der Front rechnen. — Dem großzügigen Angriffsplan des Feindes müssen
wir voraueschauende Maßnahmen für die Derteldigung gegenüberstellen. —
Wie es dem Feinde gelang, so kommt es auch für uns darauf an, nach
Abschluß der felndlichen Offensive ein schlagbräftiges Heer in der ZSand
zu haben. Wird das erreicht, so ist der Angriff der Entente gescheitert
und damit vielleicht die Grundlage für Derhandlungen gegeben.
Sielbewußt sucht der Felnd unsere Reserven zu zerschlagen. Dem
bönnen wir uns jetzt nur dadurch entziehen, daß der Angriff nur dort
angenommen wird, wo sich günstige Grundlagen für die Oerteldigung
bieten. Trifft diese Dorbedingung nicht zu, so wird abschnittswelse nach
vorbereltetem Dlan ausgewichen, bis sich Gelegenheit zum Gegenangriff
oder zu günstiger Verteidigung, z. B. hinter starken Abschnitten, bietet.
Die feindliche Initlative zwingt uns dlese Kampfführung auf. Ihre Nach—
telle sind nicht zu verkennen. Der Rückzug blelbt nicht ohne Einfluß
auf Moral und Widerstandskraft der Truppe. Wo irgend möglich, ist
daher jede Gelegenheit auszunutzen, dem unbedacht folgenden Feinde einen
Schlag zu versetzen. Die Truppe wird darln die Hlanmäßigkeit der Operation
erbennen, zuversicht und Uberlegenheitsgefühl behalten und beldes
auch auf die Selmat übertragen. Die Verluste werden geringer sein ale
in starrer Abwehr. — Die vorgeschlagene Art der Rampfführung stellt hohe
Anforderungen namentlich an die Führung. Ich bin überzeugt, daß sie voll
erfüllt werden, wenn dae Wesen beweglicher Verteidlgung überall erbannt
ist, und wenn wir wieder gelernt haben, die Blöße dee Feindes zu suchen,
zu finden und schnell auszunutzen.
Das planmäßige Ausweichen bleibt ein Notbehelf. Es muß seine
Grenze in einer starken Dauerstellung finden, die günstige Bedingungen
für nachhaltige Derteidigung schafft und, bei weitgebender Abkürzung der
Front, die Möglichbkeit zum Aussparen starber Reserven bietet. Diese
Dauerstellung muß so weit vom heutigen Rampffelde abgesetzt seln, daß
auch bei wochenlangem Fortgang der wechselvollen Rämpfe auereichender
Splelraum zu planmäßigem Aueweichen bleibt.“
In jenem zeitpunkt glaubte ich, daß diesen Forderungen als Dauerstellung
für die Zeeresgruppen Rronprinz Rupprecht und Boehn die
alten Ausgangestellungen vor Beginn der Frühjahreoffensive zunädchst noch
entsprechen würden, während bei meiner Zeereögruppe die Mögllchkelt
zum Ausweichen im großen Rahmen durch tiefen Ausbau der ZRampf-350