den aufzumuntern, von welchem Stande und Range sie auch
sein mögen? Warum wählten sie nicht dieses Mittel, ihre Kräfte
zu vertausendfachen, und schlossen dem gemeinen Bürgerlichen
die Triumphpforte auf, durch welche der Kolige jetzt nur
ziehen soll? Die neue Seit braucht mehr als alte Uamen,
Titel und Dergamente, sie braucht frische Tat und Kraft
Die Revolution hat die ganze Nationalkraft des französischen
Dolks in Uätigkeit gesetzt, dadurch die Gleichstellung
der verschiedenen Stände und die gleiche Besteuerung des
Dermögens, die lebendige Kraft im Menschen und die tote
der Güter zu einem wuchernden Kapital umgeschaffen und
dadurch die ehemaligen Derhältnisse der Staaten zueinander
und das darauf beruhende Eleichgewicht aufgehoben. Wollten
die übrigen Staaten dieses Eleichgewicht wieder herstellen,
dann mußten sie sich dieselben Hilfsquellen eröffnen
und sie benutzen. Sie mußten sich die Resultate der Revolution
zueignen und gewannen so den doppelten Dorteil, daß sie
ihre ganze Nationalkraft einer fremden entgegensetzen konnten
und den Gefahren einer Revolution entgingen, die gerade darum
für sie noch nicht vorüber sind, weil sie durch eine freiwillige
Deränderung einer gewaltsamen nicht vorbeugen wollen.
(Denkschrift vom Juli 1807.)
Gneisenau an den König SFriedrich Wilhelm III.
.. Es sind nicht immer die stehenden heere gewesen, die
Throne und Staaten gerettet haben; häufig war es die
Liebe eines für seinen herrscher begeisterten Dolkes. König
Klfred von England hatte nichts mehr übrig als ein Bauerngewand,
und dennoch rettete er Thron und Dolk aus der
Gewalt der damals allfurchtbaren Dänen.
Ew. Moajestät werden mir, indem ich dieses sage, abermals
Doesie“) Schuld geben, und ich will mich gern hiezu bekennen.
Religion, Gebet, Liebe zum Regenten, zum Daterland
sind nichts anderes als Poesie; keine herzenserhebung ohne
*) Der König hatte zu dem Zbschnitt „Über die Milizen“ in einer
früheren Denkschrift Gneisenaus die Randbemerkung geschrieben:
„RKls Hoesie gut.“
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