Einleitung. 17
alle saͤchsischen Großen gegen ihn. Dennoch war Albrecht anfangs
glücklich: nach der Einnahme Lüneburgs, Bardewieks und Lübecks
drang er bis Holstein vor, verjagte dort den den Welfen treu ergebenen
Grafen Adolf II. von Schauenburg und setzte an seine Stelle einen
der Seinen, den tapfern Heinrich von Badewide. Trotz dieser
Siege aber wurde Albrechts Stellung bald unhaltbar. Denn Conrads
Bemühen, zu Goslar, wo er Albrecht noch einmal förmlich
belehnte, mit den Sachsen eine Aussöhnung zu Stande zu bringen,
scheiterte vollständig. Die unerwartete Rückkehr Heinrichs des Stolzen
aus Baiern, das er nicht länger hatte halten können und dessen
Vertheidigung er daher seinem Bruder, Welf VI., überlassen mußte,
brachte Albrecht und seine wenigen Anhänger vollends in die übelste
Lage. Denn Heinrichs Erscheinen genügte, einen neuen allgemeinen
Aufstand anzufachen. Albrecht sowohl wie Conrad mußten das gefährliche
Land schleunigst verlassen und in kurzer Zeit hatte Heinrich
der Stolze alles eben erst Verlorene wie im Fluge wieder
erobert.
Seinen Willen durchzusetzen, bedurfte Conrad bedeutenderer
Hülfsmittel. Auf dem Reichstage zu Straßburg entbot er daher
die Fürsten zu einem allgemeinen Kriegszuge gegen die Sachsen und
drang dann im Sommer 1139 an der Spitze eines mächtigen Heers
gegen den Welfen vor. Bei Kreutzburg an der Werra stellte sich
ihm Heinrich der Stolze ebenfalls mit einer bedeutenden Truppenmacht
entgegen. Ein blutiger Entscheidungskampf schien unmittelbar
bevorzustehen. Längere Zeit aber blieben die Heere unthätig
einander gegenüber gelagert, und schließlich legten sich die Bischöfe
ins Mittel. Namentlich Albero von Trier redete zum Frieden, und
endlich schlossen die Gegner dann bis zu Pfingsten des nächsten
Jahrs einen Waffenstillstand. Die Zeit bis dahin sollte zur Erledigung
der übrigen Streitfragen benutzt werden.
Ohne Blutvergießen trennte man sich, erfüllt von der Hoffnung,
den verderblichen Streit bald geendet zu sehen, — jeder freilich in
seiner Art und von seinem Gesichtspunkte aus. Heinrich der Stolze
konnte sich nicht mit Unrecht des vollständigen Sieges rühmen: das
schon verlorene Sachsen hatte er ganz wieder in seine Gewalt gebracht,
Conrad hatte den offenen Kampf mit ihm vermieden und
neue Unterhandlungen angeknüpft.
Doch war Heinrich damit noch nicht zufrieden, sein Sinn stand
darauf, sich auch Baierns wieder zu bemächtigen. Die Ausführung
Pruy, Heinrich der L5we. 2