Nährboden für all jene Faktoren, die namentlich in
den letzten anderthalb Jahren des Krieges aufwuchern
und zu einer am Ende jede bessere Stimmung ersticken—
den Üppigkeit gelangen konnten, war nach meiner aus
solcher Beobachtung erwachsenen Überzeugung die un—
genügende Verpflegung und Versorgung der Heimat—
menschen. Und an dem endlichen Versagen dieser Hei—
mat gebe ich so weniger den Menschen die Schuld, die
für das Vaterland durch Jahre ehrlich gehungert und
gedarbt haben, als jenen, die berufen waren, pflicht—
mäßig für eine bessere Vorsorge und für eine gerechtere
Verkeilung des Vorhandenen mit rücksichtsloser Energie
zu wirken. Schließlich auch jenen Männern der Reichs—
leitung, die, als sie das Versagen der vorhandenen
Kräfte erkannten, nicht jene Stelle schufen, deren In—
haber mit ungebundenen Kräften, und über alle Hem—
mungen und Schwerfälligkeiten der alten verästelten
Amtswege weg, die nötigen Maßnahmen mit diktatori—
scher Gewalt durchsetzen konnte.
Daß wir an wirtschaftlicher Kriegsvorsorge während
der drohenden Krisenjahre so gut wie alles versäumten,
daß also von einer wirtschaftlichen Kriegsbereitschaft
garnicht die Rede sein konnte, habe ich dort, wo ich von
den Jahren vor Ausbruch der Katastrophe von 1914
sprach, schon erwähnt. Die aus jener Zeit ererbte Schuld
ist dann während des Krieges durch Mangel an Weit—
blick, durch Festhalten an Systemen, die ihr unruhig
flackerndes Leben von Behelf zu Behelf fristeten, ins
Ungemessene vergrößert worden. Nicht prävenkiv, sondern
steks nur unker dem Zwange der schon mit starken
Schlägen anpochenden Not wurden Pläne und Ent—
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