Full text : Kriegs-Verordnungen für den Bezirk des IV. Armeekorps. 1915. (1)

8  7.  Meldebestimmungen.

Die  Meldung  hat  unter  Benutzung  der  amtlichen  Meldescheine  zu  erfolgen,  für  die  Vordrucke  in  den  Post
1.  und  2.  Klasse  erhältlich  sind;  die  Bestände  sind  nach  den  vorgedruckten  Klassen  getrennt  anzugeben;  in  denjenigen  -
welchen  genaue  Werte  nicht  ermittelt  werden  können,  sind  Schätzungswerte  einzutragen.  Für  die  Gegenstände  der  Kl  alen  1
Meldeschein  3  zu  benutzen.  asse  36  f

Weitere  Mitteilungen  irgendwelcher  Art  darf  die  Meldung  nicht  enthalten.

Die  Meldezettel  sind  an  die  Kautschuk-Meldestelle  der  Kriegs-Rohstoff-Abteilung  des  Königli
Kriegsministeriums,  Berlin  W.  9,  Potsdamer  Straße  10  //11,  vorschriftsmäßig  ausgefüllt  bis  zum  31.  Juli  191

An  diese  Stelle  sind  auch  alle  Anfragen  zu  richten,  welche  die  vorliegende  Verfügung  betreffen.

Die  Bestände  sind  in  gleicher  Weise  am  1.  Oktober  1915,  dann  fortlaufend  am  1.  jedes  zweitfolgenden  Monat
(1.  Dezember,  1.  Februar  usw.)  an  die  Kautschukmeldestelle  aufzugeben  unter  Einhaltung  der  Einreichungsfrist  bis  zum  10  pn
betreffenden  Monats.

Magdeburg,  den  25.  Juli  1915.

Der  stellvertretende  Kommandierende  General  des  IV.  Armeekorps.
Freiherr  von  Lyncker,
General  der  Infanterie,  à  la  suite  des  Luftschiffer-Bataillons  Nr.  2.

ch  Prkußischen
5  einzureichen.

62.

Bekanntmachung.

Auf  Grund  des  §  yhb  des  Gesetzes  über  den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851  bestimme  ich  für  die  Dauer  des
Kriegszustandes  für  den  Bezirk  des  IV.  Armeekorps  folgendes:

Jedes  Feueranmachen  in  Wäldern  wird  allen  Personen  verboten,  die  nicht  beruflich  darin  tätig  sind,  wie  Waldarbeiter,
  Köhler,  Förster  usw.

Zuwiderhandlungen  werden,  falls  nicht  durch  die  allgemeinen  Strafgesetze  härtere  Strafe  verwirkt  ist,  mit  Gefängnis
bis  zu  einem  Jahr  bestraft.

Magdeburg,  im  Juli  1915.

Der  stellvertretende  Kommandierende  General  des  IV.  Armeekorps.
Freiherr  von  Lyncker,
General  der  Infanterie,  à  la  suite  des  Luftschiffer-Bataillons  Nr.  2.

63.

Bekanntmachung
betreffend  Bestandserhebung  für  Baumwolle  und  Baumwollerzeugnisse  (halbwollene  und  wollene  Männerunterkleidung
eingeschlossen).

Nachstehende  Verordnung  wird  hiermit  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebracht  mit  dem  Bemerken,  daß  jede  übertretung
—  worunter  auch  verspätete  oder  unvollständige  Meldung  fällt  —  sowie  jedes  Anreizen  zur  Ubertretung  der  erlassenen  Vorschrift,
soweit  nicht  nach  den  allgemeinen  Strafgesetzen  höhere  Strafen  verwirkt  sind,  nach  §  9  Buchstabe  b'’)  des  Gesetzes  über  den
Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851  oder  Artikel  4  Ziffer  2“.)  des  Bayerischen  Gesetzes  über  den  Kriegszustand  vom

 

*)  Wer  in  einem  in  Belagerungszustand  erklärten  Orte  oder  Distrikte  ein  bei  Erklärung  des  Belagerungszustandes  oder
während  desselben  vom  Militärbefehlshaber  im  Interesse  der  öffentlichen  Sicherheit  erlassenes  Verbot  übertritt  oder  zu
solcher  Übertretung  auffordert  oder  anreizt,  soll,  wenn  die  bestehenden  Gesetze  keine  höhere  Freiheitsstrafe  bestimmen  mit  Ge—
fängnis  bis  zu  einem  Jahre  bestraft  werden.

““)  Wer  in  einem  in  Kriegszustand  erklärten  Orte  oder  Bezirke  eine  bei  der  Verhängung  des  Kriegsustandes  oder
während  desselben  von  dem  zuständigen  obersten  Militärbefehlshaber  zur  Erhaltung  der  öffentlichen  Sicherheit  -erlassene  Vorschrift
  übertritt  oder  zur  Ubertretung  auffordert  oder  anreizt,  wird,  wenn  nicht  die  Gesetze  eine  schwerere  Strafe  androhen,
mit  Gefänanis  bis  zu  einem  Jahre  bestraft.