größte Teil der französischen Kavallerie bei Nollendorf durch
das ganze Kleistsche Korps durchschlug, so wurde doch die
Infanterie und Vandamme selbst bei Kulm gefangen. —
Dies hat unser König allein bewirkt, und kommt ihm hier
mit vollem Rechte das Lob zu, welches unser gutmütiges
Volk schon in allen früheren Schlachten ihm gespendet hatte,
daß er dieses und jenes selbst geordnet und ausgeführt
habe. (von der Marwitz, Nachrichten aus meinem Leben.)
Der russische Oberstleutnant von Wolzogen über
die Schlacht von Kulm und Nollendorf
und die Gefangennahme des Generals Dandamme.
Da es sam 29. Zugust] inzwischen Nacht geworden,
so eilten die Monarchen nach ihrem hauptquartier, welches
sie in dem gräflich Waldsteinschen Schlosse zu Dux hinter
Teplitz aufschlugen. Hier gab es meist nur traurige Gesichter
zu sehen; denn der Sustand der alliierten Truppen und namentlich
der der Ssterreicher, welche auf dem Rückzuge seit
der unglücklichen Dresdener Schlacht fortwährend den größten
Entbehrungen bei schlechtem Wetter und gräßlichen Wegen
preisgegeben waren, bot wirklich einen bejammernswerten
Anblick dar. Ich tröstete mich indessen damit, daß die Franzosen
wohl auch nicht viel besser daran sein möchten und der
morgende Tag der Sache möglicherweise noch eine bessere
Wendung geben könnte, zumal Schwarzenberg noch in der
Nacht die österreichischen Divisionen Colloredo und Bianchi
nach dem Schlachtfeld lvon Priesten-Kulm] dirigierte. — Ich
hatte kaum einige Stunden geschlafen, als sich — schon am
frühesten Morgen [des 30. Qugust] — in der Richtung gegen
Teplitz starker Kanonendonner vernehmen ließ. Sugleich ging
die Meldung ein, daß Dandamme von unserer Seite — Barclay
kommandierte an diesem Uage das heer — angegriffen
worden sei. Der Naiser von Rußland und Fürst Schwarzenberg
ritten daher mit ihrem Gefolge sofort nach dieser Richtung
hin und nahmen ihre Stellung auf einem in der Nähe
von Kulm liegenden hügel bei der Ruine einer Burg, in
welcher sich Libussa nach der Dolkssage aufgehalten haben
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