416 Sitzen zu offenem Kram und Markt.
Handelsschulden an. Es war jedoch ein Nachweis
darüber, daß die Ehefrau sich in dem offenen Laden
ihres Ehemannes mit Kaufen oder Verkaufen beschäftigt
habe, durchaus nicht erbracht. Ein Gläubiger
berief sich jedoch auch darauf, daß die Ehefrau
einzelne Wechsel ihres Ehemannes mit unterzeichnet
bezw. mit acceptirt habe.
Der oberste Gerichtshof ging bei Beurtheilung
des Falles von den Grundsätzen aus, welche in
dem oberstrichterlichen Erkenutnisse vom 11. Juli
1853 (Bl. f. RA. Bd. XIX S. 201) entwickelt
sind, und sagte weiter:
Die Argumentation des Revidenten, so weit
sich solche auf die angebliche Mitunterzeichnung oder
Acceptation von Wechseln als Nachweis für die Mitbetheiligung
der Ehefrau an dem Geschäftsbetriebe
des Ehemannes erstreckt, ist eine völlig mißglückte,
Abgesehen davon, daß das Gesetz nur von einem
Handelsbetriebe im öffentlichen Laden dem Publikum
gegenüber spricht, daher auf einen von diesem
öffentlichen Geschäftstétriebe wesentlich verschiedenen
Wechselverkehr nicht ausgedehnt werden kann, würde
jedenfalls das Acceptiren einzelner Wechsel gegen die
Annahme sprechen, daß die Frau Theilnehmerin am
ganzen Handelsgeschäfte sei, da sie dann entweder
alle oder gar keine Wechsel zu unterschreiben oder
mit zu acceptiren gehabt hätte. Das Tcceptiren
einzelner Wechsel kann offenbar nur als eine eheliche
Beihilfe boer als Bürgschaft beurtheilt werden.
Preuß. LR. Th. 1 Tit. 14 8. 232.
Ork. v. 17. Sept. 1869. RNr. 387.
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Redakt.: Dr. Steppes. Verl.: Palm & Enke (Adolph Enle)
in Erlangen. Druck von Junge & Sohn.