mußten endlich alle kriegerische Haltung brechen, welche das
heer noch behauptet hatte. Uiemand befahl, niemand gehorchte
mehr, selbst der stolze Uapoleon streckte nun seine
Hand aus, nicht zum Befehl, sondern sie zu erwärmen. —
In dem schauerlichen Schneesiurm dieses Tages bemächtigte sich
eines jeden der Drang nach eigener Rettung. Der russische
Winter löste vollends alle Ordnung auf, und die Truppen
der verschiedenen Uationen mengten sich durcheinander. Massen
von Schneeflocken wurden durch den gewaltigen Sturm aus
der Luft und vom Boden herauf uns ins Gesicht gepeitscht,
und mechanisch folgten wir dem Menschentroß. Wagen und
Geschütze blieben stehen; die gefallenen Pferde standen nicht
mehr auf. (Nach Rehtwisch, Rapoleon in Rußland.)
Eine französische Seitungsnachricht mit russischer
KAnmerkung.
14. Uovember 1812.
Die Helze, mit welchen die Soldaten bekleidet sind,
gewähren ein einzig buntscheckiges Kussehen. Man hat sich
alles dessen bedient, was man nur irgend von dieser Krt
vorfand, ohne erst abzuwarten, daß der größte Teil der
Helle noch die letzte Surichtung erhalte. Wenn auch hiervon
etwas weniger äußere Eleganz die Folge ist, so verliert
man doch in Ansehung der Wärme nichts daran; und dies
bleibt immer das Wesentliche.
Russische HKnmerkung: Ihr unglückseligen Derkünder
falscher Rachrichten! Das Schicksal so vieler Braven rührt euch
nicht! O, wenn ihr ihn sehen könntet, diesen Riesen der
Garde, mit Narben bedeckt, ausgemergelt zum Skelett durch
hunger und Strapazen, den Kopf unter eine Weiberhaube
versteckt, die güße mit dem Tornisterfell umwickelt, die hände
in die Achselhöhlen eingekauert, um wieder einige Regung in
dieselben zurückzurufen, das Gesicht berußt durch das Feuer der
Biwaks, worin ihn jede Nacht Napoleon gefesselt hielt;
o wenn ihr ihn sehen solltet, diesen Deteran, der in den
Balg eines Luders gekrochen ist, welches ihm zur Uahrung
diente! Ihr nennt das „ein unbedeutendes Entbehren eines
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