Full text : Erinnerungen des Kronprinzen Wilhelm.

hin  wirkt  das  alles  nicht  gerade  neu  belebend  auf  die
Stimmung.

Endlich,  nach  langem  Palaver,  ist  der  Entschluß  ge—
faßt,  an  Bord  eines  kleinen  Schleppdampfers  zu  gehen
und  unsere  NYacht  zu  suchen.

Also  los!  Über  der  Zuidersee  liegt  der  Nebel  so  dick,
daß  man  kaum  zwanzig  Meter  weit  sehen  kann,  und
dazu  fegt  ein  eisig  kalter  Wind  vom  offenen  Meer
herein.  So  steht  man  auf  dem  Deck  des  kleinen  schlingern—
den  Schleppers  und  starrt  ins  Grau.  Stundenlang!
Trostlos  ist  das.  —

Endlich  sinden  wir  die  Dachk.  Aber  viel  Freude
kann  man  an  ihr  nichk  genießen:  ihre  Schraube  ist  gebrochen.
  Zunächst  muß  sie  abgeschleppk  werden,  dann
wird  sie  längsseiks  des  Schleppers  verkäuk  —  und  jetzt
ist  man  wieder  glücklich  so  weit,  um  nach  Wieringen
zu  steuern.

Ja!l  Wenn  man  wüßke,  wo  Wieringen  liegk.  Im
Rebel,  in  zunehmender  Dunkelheit  und  bei  starkem
Sturm  und  Seegang  suchen  unsere  fabelhaften  Navi—
gakoren  stundenlang  nach  der  Insel  —  und  können  sie
nicht  finden.  Weg  ist  sie,  wie  aufgeschluckt  von  See
und  Rebel.  Endlich,  um  zehn  Uhr  abends  ekwa,  geben
die  Herrschaften  das  Guchen  auf  und  beschließen,  über
Nacht  vor  Anker  zu  gehen.  Aber  auch  das  erweist  sich
nicht  als  die  rechke  Weisheit,  denn  der  Seegang  ist  so
heftig,  daß  die  beiden  Schiffe  immer  wieder  gegeneinanderschlagen.
  Schon  sind  eine  Anzahl  von  Nieten
dabei  gesprungen  —  und  wenn's  so  weiter  geht,  haben
wir  alle  mikeinander  die  beste  Aussicht,  zu  ersaufen.  Also
wieder  herauf  mit  dem  Anker!

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