„Iriesen krank und verstimmt“. Sriedensbemühung des Papstes und der Klerus. 623
*1061. Telegramm an den Präsidenten
des Bundeskanzleramtes Delbrück.
[Cigenbändiges Konzept.]
Am Dezember batte Delbrück gemeldet, daß Sreiher - # nicht geneigt sei, den
von iniss ewünschten Antrag im Bundesrat (ogI. êM m stellen: „Breiherr
v. Friesen, krank und verstimmt, war nicht geneigt, den Arra 7 on Ich werde ihm
von den Schritten Weimars Mitteilun machen und die — der üddeutschen Staaten
m den Anderungen der i festiustellen suchen.“ Vgl. da reiherr von Griesen,
Lebenserinnerungen, III,
Varalle, den 8. Dezember 1870.
Wenn Griesen nicht will, so müsseen wir auf den weimarschen Antrag oder jeden andern
im Bundesrath oder Reichstag vorgehn:. Wir können den RNeichstag nicht schlieben, ehe
nicht beide Körperschaften den für den Kaisertitel nöthigen Aenderungen des Verfassungs-
textes dergestalt zugestimmt haben, daß die danach genehmigten Verfassungsänderungen
gleichzeitig mit den süddeutschen Verträgen an die süddeutschen Landtage gelangen.
*1962. Telegramm an den Gesandien in Kom
Grafen von Arnim.
[Cigenbhändiges Konzept.)
Nach einem Telegramm Graf Arnims vom 7. Dezember, das lich auf Mitteilungen des
Kardinalstaatslekretärs Antonelli stützte, setzte der Erzbischof von Tours seine vom Papste
angeregten Bemühungen fort. auf die franfölische Regierung in friedlichem Sinne einzuwirken,
doch schien ihm diese noch immer m siegesgewih. Nach einer weiteren Meldung Arnims vom
gleichen Tage batte Antonelli neuerdings aus Tours ein Telegramm des Pöpftlichen. Auntius
de Chigi vom 6. De#mber erdalten, welches besagte: „Ich bin in der Lage. Ew. Eminenz zu
versichern, dah man hier dem Heiligen Vater dankbar sein würde, wenn er . die Intentionen
des Königs von Preuhen hinsichtlich eines Waffenstilltandes von 14 Tagen mit Verprovian--
tierung von Daris sondieren wollte. Wenn derselbe vom Könige vorfäulkn angenommen wird,
würde Grankreich einen förmlichen Antrag dur durch Vermiktlung des Papstes allen. glücktlich, -auf
einen golchen Vermittler rekurrieren m ch Arnim wünschte der Paplt, daß die
Antwort König Wilbelms zustimmend anssallen mtech
Versailles, den 8. Dezember 1870.
Tellegramm] ohne No. vom 7., 3 Uhr 20, erbalten. Wir werden abwarten, ob die
Haltung des Episcopats dem Inbalte Shres Telegrlamms] mehr als bisher entspricht.
Tellegramm) 77 vom 7., 8 Uhr 20, gleichzeitig erbalten. Daß man dem Papfste einzureden
versucht, die unverschämte Jumuthung von Verproviantirung könne militärisch überhaupt
noch erwogen werden, flößt nicht viel Vertrauen ein. Es ist nöthig, daß wir nur bier ulnd)
auf directen Antrag Frankreichs unterhandeln, weil jeder andre Weg von der franzöllüschen)
Regirung, die den Grieden, mit dem sie jelbst aufhören würde, nicht will, zu Lügen ulnd]
Erregung falscher Hoffnungen im Volke benutzt wird, welches den Grieden will. Das
Vertrauen zu Verbadlungen mit dieser Regirung feblt uns überbaupt, so lange dieselbe
Generäle ulnd) andre Offiziere, die uns ihr Ebrenwort gebrochen:, amtlich anstellt. Wie
können wir dabei erwarten, daß sie Jelbst uns eine Capitulation halten werde'?
*s?½? Deollmächtigth
1 Tatjächlich ist der Antrag im Bundesrat am 9. Dejember durch den weima
Lorenz, d. a. O.
lächl
Staatsrat Stichling gestellt worden, ogl. dessen Darstellung vom 25. Dekember, 1L,
5 * ff.:; ferner Stichlings Erinnerungen „Aus drei und fünfzig Dienftjahren“,
.1 Vgl, damun den Girkulorerlaß Bismarcks vom 14. Peener betr. die Wesmallioten vieler gefan-
152. frachenen Offiziere in: Das Staatsorchio, XX, 382