marckischen Kanzlern als der weitaus bedeutendste —
ich schätze ihn weit über den Rahmen dieses recht rela—
kiven Komplimenkes, das eigentlich nicht sehr viel sagen
will, hinaus. Er hat in seiner Art geführt und sich die
Zügel nicht aus den Händen nehmen lassen. Er ver—
stand es glänzend, seine Politik im Reichstage zu ver—
treten, und seine von echtem nationalen Empfinden ge—
tragenen Reden verfehlten kaum je ihre Wirkung. Da—
bei konnte er verhandeln, war im persönlichen Verkehr
mit Parlamentariern, Ausländern und Pressevertretern
taktvoll und geschickt und stellte, wie kein anderer seit
dem ersten Kanzler, den Wert der Presse und der öffent—
lichen Meinung richkig in seine Arbeit ein. An meine
Unterhalktungen mik ihm denke ich mit Vergnügen zurück:
Wieviel spielerisch hingegebener Geist, wieviel
gesunder Verstand, welch kreffende Urkeile über Men—
schen und Probleme.
Er war nach meiner Uberzeugung auch noch inn
Sommer 17 der beste Mann, der zur Verfügung stand,
und so habe ich es damals sehr bedauerk, daß nach Bethmanns
Abgang nichk Fürst Bülow an die erste Stelle
berufen wurde. Seine besondere Ark häkke es sicher verstanden,
eine fruchtbare Zusammenarbeik der Reichsstellen
mit der O. H. L. zu erreichen, auch glaube ich, daß es
dem gewandlen Diplomaken doch noch gelungen wäre,
einen Weg aus den Schwierigkeiken des Welkbrieges
heraus zu finden, und daß er einen für unser Vaterland
erkräglichen Frieden zustande gebracht hätfe. —
Bei den beiden Kanzlerwechseln im Kriege habe ich mich
für ihn oder Tirpitz bei Seiner Majestät eingesetzk.
Leider erfolglos. Die Wiederwahl Bülows zum Kanzler
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