Kabinettsorder des Königs Friedrich Wilhelm III.
an Blücher.
Ceipzig, 20. Oktober 1813.
Durch wiederholte Siege mehren Sie Ihre verdienste
um den Staat schneller, als ich mit den Beweisen meiner
Dankbarkeit Ihnen zu folgen vermag. Empfangen Sie einen
neuen Beweis derselben durch die Ernennung zum General-Heldmarschall,
und bekleiden Sie diese Würde noch recht lange
zur Freude des Daterlandes, als Dorbild für die Armee, die
Sie so oft zu Ruhm und Sieg geführt haben.
HFriedrich Wilhelm.
Der Freiherr vom Stein an seine Frau
nach der Schlacht bei Ceipzig.
Leipzig, 21. Oktober 18153.
Endlich, meine liebe Freundin, wagt man, sich dem
Gefühl des Elücks hinzugeben! UNapoleon ist geschlagen, in
unordentlicher Slucht; man treibt ihn auf das linke Rheinufer,
und das österreichisch-bayerische Heer wird ihn noch vor seinem
Übergange angreifen. Das ist der Erfolg der blutigen und
ruhmvollen Kämpfe des 14., 16., 18., 10. Oktober. Da liegt
also das mit Blut und Tränen so vieler Millionen gekittete,
durch die tollste und verruchteste Tyrannei aufgerichtete ungeheure
Gebäude am Boden. Von einem Ende Deutschlands
bis zum andern wagt man es auszurufen, daß Uapoleon ein
Bösewicht und der Feind des menschlichen Geschlechtes ist;
daß die schändlichen Fesseln, in denen er unser baterland
hielt, zerbrochen, und die Ichande, womit er uns bedeckte, in
Strömen französischen Bluts abgewaschen ist .. Die Dorsehung
ist gerechtfertigt durch das große Gericht, das sie über
das Ungeheuer ergehen ließ; seine Derstockung hat ihn zu politischen
und militärischen Tollheiten verleitet, die seinen Fall
beschleunigt und ihn zum Gespött des Dolkes herabwürdigen.
.. Diese Resultate sind hervorgebracht durch zwei
blutige, tatenvolle, lorbeer- und tränenreiche Feldzüge, durch
viele blutige Schlachten; und bei TLützen, Bautzen, Teltow,
Dresden, Katzbach, Kulm, Dennewitz, Bleddin, Leipzig wurde
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