8 79. Die Militärlasten. 373
auch das Vermögen des Ausländers im Inlande herangezogen wird;
überdies ist diese primär, während jene nur subsidiär sind.
Die. Militärlasten sind Leistungen öffentlich-rechtlicher Natur
und insofern den Steuern vergleichbar: aber es unterscheidet sie
von diesen vor allem der Umstand, daß sie nicht gleichheitlich alle
Staatsangehörigen treffen und daß sie nicht ein= für allemal normiert
werden können.
Der Inhalt der Leistungen läßt dieselben teilweise unter einem
privatrechtlichen Gesichtspunkte erscheinen, aber ihr Grund ist durchaus
öffentlich-rechtlicher Natur: teils sind es eine Art öffentlichrechtlicher
Servituten (Nayonbeschränkungen), teils öffentliche Reallast
(Quartierleistung), vielfach zeigen sie eine innere Verwandtschaft mit
der Enteignung, ja stellen sich geradezu als eine solche dar (z. B.
Pferdeaushebung), überall erfolgt hier, wie bei der Expropriation,
ein Eingriff in Privatrechte im öffentlichen Interesse. Auch noch
ein anderes Merkmal haben sie mit der Expropriation gemein,
nämlich, daß nach neuerem Rechte eine Entschädigung erfolgt. Daß
eine solche jedoch nicht im Wesen der Sache liegt, ergibt augenscheinlich
die Erwägung, daß diese Forderungen weit geringer sind,
als die der persönlichen Hingabe im Militärdienst.
Die Militärlasten tragen einen dreifach verschiedenen Charakter.
Die einen stellen sich dar als Beschränkungen des Grundeigentums
in der Umgebung von Festungen und dienen fortifikatorischen
Interessen. Die übrigen Leistungen sind durchaus verschieden, je
nachdem es sich um Friedens= oder Kriegszustand handelt: wie die
Bedürfnisse der Militärverwaltung im letzteren Falle dringender und
vielseitiger, so sind auch die Mittel, denselben zu genügen, die Verteilung
der Militärlasten, selbst die Vergütungen anderer Art.
1 Im6. Jahrhundert kommen die carnalicum (Vieh) und hostililium
sachlichen Militärlasten anstatt der (Transportmittel) liefern. Vgl. Mey-Stellung
von Mannschaft vor. Kirchen nert 1 S. 14; Peucker I S. 316,
sind z. B. von letzterer befreit, müssen (s. auch Pertz, Non. III S. 138).
aber dafür aribannum (bares Geld),