Contents : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1875. (66)

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Als  rotzverdächtig  sind  auch  diejenigen  Pferde  und  sonstigen  Einhufer  zu
behandeln,  welche  mit  rotzkranken  Thieren  in  Berührung  gekommen  sind.

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Die  Täödtung  rotzverdächtiger  Thiere  kann  von  der  Landespolizeibehörde
angeordnet  werden,

wenn  von  dem  beamteten  Thierarzte  der  Ausbruch  der  Rotrankheit  auf
Grund  der  vorliegenden  Anzeichen  für  wahrscheinlich  erklärt  wird,  oder
wenn  durch  anderweite  den  Vorschriften  dieses  Gesetzes  entsprechende
Maßregeln  ein  wirksamer  Schutz  gegen  die  Seuche  nach  Lage  des

Falles  nicht  erzielt  werden  kann.

K.  37.

Die  Kadaver  gefallener  oder  getödteter  rotzkranker  Thiere  müssen  unschädlich
beseitigt  werden.  Das  Abhäuten  derselben  ist  verboten.

K.  38.
c)  Hokenseuche  der  Wenn  die  Pockenseuche  unter  einer  Schaafheerde  festgestellt  und  eine  aus-Schaaft.
  reichende  Abschließung  derselben  nicht  durchzuführen  ist,  oder  besondere  Rücksichten

vorliegen,  welche  eine  raschere  Endschaft  der  Seuche  im  öffentlichen  Interesse
nothwendig  erscheinen  lassen,  muß  der  Besitzer  der  Heerde  sur  sofortigen  Impfung
aller  zur  Zeit  noch  seuchenfreien  Stücke  derselben  angehalten  werden.

S.  39.

Gewinnt  die  Seuche  eine  größere  Ausdehnung  oder  ist  nach  den  örtlichen
Verbältnissen  die  Gefahr  einer  Verschlepwung  der  Seuche  in  die  benachbarten
Schaafheerden  nicht  auszuschließen,  so  kann  die  Impfung  der  von  der  Seuche
bedrohten  Heerden  und  aller  an  demselben  Orte  befndlichen  Schaafe  polizeilich
angeordnet  werden.

S.  40.

Außer  in  dem  Falle  polizeilscher  Anordnung  darf  die  Pockenimpfung  der
Schaafe  nur  nach  vorheriger  Anzeige  bei  der  Kreispolizeibehörde  vorgenommen
werden.

Diese  Anzeige  muß  mindestens  acht  Tage  vor  der  Impfung  erfolgen.

§.  41.
Die  geimpften  Schaafe  sind  rücksichtlich  der  polizeilichen  Schutzmaßregeln
den  pockenkranken  gleich  zu  behandeln.
S.  42.

e)  Die  Beschaͤlseucht  Pferde,  welche  an  der  Beschälseuche  und  Pferde  oder  Rindviehstücke,  welche
Ss3  an  dem  Bläschenausschlage  der  Geschlechtstheile  leiden,  dürfen  von  dem  Besitzer
der"  Psee  und  so  lange  nicht  zur  Begattung  zugelassen  werden,  als  nicht  durch  den  beamteten

des  Rindviehe.  Thierarzt  die  vollständige  Heilung  und  Unverdächtigkeit  des  Thieres  festgestellt  ist.
S.  43.