremburg und Habsburg, ala 1335 Herzog Heinrid) von
Kärnten und Tirol ftarb und dann in einem Friedenzihhluß 1336
der Quremburger da3 Iebtere Zand für jeinen Sohn Sohann Heinrich
erhielt, der mit der Hinterlafjenen Tochter Heinrich$ vermählt wurbde.
Eine friedliche und legitime Erwerbung machte Ludwig, al im
Jahre 1340 die niederbayerische Linie der Wittelsbacher ausftarb
und nım die Stände alsbald ihn, den Kater und Herzog von Oberbayern,
zu ihrem Fürften wählten. Aber über Tirol fam e8 im
Sahre 1342 zu einem Handel jchlinmfter Art, der den Kater mit
dem mächtigen Iuremburgiichen Haufe völlig entzweite und ihm auc)
wenig zı Ehre gereichte. && war ein jchöner Gedanke, dem vereinigten
bayerischen Befib noch die Grafichaft Tirol hinzuzufügen,
die unter anderem auch den Vorzug Hatte, einen leichten Yugang
nad) Italien zu eröffnen, eine Unternehmung, die Ludwig noc)
immer im Auge hatte. Der Gedanfe bat, wie befannt, noch in den
napoleonifchen Zeiten eine Nolle gejpielt und ift damals vorübergehend
auch verwirklicht worden. Nun war jene Ehe des Ichwäd)-lichen
Knaben Sohann Heinrich mit der Erbtochter von Tirol eine
äußert unglüdliche und vielleicht gar feine, und Margarete jehnte
ih nach Befreiung von ihr: mit dem Namen Margarete Maultafch
jchleppt man dies unglücliche Weib durch die Blätter der
Gerchichte, obgleich eS Feinesiwegs ficher ift, ob der Name von der
Häplichket ıhre8 Mundes oder von eimem Schloß in Tirol herfommt.
Ludwigs Sohn, der junge Markgraf Yudwig von Brandenburg,
hatte fürzlich jeine Gemahlin durch den Tod verloren und
war aljo Witwer und frei: der fräftige und ftattliche Mann wäre
Margarete auch willflommen gemweien. Aber e8 war ein jchmwieriges
Geichäft, die beiden zujammenzubringen, da, wenn nur die Hälfte
von dem wahr ift, was der Klatich, auch der hiftorifche, von der
Braut berichtet, der erforene Bräutigam felbft nicht fehr eifrig bei
der Sache fein fonnte. Fohann Heinrich felbft war fchnell befeitigt:
von eimem sagdauszug zurüdgefehrt, fand er Tür und Tor ver-\hlofjen
und eine unzufriedene Partei mit Margarete im Bunde
vertrieb Ihn aus dem Lande. Allein die Ehe mit dem Qurem-22*