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Die Kämpfe in den Kolonien.
Berlin, 15. August. Nachrichten aus Deutsch-Südwestafrika besagen, daß das
dortige Schußgebiet bisher unbehelligt geblieben ist. Auch in Kamerun hat sich bis
jetzt nichts Kriegerisches ereignet. Von Deutsch-Ostafrika fehlen direkte, von der Südsee
alle Nachrichten. In Togo haben unbedeutende Patrouillengefechte mit eingedrungenen
französischen Truppenabteilungen stattgefunden, bei denen der Feind drei Tote, die
deutschen Abteilungen keine Verluste zu verzeichnen haben. Auch englische Truppen
sind in Togo vorgedrungen, ohne jedoch bis jetzt mit deutschen Abteilungen in Berührung
gekommen zu sein. (W. T. B.)
Abreise des Kaisers zur Armee.
Berlin, 16. August. Seine Majestät der Kaiser hat heute 3 Uhr vormittags in
der Richtung Mainz Berlin verlassen.
Kaiser Wilhelm hat an den Oberbürgermeister von Berlin folgenden Erlaß gelangen
lassen:
„Der Fortgang der kriegerischen Operationen nötigt mich, mein Hauptquartier von
Berlin zu verlegen. Es ist mir ein Herzensbedürfnis, der Berliner Bürgerschaft mit
meinem Lebewohl innigsten Dank zu sagen für alle die Kundgebungen und Beweise
der Liebe und Zuneigung, die ich in diesen großen und schicksalsschweren Tagen in
so reichem Maße erfahren habe. Ich vertraue fest auf Gottes Hilfe, auf die Tapferkeit
von Heer und Marine und die unerschütterliche Einmütigkeit des deutschen Volkes
in den Stunden der Gefahr. Unserer gerechten Sache wird der Sieg nicht fehlen.
Berlin im Schloß, den 16. August 1914. Wilhelm I. R.“
(W. T. B.)
Serbische Niederlage an der Drina.
Wien, 18. August. (Meldung des Wiener k. k. Tel.-Korr.-Bureau.) Die
gestern gemeldeten Kämpfe an der Drina haben zu einem entscheidenden Siege
unserer Truppen über starke feindliche Kräfte geführt, die in der Richtung auf
Balzewo zurückgeworfen wurden. Zahlreiche Gefangene wurden gemacht und
viel Kriegsmaterial erbeutet. Die Verfolgung des Feindes ist in vollstem Gange.
Unsere Truppen haben mit bewunderungswürdiger Tapferkeit gegen den in starken
Stellungen befindlichen, an Stärke ebenbürtigen Feind gekämpft. Besondere
Erwähnung verdient das Barasdiner Infanterie-Regiment Nr. 18, dessen
Offiziere und Mannschaften unter den schwierigsten Verhältnissen mit der altbewährten
zähen Tapferkeit der stets kaisertreuen Kroaten zum Siege stürmten.
Ausführliche Nachrichten über den Verlauf der Kämpfe und über die erbeuteten
Trophäen werden folgen. (W. T. B.)